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Smart Fortwo mit Elektro-Umbau

So wird aus Ihrem Smart ein Elektro-Auto

BEA-tricks Elektro-Smart Foto: Stefan Grundhoff 14 Bilder

In einem Großversuch testet Daimler 1.500 Elektro-Smarts. In zwei Jahren sollen die Serienfahrzeuge folgen. Das dauert Ihnen zu lange? Bea-Tricks, eine Firma aus Bochum, baut den Smart bereits jetzt auf Elektroantrieb um.

03.08.2010

Der silberne Smart sieht aus wie ein ganz normaler Fortwo - zudem noch aus der alten Generation. Doch statt eines kleinvolumigen Benzin- oder Dieselmotors im Heck summt hier ein Elektromodul munter vor sich hin. Kein neuer Erprobungsträger aus dem Hause Smart, sondern ein Eigenbau der Firma "Bea-Tricks" aus Bochum.

Aus normalem Smart wird Elektro-Auto

Die Firma hat kein Faible für das niederländische Königshaus; vielmehr steht "Bea" als Abkürzung für Batterie-Elektro-Auto. "Unser Umbausatz macht aus einem normalen Smart ein Elektro-Auto" erzählt Thomas Borowski von Bea-Tricks, "so wie der Ur-Smart ehemals auch von Erfinder Nicolas Hayek erdacht wurde."

Im Innenraum blickt der Fahrer auf eine Batterieladeanzeige, die mittig auf dem Armaturenbrett positioniert ist. Der Rest ist vom Seriencockpit des Smart I nicht zu unterscheiden. Dort, wo sonst der Schalthebel des wenig überzeugenden sequentiellen Getriebes sitzt, gibt es einen kleinen Knopf, mit dem zwischen den Modi vorwärts, rückwärts und neutral gewählt werden kann.

Umbau des Smart ist teuer

Günstig ist der Spaß nicht. Der Umbausatz, den Bea-Tricks anbietet, damit aus einem Fortwo ein Elektro-Smart wird, kostet stattliche 18.200 Euro. Zumindest im Unterhalt lässt sich wieder einiges reinholen. Bei einem Durchschnittsverbrauch von rund zehn Kilowattstunden auf 100 Kilometern ergeben sich smarte Kraftstoffkosten von rund zwei Euro. "Wir haben bisher rund 50 Umbausätze verkauft und die Nachfrage ist riesig. Wir kommen kaum noch nach", so Thomas Borowski weiter. Heiß ersehnt wird im Hause Bea-Tricks die Freigabe für die neue Smart-Generation. Die Elektroverträglichkeitsprüfung sieht derzeit nur die alte Smart-Generation bis Baujahr 2003 für den nachträglichen Strom-Umbau vor. Das soll sich jedoch in den wenigen Monaten ändern.
 
Unter der Motorabdeckung im Heck liegen Steuereinheiten und der Elektromotor vom Typ M2-AC25, mit dem der Smart Fortwo auf Touren kommt. "Der Antrieb leistet dauerhaft 25 Kilowatt. Kurzzeitig lassen sich auch 30 Kilowatt abrufen", erklärt Thomas Borowski, "die Reichweite liegt bei 100 bis 150 Kilometern. Je nach Fahrweise. Die Höchstgeschwindigkeit: immerhin rund 95 km/h." Im Gegensatz zum originalen Elektro-Smart aus der Daimler-Technologie-Abteilung wird die Motorleistung über das originale Sechsgang-Getriebe der ersten Smart-Generation an die Hinterräder übertragen. "Wir nutzen von dem Getriebe jedoch ausschließlich den dritten Gang", erklärt Borowski weiter, "so haben wir den besten Kompromiss aus Reichweite und Vortrieb."

Jedoch wird seit geraumer Zeit an Weiterentwicklungen gewerkelt, von dem Ursprungs-Getriebe mehrere Gänge zu nutzen, damit Tempo und Beschleunigung etwas flotter sind ohne die Reichweite zu beeinflussen. Ist der Akku einmal leer gefahren, dauert es an einer normalen Steckdose rund sechs bis acht Stunden ehe der E-Smart wieder auf Tour gehen kann.

Elektro-Smart ist nach Umbau leichter

Gerade kommt Wolfgang Klievering auf den Parkplatz gerollt und steigt mit einem Lächeln aus dem Elektro-Smart aus. "Ich fahre seit 1993 Elektro-Autos. Aber dieser Smart hier ist das erste richtige Alltagsauto. Keinerlei Einschränkungen im Vergleich zu einem normalen Fahrzeug." Die Akkus an seinem Fortwo liegen unsichtbar verpackt unter dem Wagenboden in Höhe der Sitze. Sie kommen aus dem Computerbereich und sind insgesamt gut 62 Kilogramm schwer.

"Unser Smart Elektro ist nach dem Umbau sogar 20 Kilogramm leichter als der Benziner", erläutert Thomas Borowski. Elektro-Fan Wolfgang Klievering träumt derweil von weiteren Fahrzeugen, die man auf Elektroantrieb umbauen könnte: "Toll wäre natürlich ein Smart Roadster. Man müsste aber sehen, ob man die Akkus hier unterbringen könnte. Schließlich sitzt man tief knapp über der Fahrbahn. Oder aber eine Mercedes A-Klasse. Die bietet sich mit dem doppelten Sandwichboden dafür doch an." Die Überlegungen scheinen keine anderen als im Hause Daimler selbst zu sein. Schließlich kommen Elektroversionen von Smart Fortwo und der nächsten Mercedes A-Klasse bald in Serie.

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