Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Elektroauto Mute auf der IAA

Ehrgeiziges Projekt der TU München

E-Auto Mute der TU München, Aerodynamik Foto: Wotan Wilden, TUM 26 Bilder

Auf der IAA wird die Technische Universität München ihr neues E-Auto-Konzept Mute vorstellen. Das Elektroauto Mute der Technischen Universität München hat sich vom Forschungsfahrzeug zum fahrbereiten und formvollendeten Prototypen gemausert.

13.07.2011

Auf der Internationalen Automobilausstellung IAA (15. bis 25. September) steht «ein vollständiges und funktionsfähiges Auto, das die Grundbedürfnisse eines normalen Kunden erfüllt», sagte Prof. Markus Lienkamp vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU München. Die
Automobil- und Zuliefererindustrie habe großes Interesse an dem Konzept. Konkrete Produktionspläne gebe es aber noch nicht.

Der 3,55 Meter lange, 1,55 Meter breite E-Zweisitzer Mute wiegt, inklusive einer 100 Kilogramm schweren Batterie, gerade einmal 500 Kilogramm und kommt eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. "Für ein Elektrofahrzeug ist ein geringes Gewicht essentiell", sagt Professor Markus Lienkamp vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU München. "Schwerere Autos sind teurer, da sie mehr Akkuleistung benötigen. Außerdem wird die Dynamik eingeschränkt und somit auch unweigerlich der Fahrspaß.

Fahrspaß, da fällt der Blick unweigerlich auf die sehr schmalen Reifen des Mute. Sie minimieren Zwar den Rollwiderstand und tragen so zu größeren Reichweiten bei, doch den Eindruck eines stabilen Kurvenverhaltens vermitteln sie auf den ersten Blick nicht.

Sicheres Fahrverhalten und optimale Rekuperation

Doch dafür haben sich die Forscher der TU München etwas einfallen lassen: Durch die Auslegung von Federung, Dämpfung und Kinematik der Achse soll die Querdynamik optimiert worden sein. In einem Fahrversuch soll der Mute-Erlkönig den doppelten Spurwechsel mit Bravour absolviert haben.

Ein wertvolles Helferlein, genannt Torque Vectoring-Differential, soll einen großen Teil zu diesem sicherem Fahrverhalten beitragen. Hierbei soll über eine kleine, in das Differential eingebaute Elektromaschine die Kraft ideal auf die beiden Hinterräder verteilt werden. Insbesondere beim Bremsen in Kurven soll so auch doppelt so viel Energie zurück gewonnen werden als ohne Torque Vectoring.

Durch das geringe Eigengewicht, die Aerodynamik und die effektive Rekuperation soll die Reichweite des Mute bei 100 Kilometern liegen – das will die TU München auch garantieren. Als Höchstgeschwindigleit werden 120 km/h angegeben und ein Sprint von null auf 60 km/h in 6,8 Sekunden. Bewerkstelligt wird das unter anderem von einem Lithium-Ionen-Akku, einer recyclebaren Zink/Luft-Batterie und 16,5 kW Leistung.

Neues Sitzkonzept beim Mute

Da die Klimatisierung eines Autos, bei kalten Außentemperaturen, in etwa der eines Einfamilienhauses entspricht, liegt hier großes Potential zur Energieeinsparung. Das heißt aber nicht, dass die Insassen im Mute frösteln müssen. Die TU München bediente sich hier an den Methoden, die aus der Passivhaus-Technologie stammen und sparten so schon 50 Prozent des Energiebedarfs ein. Außerdem soll die Abwärme der Elektronikkomponenten dazu verwendet werden, den Innenraum zu beheizen. Eine CO2-neutrale Beheizung durch die Verbrennung von Bioethanol ist ebenfalls möglich.

Anders als bei konventionellen Fahrzeugen ist auch das Sitzkonzept im Mute. Hier gehen die Entwickler nicht von einem Ferspunkt-Fix-Modell aus, sondern von einem Augpunkt-Fix-Modell. Das ist deshalb möglich, weil die Pedalerie und Bedienelemente verstellbar sind - der Sitz wird also nur in der Höhe der Körpergröße des Fahrers angepasst.

Ehrgeiziges Ziel massentaugliches E-Auto

Die Bundesregierung wünscht sich für 2020 mehr als eine Million E-Autos auf deutschen Straßen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, denn derzeit sind es gerade einmal 2.000 Stück. Ziel ist es, ein massentaugliches und preislich attraktives E-Auto zu entwickeln für die Massen zu entwickeln.
Die 20 Lehrstühle der TU München, die sich für das Mute-Projekt zusammengetan haben, könnten auf dem richtigen Weg sein. Am Ende soll der Mute auf dem Preisniveau eines Smarts liegen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige