Elektroauto Renault Twizy: Unser Sommer mit dem Elektro-Flitzer

Renault Twizy, Heckansicht

Was die auto motor und sport-Redaktion im Sommer 2012 mit dem Elektroauto Renault Twizy so alles erlebt hat, erfahren Sie hier.

Jens Katemann & Jörn Thomas beim Flirtfaktor-Test

Wir Teutonen können machen, was wir wollen: An den Charme der Italiener kommen wir einfach nicht heran. Aber wie steht es mit dem neuen kleinen französischen Elektro-Flitzer Renault Twizy? Also ab mit Vespa und Twizy zum Flirtfaktor-Test in den hippen Stuttgarter Westen. Schon an der ersten Ampel die erste Anmache von der Seite. "Was ist das denn für ein süßer Kleiner?", fragen die beiden Mädels. Alter? So Mitte 20. Okay, 1:0 für Twizy.

Weiter gehts zur Kaffeepause. Jörn und Jens nippen lässig Cappuccino, doch nur Jörn und der Renault Twizy ernten Beachtung. Jens kann auf seiner Vespa die Sonnenbrille so cool zurechtrücken, wie er will, keine Chance. 3:0 für Twizy. Das endgültige Aus für den Italo-Roller folgt zwei Straßen weiter. "Endlich ein Stadtmobil, das nicht so fürchterlich stinkt und knattert." Von wegen alte miesepetrige schwäbische Dame. Die ist nicht nur jung, sondern sieht auch noch verdammt gut aus.

Frank Zähringer: "Polizisten outen sich als Twizy-Fans"

"Wohin des Wegs?" Mit dem zunächst strengen Blick des Ordnungshüters war es schnell vorbei, als das Elektromobil durch seine Rundungen und sein unschuldiges Aussehen Polizistenaugen zum Funkeln brachte. Wodurch die drohende Ordnungswidrigkeit "Durchfahren einer nur für Anlieger gestatteten Durchfahrtstraße" kein Thema mehr war. Hauptkommissar Fischer, durchaus mit Fachwissen ausgestattet, sah man ab diesem Zeitpunkt nur noch sitzend in oder voller Ehrfurcht kniend vor dem Renault Twizy. Ganze zehn Minuten philosophierten wir über die Alltagstauglichkeit, Technik und Reichweite von Twizy. Hätte sich nicht hinter dem 1+1-Sitzer eine stattliche Schlange von weiteren noch zu kontrollierenden Verkehrsteilnehmern gebildet, wäre möglicherweise noch eine polizeilich angeordnete Probefahrt drin gewesen.

Birgit Priemer: "Kinder wollen mit dem Renault Twizy in die Zukunft flitzen"

Leise pfeift der Renault Twizy die letzten Meter des Heimwegs vor sich hin – und bekommt vor meiner Haustür einen unerwarteten Empfang. Die Kinder, die auf der Straße spielen, werfen Hüpfbälle. Skateboards und Einräder zur Seite und fliegen dem Zweisitzer entgegen. "Der ist ja megacool", schreit Hannes, der sich bislang nicht einmal von einem Lamborghini Gallardo mit seinem kreischenden Zehnzylinder so beeindrucken ließ. Die Türen gleiten nach oben, und Anja (6) ist die Erste, die den Elektro-Flitzer entert – um auf der Probefahrt im besten Schwäbisch zu jubeln: "Das ist, als ob ich schweben täte." Die Kinder lassen sich Runde um Runde shutteln und haben zum Schluss nur eine Bitte: "Birgit, kannst du den jetzt immer mitbringen?" Sorry, das geht leider nicht.

Edwin Meister: "Esslingen und Renault Twizy – einfach Charmant"

Wohnen in der Esslinger Altstadt hat durchaus Charme: tolles Ambiente, alles zu Fuß erreichbar. Nur die alltägliche Suche nach einem kostenlosen und knöllchenfreien Parkplatz nervt. Sie dauert oft 15 Minuten, danach folgt häufig noch ein zehn Minuten langer Spaziergang, bis man endlich zu Hause angelangt ist. Hier kommt der Charme des 2,34 Meter langen Renault Twizy ins Spiel: Ein Plätzchen für die 2,9 Quadratmeter Grundfläche gibt es immer. Mein Lieblingsparkplatz ist 2,6 Meter lang, immer frei und rund 100 Meter von zu Hause entfernt. Fehlt nur noch eine Ladestation in Reichweite und ein Eis mit Tochter Leonie, dann wäre das Glück vollkommen.

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auto motor und sport, Heft 21 / 2012

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