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Elektroauto-Studie

E-Autos ohne staatliche Kaufhilfe chancenlos

ams-Kongress, Umwelt, E-Autos Foto: Reinhard Schmid 40 Bilder

Eine aktuelle Studie des Instituts für Automobilwirtschaft der Hochschule Nürtingen (IFA) kommt zu dem Ergebnis, dass der Staat den Kauf von E-Autos subventionieren müsse. Andernfalls sei das Ziel der Bundesregierung von einer Millionen E-Autos bis zum Jahr 2020 nicht realisierbar.

07.06.2010

Das IFA untersuchte im Rahmen der Studie die Marktchancen von Elektroautos in einem Zeitraum von zehn Jahren.

Elektroauto lohnt sich aktuell erst nach 150.000 Kilometern

Dabei legten die Forscher die aktuellen sowie die zukünftigen Kosten eines E-Autos zugrunde. Zwar seien die Verbrauchskosten von Elektrofahrzeugen deutlich geringer als die von Benzin- und Dieselfahrzeugen. Die Anschaffungskosten liegen derzeit jedoch um 40 Prozent über denen eines Autos mit konventionellem Verbrennungsmotor. Allein die Kosten für die Lithium-Ionen-Batterien belaufen sich aktuell auf rund 450 Euro pro Kilowattstunde, was sich am Ende auf Gesamtkosten von 11.250 Euro summiert.

Zur Kostenberechnung wählte das IFA bewusst optimistische Rahmenbedingungen zugunsten des Elektroautos. So stützen sich die Berechnungen auf die Annahme, dass der Benzinpreis von derzeit durchschnittlich 1,45 Euro pro Liter auf 2,90 Euro bis zum Jahr 2020 ansteigen wird. Darüber hinaus setzten die Forscher ab 2015 sogenannte Öko-Zusatzkosten in Höhe von 1.500 Euro für Benziner und Diesel an. Der Verbrauch von Verbrennungsmotoren wird sich nach Ansicht der Experten von derzeit durchschnittlich 6,9 Litern auf 5,0 Liter im Jahr 2020 reduzieren.

Gleichzeitig prognostizieren sie auf Seiten des E-Autos relativ konstante Strompreise und sinkende Kosten auf Seiten der Batterietechnik. Im Jahr 2020 soll eine kWh mit 225 Euro nur noch halb so teuer sein wie heute, wodurch sich die die Gesamtkosten für eine 25 kWh starke Lithium-Ionen-Batterie auf 5.625 Euro halbieren sollen.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass sich der Kauf eines Elektroautos trotz optimistisch ausgelegter Rahmenbedingungen nur dann lohnt, wenn der Staat zeitlich gestaffelte Kaufhilfen für reine Elektrofahrzeuge gewährt. Unter den aktuellen Bedngungen würde sich ein E-Auto nach Berechnungen des IFA erst nach einer Laufleistung von 150.000 Kilometern lohnen. Allerdings könnten nach dieser Zeit bereits die Lithium-Ionen-Akkus am Ende ihrer Lebenszeit angelangt sein.

E-Auto: IFA-Experten plädieren für zeitlich gestaffelte Kaufhilfen

Mit einer staatlichen Kauf-Subventionierung in Höhe von 5.000 Euro würde sich ein E-Auto aktuell bereits nach 100.000 Kilometern rechnen, im Jahr 2015 aufgrund sinkender Batteriekosten schon nach 30.000 Kilometern. Die Experten plädieren dafür, die staatliche Förderung ab 2015 auf 3.500 Euro und auf 2.000 Euro im Jahr 2020 zu reduzieren. Unter diesen Umständen kämen Elektroautos nach Angaben des IFA bis 2020 auf einen Marktanteil zwischen fünf und zehn Prozent.

Ohne staatliche Kaufhilfen prognostiziert das IFA den Elektrofahrzeugen jedoch kaum Marktchancen: "Das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen, dürfte ohne Kaufhilfen nicht erreicht werden."

Weiterhin plädieren die IFA-Experten dafür, die staatliche Förderung auch auf Brennstoffzellenfahrzeuge auszuweiten. Nur so könne Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität gemacht werden.

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