Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

E-Auto, Hybrid und Co.

Das ist der Ökoauto-Kalender bis 2018

Volvo V70 Plug-In-Hybrid, elektroauto Foto: Volvo 64 Bilder

Jeder will der Erste sein - zumindest, wenn es um die Ankündigung neuer Umweltautos geht. Doch wer plant wirklich was? Ein Überblick über die Umweltfahrpläne der Autohersteller.

18.08.2010 Birgit Priemer

Die Schlagzeilen gehen runter wie Öl, Verzeihung: Strom. 2012 hat jedes zweite Neufahrzeug in Europa eine Start-Stopp-Automatik, verkündet Bosch mit Vorfreude auf ein großes neues Geschäftsfeld. Im gleichen Jahr will Mitsubishi die Massenherstellung von Lithium-Ionen-Batterien starten, weil bis 2020 jedes fünfte Auto der Marke einen Elektroantrieb haben soll. Opel will ab 2011 das Elektroauto Opel Ampera bauen, der Konzernbruder Chevrolet Volt soll Ende 2010 auf den Markt kommen und Nissan plant, das Kompaktmodell Leaf schon Ende 2010 als Stromauto anzubieten. "Das Elektroauto hat Priorität", kündigt Renault-Vizechef Patrick Pelata an, Daimler-Boss Dieter Zetsche träumt von einer "emissionsfreien Zukunft".

Die Branche steht also unter Strom, obwohl es noch viele technische Fragen rund um die komplizierte Lithium-Ionen-Batterie gibt und der Marktanteil von reinen E-Autos bis zum Jahr 2020 nur auf drei Prozent geschätzt wird. Öko ist trotzdem in, und jeder Hersteller träumt von der Rolle der Technologieführerschaft, so wie sie Toyota mit dem Prius jahrelang unangefochten auf dem Gebiet der Hybriden gehabt hat.

Mercedes feiert bereits erste Erfolge mit den neuen Umwelttechnologien

Deshalb rüsten sich vor allem die deutschen Hersteller, die lange für ihre distanzierte Haltung zu neuen Umwelttechnologien kritisiert worden sind - allen voran Mercedes. Erste kleine Erfolge geben der Marke auf der Suche nach einer weißen Weste recht: Der Mercedes S 400 Hybrid (Der Mercedes S 400 Hybrid im Test) kommt bei den Kunden so gut an, dass sich sein Verkaufsanteil innerhalb des S-Klasse-Programms auf 20 Prozent beläuft. In London findet bereits ein Großversuch mit dem E-Smart statt, der seine Energie noch von einer Nickel-Metallhydrid-Batterie bezieht. Nächstes Jahr beginnt die Fortsetzung mit einer Lithium-Ionen-Batterie, womit der Fortwo 2012 für 25.000 Euro auf den Markt kommen soll.

Mercedes plant Auslieferung der B-Klasse F-Cell bereits für 2010

Mut beweist die Marke auch darin, die teure Brennstoffzellentechnologie weiter voranzutreiben: Bereits Anfang 2010 sollen rund 200 Exemplare der so genannten Mercedes B-Klasse F-Cell in Europa und den USA an Kunden ausgeliefert werden. Und die Zahl der E-Autos innerhalb des Konzerns soll weiter steigen: Es folgen entsprechende Varianten der A-Klasse (2010), ebenfalls in Form einer Kleinserie, und 2014 sogar der Flügeltürer Mercedes SLS.

BMWs Hybridversionen von 7er und X6 kommen im April 2010

Konkurrent BMW ist da noch nicht ganz so weit: Im April nächsten Jahres kommen die Hybridversionen von BMW 7er und BMW X6 auf den Markt, vom Mini läuft derzeit ebenfalls ein Großversuch als E-Auto, doch ein richtiges Strommobil ist nicht vor 2014 zu erwarten. Dann startet mit dem Projekt i ein neues City-Car, das es ebenfalls als reines E-Auto geben soll. Den E-Motor will die Marke selber fertigen, die Batterie stammt von SB Limotive, einem Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Südkoreas Samsung-Konzern.

VW will absatzstarke Baureihen mit sparsamen Dieseltriebwerken anbieten

Auch der VW-Konzern rüstet sich für die steigende Nachfrage nach alternativen Antrieben. Auf der IAA wird dafür zunächst einmal die Idee des Ein-Liter-Autos wiederbelebt, die der jetzige Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch schon in den neunziger Jahren hatte. Um schnelle Fortschritte bei der Reduktion des CO2-Ausstoßes erzielen zu können, konzentriert sich der Volumenhersteller darauf, die absatzstarken Baureihen mit besonders sparsamen Dieseltriebwerken anzubieten. Den VW Polo (der VW Polo im Test) wird es in einer Version mit 87 g/ km CO2-Ausstoß geben, den VW Golf mit 99 und den VW Passat mit 114 Gramm. Das Ziel: in jeder Klasse das sparsamste Modell anzubieten.

Ab 2013 ist der VW Up als reines E-Auto geplant, den es in entsprechenden Varianten auch bei den anderen Konzerntöchtern bis hin zu Audi geben wird. Parallel dazu werden im ganzen Konzern die Baukästen mit längs- sowie quermodularer Anordnung der Motoren fit für die Hybridtechnologie gemacht: Künftig könnte also jeder VW, Skoda, Seat oder Audi ohne technische Probleme mit der Kraft der zwei Herzen ausgerüstet werden.

Renault startet 2011 mit dem Verkauf von E-Autos

Während Lexus noch einen Schritt weitergeht und alle in Europa verfügbaren Modelle ab 2012 ausschließlich mit Hybridantrieb anbieten will, konzentriert sich Renault mit seiner E-Auto-Strategie zunächst auf die Erfordernisse der einzelnen Märkte. So startet der Verkauf 2011 in vergleichsweise kleinen Ländern wie Israel (E-Version des Mégane Stufenheck) und Dänemark (E-Version des Kangoo Rapid). Auf der IAA beweist der französische Hersteller mit gleich vier weiteren Studien zu diesem Thema, dass das Modellprogramm weiter ausgebaut werden soll. So gibt es eine Absichtserklärung des australischen Bundesstaats Victoria, den flächendeckenden Einsatz von Elektroautos zu prüfen. In der Allianz mit dem Mutterkonzern Nissan ist Renault mittlerweile 30 ähnliche Partnerschaften mit Kommunen, Staaten und Regionen eingegangen.

Opel Ampera: E-Auto mit Range Extender kommt 2011

Ford und Opel wollen wie VW verbrauchsoptimierte Verbrennungsmotoren anbieten und zeigen auf der IAA ihre neuen Sparmodelle: Opel den Astra als Ecoflex mit 109 g/km CO2-Ausstoß, Ford den Focus als Econetic mit 99 g/km. Opel startet darüber hinaus neue Gas-Varianten von Corsa, Meriva, Astra Caravan und Zafira und wird ab Frühjahr 2010 in einem Zeitfenster von 24 Monaten in allen Baureihen die Start-Stopp-Technologie einführen. Mit dem Opel Ampera folgt dann 2011 ein vollwertiges Mittelklassemodell als E-Auto mit Range Extender auch in Deutschland. Ford wird die E-Varianten von Transit Connect und Focus ab 2010/11 zunächst nur in den USA anbieten.

Porsche plant Hybrid-Varianten von Panamera und Cayenne

Aus deutscher Sicht fehlt also nur noch Porsche mit konkreten Plänen für ein E-Auto. Als umweltschonendes Antriebskonzept sind bislang Hybrid-Varianten von Panamera und Cayenne geplant - als zehnte Marke unter dem Dach des VW-Konzerns könnte der Strom hier aber viel schneller fließen als bislang vermutet.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden