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E-Autos der Zukunft

Wo sind die E-Cars, und wo die Euphorie?

Peugeot Ion, Seitenansicht Foto: Archiv 22 Bilder

Sie waren mit so viel Euphorie gestartet - und stehen nun wie Blei: Elektroautos finden bei Privatkunden bislang keinen Anklang.

22.01.2013 Birgit Priemer

Die Elektroauto-Bilanz ist für manchen ohnehin krisengeschüttelten Hersteller bitter. Beispiel Renault: Mit viel Euphorie hatte man sich dort auf die E-Mobilität gestürzt und neue Vermarktungs- und Ladekonzepte erwogen. Ist die Batterie leer, sollte sie der Kunde an entsprechenden Stationen einfach gegen eine volle austauschen können - so empfahl es ihnen Visionär Shai Agassi von der Firma Better Place.

Zur Katerstimmung in der Szene passt, dass Agassi seinen Job als Chef vor kurzem aufgeben musste. Es liegt wohl noch ein langer, harter Weg vor den Herstellern, bis sie mit dieser Technik Geld verdienen können. Schaut man sich die Absatzzahlen in Europa an, dann zeigen sich zwei Phänomene: Hierzulande verkauft sich der Renault Twizy mit Abstand am besten. Die Gründe liegen auf der Hand: Der Zweisitzer läuft bei uns in der Basis als Quad, kann also ohne Autoführerschein gefahren werden und kostet nur 6.990 Euro (plus 50 Euro monatliche Batteriemiete). Mit knapp 2.000 verkauften Einheiten bis zum Monat August ist Deutschland damit der erfolgreichste Twizy-Markt in Europa – noch vor Frankreich.

Elektroautos funktionieren nur mit Mut und Stil

Dort wiederum erweist sich neben dem "Quad" Twizy im eigentlichen E-Auto-Segment der Bolloré Bluecar als Marktführer. Warum? Weil er Teil eines Car-Sharing-Konzeptes mit 670 Stationen in Paris ist und man den Viersitzer problemlos ausleihen und für Kurztrips nutzen kann. Der öffentliche Betreiber Autolib will dieses Angebot auf 3.000 Autos und 1.050 Anlaufstationen ausdehnen - der Absatz des mit Pininfarina entwickelten E-Autos dürfte also weiter steigen.

Ein trauriges Schattendasein fristet dagegen der Renault Fluence - bei uns wie in Frankreich. 25.690 Euro plus 82 Euro monatliche Batteriemiete sind hierzulande für eine ansonsten konventionelle Limousine zu viel. Mit einem ähnlichen Schicksal dürfte auch der Opel Ampera kämpfen, der immerhin 45.900 Euro kostet und bis zu 82 km rein elektrisch fahren kann. Die Kunden sind nicht bereit, so viel Geld auszugeben. Das Beispiel Twizy zeigt aber, dass E-Mobilität funktionieren kann - wenn man den Mut hat, neue Wege zu gehen und der Sache stilistisch Pfiff mitgibt.

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