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Elektroautos aus Fernost

Mehr als 60 Jahre E-Autos von Nissan

Elektroautos von Nissan Foto: Nissan 31 Bilder

1947 brachte Nissan mit dem Tama sein erstes Elektroauto auf den Markt. Drei Jahre lang wurde er verkauft, dann war mehr als 40 Jahre der Elektroauto-Akku leer. 1995 wagte Nissan mit dem Prairie einen neuen Anfang. 2010 kommt der Elektro-Nissan LEAF auch nach Europa.

14.09.2009 Powered by

Als nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan fossile Brennstoffe knapp waren, förderte die Regierung den Bau von Elektrofahrzeugen. In der Firma Tokyo Electric Cars fanden sich arbeitslose Luftwaffentechniker zusammen, die das Tama Electric Car entwickelten. Die Firma ist ein Vorläufer der Prince Motor Co. Ltd, die mit Nissan fusioniert.

Schneller Wechsel: Die Batterien sitzen in einer Schublade

Ähnlich wie bei einigen aktuellen Konzepten für das Elektro-Auto der Zukunft besitzt das Auto im Unterboden einen Schacht für die austauschbaren Blei-Säure-Batterien. Die Batterien liefern 3,3 kW und beschleunigen das mit mehreren Aufbauten erhältliche Tama Electric Car auf bis zu 35 km/h. Mit einer Reichweite von 65 Kilometern wurde das Gefährt vor allem als Taxi in den japanischen Metropolen eingesetzt.

Als sich die Versorgung mit Rohöl bis 1950 stabilisiert, wird die Produktion des Elektroautos eingestellt. Nissan verfolgt das Thema weiter und präsentiert einige Fahrzeug-Studien mit Elektroantrieb: Nissan 315, Nissan EV Truck, Nissan FEV concept. Richtig ernst wird es allerdings erst rund 42 Jahre nach dem TAMA. 1992 beschließen Nissan und der Elektronikkonzern Sony eine Kooperation mit dem Ziel der Serienreife von Elektroautos. Das Ergebnis ist der 1995 präsentierte Nissan Prairie EV, das erste Elektroauto mit Lithium-Ionen-Batterien. Rund 30 Exemplare des elektrischen Nissan werden gebaut.

Einsatz im Eis: Der Nissan Prairie EV auf Spitzbergen

Der Nissan Prairie EV bewies bei einer japanischen Nordpolar-Expedition unter extremen Bedingungen seine umweltfreundlichen Qualitäten. Keine Abgase verunreinigten die von den Forschern entnommenen Proben und der geräuschlose Antrieb erlaubte erfolgreiche Tierbeobachtungen.. Nach sechs Jahren im Alltagsbetrieb gab der Nissan Prairie EV auf. Als Ursache wurde bei der Untersuchung in Japan ein defekter Kondensator gefunden.

Die Polizei testet 1997 den Nissan Altra EV

Von dem Nissan Altra EV, einer Kombilimousine der Fünf-Meter-Klasse, entstehen ab 1997 rund 200 Exemplare. Die ersten werden nach Kalifornien, USA, ausgeliefert und dort von verschiedenen Energieversorgern und der Polizei eingesetzt. Das Aufladen ist so einfach wie sicher: Über ein induktives Ladesystem, bei dem ein elektromagnetischer Stecker in eine in der Kühlermaske integrierte Ladestation eingeführt wird.

Der Motor leistet rund 83 PS und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Versorgt wird der Neodym-Permanent-Synchronmotor von einem Lithium-Ionen Batteriepack, der unter dem Beifahrersitz liegt. Etwa 130 Kilometer Reichweite erreicht der mit ABS, zwei Airbags, Bremsenergierückgewinnung und Komfort-Extras wie Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern und Außenspiegeln und Audiosystem ausgestattete Altra EV.

Handy-Boom beschleunigt die E-Auto-Entwicklung

Mit dem 1999 vorgestellten Hypermini erreichte Nissan eine Reichweite von 115 Kilometern und eine Ladezeit von nur vier Stunden.

Es folgte eine Entwicklung, die sich vor allem Erkenntnissen aus einem anderen Bereich bediente: Für Nissans Elektronikexperten Hoie hat der Fortschritt bei den Elektroautos vor allem mit der Entwicklung auf dem Gebiet der mobilen Kommunikationselektronik zu tun: "Wir können den Schülern und Studenten [...] dankbar sein. Sie waren begierig nach immer mehr Chats, immer schnelleren SMS und immer kürzeren Aufladezeiten. Der Handy-Boom hat die Fortschritte bei der Batterietechnologie definitiv beschleunigt."

Die immer kleineren Engeräte machen auch immer kleinere Akkus erforderlich, die gleichzeitig immer mehr leisten müssen. Die Erkenntnisse und Entwicklungen kommen auch den folgenden Elektro-Nissan zu Gute. Die ersten Studien sind Pivo I und Pivo II, die vor allem optisch auffallen: Die Fahrerkanzeln sind drehbar und jedes Rad kann einzeln gelenkt werden. Weitere Elektroautos aus dem Hause Nissan sind der Mixim und der NUVU.

2010 soll der Nissan LEAF seinen Marktstart in den USA, Japan und Europa feiern. Der LEAF ist ein Fahrzeug der Kompaktklasse, das rein elektrisch fährt. Die Lithium-Ionen-Batterien sollen eine Reichweite von 160 Kilometern erlauben.

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