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Elektroautos

Gratis-Wagen bei Stromvertrag

Foto: Project Better Place

Der Elektroauto-Pionier Shai Agassi will die Elektro-Version des Renault Laguna nach dem Vorbild von Handyverträgen kostenlos in Deutschland anbieten. Kunden müssen dazu nur einen Vier-Jahres-Vertrag für den Strombezug abschließen.

26.07.2008 Ralph Alex

Project Better Place-Chef Agassi, der gemeinsam mit Renault in Israel und Dänemark ein Netz von Batterieladestationen aufbauen will, hält auch in Deutschland solch ein Netz für machbar und profitabel. Auch für die Autofahrer werde ein Elektroauto deutlich günstiger zu betreiben sein, als Hybrid-Fahrzeuge oder Modelle mit Diesel- und Benzin-Motoren.

Elektroauto als Geschenk

„Wenn Sie mir für dieselbe Fahrstrecke, für die Sie heute einen Liter Benzin brauchen, ebenfalls 1,50 Euro geben und einen Vierjahres-Vertrag mit uns unterschreiben, dann schenken wir Ihnen das Elektroauto dazu, unseren Renault Laguna. Das funktioniert wie bei einem Handyvertrag. Und nach vier Jahren kriegen Sie wieder ein neues Elektroauto. Wollen Sie eine Mercedes E-Klasse oder einen BMW X5 als Elektrofahrzeug, das zu unserer Batterieplattform passt, dann müssen Sie eben etwas draufzahlen – wie heute bei den Handys üblich“, sagte Agassi im Interview mit auto motor und sport.

Die jetzige Autoflotte in Deutschland könnte mit sechs Prozent des deutschen Stromverbrauchs betrieben werden, so Agassi. „Mit nur sechs Prozent der insgesamt in Deutschland verbrauchten elektrischen Energie könnten wir alle Autos in Deutschland betreiben. Wenn wir über zehn Jahre hinweg jeweils ein halbes Prozent pro Jahr aus Windenergie zum heutigen Energiemix dazugeben würden, könnten fast alle Elektroautos in Deutschland mit nachhaltig produziertem Strom und somit ohne Emissionen fahren.“

Batterie-Wechsel an der Tankstelle soll unter einer Minute dauern

Der Batterietausch könne in Zukunft über das vorhandene Tankstellennetz erfolgen, so Agassi. „Stellen Sie sich einfach vor, Sie fahren an eine Waschanlage heran. Sobald die Räder an einer bestimmten Stelle sind, wird Ihr Auto in die Anlage hineingezogen. Von unten kommt ein hydraulischer Greifarm und fasst die Batterie, die sich von der Fahrzeugelektrik abkoppelt. Dafür setzt er dann eine neue Batterie ein – und Sie können wieder bis zu 200 Kilometer fahren.“ Der Zeitaufwand für den Batteriewechsel liege etwa in der Größenordnung eines Tankvorgangs. „Wir schaffen das in weniger als einer Minute, vollautomatisch.“

Auch über die Zahl der notwendigen Batterie-Austausch-Stationen hat sich Agassi gegenüber auto motor und sport geäußert: „In Israel brauchen wir für zwei Millionen Autos 200 solcher Stationen. 50 Millionen Autos brauchen also 5.000 Stationen. Alle 40 bis 50 Autobahn-Kilometer müsste eine sein. Und in der Stadt brauchen Sie gar nicht so viele, denn da laden Sie Ihr Auto einfach immer wieder an der Steckdose auf. Die meisten Autofahrer müssen also nur sehr selten die Batterie Ihres Elektroautos tauschen lassen.“

Anderer Ansatz bei GM

Das von Agassi und Renault geplante System, an Tankstellen die leere Batterie gegen eine aufgeladene auszutauschen, hält Agassi den Lösungen der Automobilindustrie für überlegen, weil sich dadurch ein zweiter Antrieb im Fahrzeug erübrigt. So gehe General Motors bei seinem Modell davon aus, dass „es keine solche Infrastruktur für Elektroautos gibt, wie wir sie planen. Also haben sie einen benzingetriebenen Generator an Bord, der auf längeren Strecken einspringt und die Batterie an Bord auflädt. Das ist ein typischer Ansatz einer Autofirma. Unser Auto wird nur zehn Prozent der Kosten eines solchen Fahrzeugs verursachen.“

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