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Elf Fragen zum BMW i3

Alles über den Elektro-Neuling von BMW

BMW i3, Frontansicht, Kurvenfahrt Foto: Hans-Dieter Seufert 18 Bilder

Kann der BMW i3 den hohen Erwartungen gerecht werden, die der enorme Trommelwirbel von BMW geschürt hat? Wir zeigen Ihnen, wie gut der Stromer der Münchner wirklich ist.

19.12.2013 Marcus Peters, Alexander Bloch

Irgendwie hat man das Gefühl, dass der BMW i3 bereits im Deutungswettstreit durchanalysiert wurde - lange bevor er auf der Straße angekommen ist. Alleine das zeigt: BMW ist etwas Außergewöhnliches gelungen, sonst würde die Öffentlichkeit den Elektriker nicht so hitzig debattieren.

Tritt man dem Neuen neugierig gegenüber, so ist er ein Elektroauto im hochbauenden Van-Format mit einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und einer Reichweite von etwa 160 Kilometern. Damit zeigt sich auch, dass der BMW i3 ein vollformatiges Transportmittel sein soll - durchaus für Ausflüge außerhalb der Stadt.

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Test BMW i3 So gut ist der i3 wirklich
auto motor und sport 25/2013
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Fährt sich der BMW i3 wie ein BMW?

Dank Hinterradantrieb, direkter Lenkung und relativ niedrigem Gewicht bringt der BMW i3 wesentliche Voraussetzungen für das BMW-Fahrgefühl mit. Daran ändern die schmalen Reifen nur wenig: Trotz der geringen Aufstandsfläche bremst der BMW i3 gut. Zudem lassen die 155er-Gummis selbst auf verwinkelten Landstraßen erstaunlich hohes Tempo zu, und dank seiner direkten Lenkung wirkt der BMW agil.

Selbst im Grenzbereich bleibt der Viertürer einfach zu beherrschen, rutscht weich über die Vorderräder. Einzig die vanartig hohe Sitzposition auf den dünn gepolsterten Sitzen irritiert beim Kurvenfahren, bietet aber in der Stadt den Vorteil der guten Übersicht. 125 kW oder in Verbrenner-Einheit 170 PS schieben den Stromer vehement an - vom Gefühl etwa wie ein 125i mit 218 PS. Wenig markentypisch ist die Höchstgeschwindigkeit des BMW i3; sie wurde auf 150 km/h limitiert, was den Akku schont.

Mehr allerdings dürfte BMW-Jünger das starke Bremsmoment irritieren, wenn sie vom Gas gehen. Der E-Motor wird dann zum Generator und rekuperiert kräftig. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass bereits sanftes Lupfen meist zum Verzögern ausreicht.

Was ist das Besondere am BMW i3?

Ähnlich wie der Nissan Leaf wurde der BMW i3 rein als Elektroauto konzipiert, ist keine Ableitung eines bestehenden Modells. Revolutionär macht den BMW aber erst seine Karosserie aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Auf die Besonderheit des Konzepts weist schon das außergewöhnliche Design hin - und der Verzicht auf B-Säulen sowie die gegenläufig öffnenden Fondtüren. Diese bieten zwar den gewissen Aha-Effekt, erschweren aber den Einstieg nach hinten enorm.

Anders als die weit verbreiteten Antriebe mit einem synchron laufenden Elektromotor und Permanentmagneten nutzt das Triebwerk im BMW i3 den sogenannten Selbstmagnetisierungseffekt von Reluktanzmotoren als zusätzliche Kraftquelle aus. So bleibt das elektromechanische Kraftfeld konstant - und auch der Schub bis zum Maximaltempo. Damit gehört der i3-Antrieb zu den besten Elektromotoren überhaupt.

Ist der BMW i3 sein Geld wert?

Mit seinem hohen Preis von rund 35.000 Euro liegt der BMW i3 auf dem Niveau des fürs Frühjahr 2014 angekündigten VW E-Golf. Wer den Elektro-BMW mit Range Extender ordert, zahlt rund 39.500 Euro und kommt damit in den Bereich eines deutlich geräumigeren Opel Ampera (ab 38.300 Euro). Was der BMW i3 den übrigen E-Autos voraus hat: Er tritt deutlich moderner auf, verwendet natürliche Materialien wie Hanf im Innenraum, daneben allerdings auch billig wirkenden Hartkunststoff. Die Verarbeitung selbst ist gut.

Wie groß ist die Reichweite?

Unter guten Bedingungen soll der BMW i3 bis zu 160 Kilometer weit kommen. Diese herrschten zum Zeitpunkt des Tests bei Temperaturen zwischen drei und sechs Grad allerdings nicht. Schon die Heizung saugt jede Menge Energie, ganz zu schweigen von der Klimaanlage - man benötigt sie im Winter, um die Scheiben beschlagfrei zu halten.

Auf der sehr verhalten gefahrenen Elektrorunde von auto motor und sport mit langem Rekuperationsanteil kommt der Stromer 148 Kilometer weit. Umgerechnet entspricht das einem CO2-Ausstoß von 80 g/km. Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, schafft nicht einmal 100 Kilometer, was alles andere als revolutionär ist.

Wie funktioniert das Laden im BMW i3?

Das mitgelieferte Ladekabel passt in eine normale 230-Volt-Steckdose. Bei zehn Ampere lädt der BMW i3 in rund acht Stunden voll. In unter fünf Stunden schafft es die sogenannte Wallbox; sie kostet 895 Euro, wird vom Fachmann für 599 Euro installiert und lässt bis zu 20 Ampere zu. Für zusätzlich 1.590 Euro gibt es die Schnelllade-Option: Man kann damit seinen BMW i3 in 20 Minuten zu 80 Prozent an einer der seltenen öffentlichen CCS-Gleichstrom-Ladesäulen füllen. Zum Glück können die Zeiten hierfür so programmiert werden, dass der i3-Besitzer bei niedrigen Stromtarifen spart.

Wie lange hält der Akku des BMW i3?

Ob Lithium-Ionen-Akkus keinen Memory-Effekt haben, ist strittig. Fest steht allerdings, dass sie mit den Jahren altern. Außerdem stresst es die Batterie, lange mit vollem Ladestand bei hohen Temperaturen zu verharren. BMW garantiert 100.000 km auf den Akku, was rund 600 vollen Ladezyklen entspricht. Danach müsste man sie bei einem Ausfall für einen vierstelligen Euro-Betrag nachkaufen - das wird Zweit- und Dritteigentümer hart treffen.

Was bringt der Range Extender im BMW i3?

Für 4.500 Euro gibt es zusätzlich einen Zweizylinder-Benziner mit 34 PS. Diese Leistung reicht aus, um den BMW i3 auf ebener Strecke auf exakt 150 km/h zu halten. Er versorgt als eine Art Notstromaggregat den E-Antrieb. Somit wird der BMW i3 zum seriellen Hybrid. Die neun Liter Tankinhalt sollen die theoretische Reichweite um über 100 auf 300 km verlängern, wobei der Verbrenner dann rund sieben Liter pro 100 km verbrauchen dürfte.

Damit liegt der auf statistischer Basis ermittelte direkte Kohlendioxid-Ausstoß des BMW i3 im Schnitt bei 13 g CO2/km. Wer jedoch bei leerem Akku längere Autobahnstrecken fahren will, muss sich auf viele Tankstopps und einen dramatisch höheren CO2-Ausstoß einstellen. Genaue Daten wird hier erst ein Test liefern.

Wie crashsicher ist der i3?

Bei Euro NCAP erhält der i3 vier von fünf Sternen. Kritisiert wurden der fehlende Gurtpiepser sowie der Fußgängerschutz. BMW verweist nun darauf, dass der BMW i3 mit Fußgänger-Erkennung inklusive Notbremsfunktion Kollisionen bereits verhindere. Allerdings kostet diese Technik Aufpreis. Beim Insassenschutz dagegen erhält er dank seiner extrem steifen Karbon-Karosserie Bestnoten. Der Lithium-Ionen-Akku ist in einer festen Metallbox untergebracht und trennt sich beim Unfall sofort von der Versorgung, um einen Brand zu verhindern.

Wie nachhaltig ist der BMW i3?

Der TÜV Süd bestätigt, dass die Produktion eines BMW i3 zwischen 30 und 50 Prozent weniger klimawirksame Emissionen ausstößt als die eines konventionellen Modells. Die Energie zur Herstellung von Kohlefasern im amerikanischen Werk Moses Lake wird zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnen. Zudem besteht das Chassis jetzt schon zu zehn Prozent aus recycelten Karbonfasern. Der Strom für die Herstellung im Werk Leipzig stammt aus regenerativen Quellen - es wurde eine Windkraftanlage auf dem Werksgelände installiert.

Für wen lohnt sich der i3?

Reine Energiekosten von durchschnittlich 5,86 Euro auf 100 Kilometer klingen nach einem Sparmobil, verraten aber nur die halbe Wahrheit: Sein hoher Preis schränkt die Käuferschicht des BMW i3 auf eine solvente Klientel ein, die ihn kaum als Erstwagen nutzen wird. Seine Vorteile spielt der BMW vor allem im urbanen Verkehr mit hohem Rekuperationsanteil aus.

Somit dürfte der E-Wagen vor allem gut verdienende Städter ansprechen, welche häufig mobile Umwelttechnik als Statussysmbol deuten. Auf diesem Wege wird BMW wohl eine neue Zielgruppe fürs E-Auto begeistern. Wenn man so will, haben sich die Entwicklungskosten schon dafür gelohnt.

Wie teuer ist der i3 im Leasing?

Bei den Betriebskosten ist der Elektro-BMW günstig: Bei Steuer, Verbrauch, Wartung und Versicherung schlägt der BMW i3 ohne Range Extender mit nur 63 Euro im Monat zu Buche. Zum Vergleich: Der sparsame BMW 116d Efficient Dynamics kostet mit 99 Euro genau 57 Prozent mehr im Monat. Selbst in der Range Extender-Ausführung ist der BMW i3 noch rund 40 Prozent günstiger.

Das Ganze ändert sich, sobald die Finanzierungskosten mit in die Rechnung einfließen. Geht man von einem BMW-Leasing über drei Jahre aus (Anzahlung: 20 Prozent, Jahresfahrleistung: 10.000 km), dann ist der 116d Efficient Dynamics jährlich fast 1.500 Euro in den Gesamtkosten (3.865 Euro) günstiger. Fast 2.200 Euro beträgt der Unterschied gegenüber dem 116d per annum, wenn der BMW i3 mit Range Extender geordert wird.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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