Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Enfield 8000 mit über 800 PS

Elektro-Flitzer schneller als Sportwagen-Elite

Enfield 8000 - Elektroauto - E-Auto Foto: Julian Hunt 19 Bilder

Lamborghini Aventador SV, Porsche 911 GT3 RS, Ferrari F12: Alle extrem leistungsstark, aber alle langsamer als der Enfield 8000. Ein Autojournalist hat das englische Elektroauto der 1970er zu einer Sprintmaschine mit über 800 PS umgerüstet – und einen Rekord damit eingefahren.

21.07.2016 Andreas Haupt 1 Kommentar Powered by

6 kW Leistung (8,15 PS), über 70 km/h Höchstgeschwindigkeit, über 64 Kilometer Reichweite und ein Gewicht von unter einer Tonne: Das sind die Eckdaten des Enfield 8000 – produziert von Enfield Automotive auf der Isle of Wight zwischen 1973 und 1977. Ein Elektroauto rein für die Stadt.

1.626 Nm im Enfield 8000

Die Beschleunigung? Ein Witz. Das nur 2,8 Meter lange E-Auto beschleunigte in 12,5 Sekunden auf … ja auf … nicht 100 Sachen, sondern maximal 30 Meilen pro Stunde. Das entspricht nicht mal 50 km/h. Und trotzdem ist der Enfield 8000 das schnellste straßenzugelassene Elektroauto der Welt. Wie das zusammen passt? Tuning heißt das Zauberwort, das aus so manchem Schlaffi schon einen irren Potenzbolzen gemacht hat.

Autojournalist Jonny Smith nahm sich vor vier Jahren einem Enfield 8000 an. Das E-Auto war gekennzeichnet von Hochwasser-Schäden. Smith päppelte es auf, und rüstete den britischen Kleinwagen zum Rekordfahrzeug um. Das 8-PS-Motörchen ersetzen zwei E-Aggregate, die zusammen mehr als 800 PS leisten. Damit übertrifft der Elektro-Floh im Prinzip schon fast alle modernen Sportwagen, die auf Verbrennungsmotoren setzen. Ein Getriebe gibt es nicht. Die Leistung und das horrende Drehmoment von 1.626 Nm prasseln ohne Schaltumwege direkt auf die angetriebene Hinterachse ein.

Die Power beziehen die Elektromotoren aus vier Lithium-Ionen-Batteriepaketen. Drei davon sind unter der Motorhaube verstaut, eines im Kofferraum. Die Stromstärke wird mit 2.000 Ampere angegeben. Zum Vergleich: In der Ur-Version, ausgestattet mit Blei-Säure-Batterien, lag sie bei 150. Die elektrische Spannung beträgt im getunten E-Auto 400 Volt.

Enfield 8000 - Elektroauto - E-AutoFoto: Jonny Smith
Die Power beziehen die Elektromotoren aus vier Lithium-Ionen-Batteriepaketen. Drei davon sind unter der Motorhaube verstaut, eines im Kofferraum.

In unter drei Sekunden auf 60 mp/h

Das Hochleistungsnetz beflügelt den Enstone 8000 zu einer Spurtzeit von unter drei Sekunden auf 60 Meilen pro Stunde (rund 96 km/h). Das ist das Niveau eines Ferrari LaFerrari. Auf 180 Sachen soll der E-Flitzer in sechs Sekunden sprinten. Da können Kaliber vom Schlag Lamborghini Aventador SV, Porsche 911 GT3 RS, Ferrari F12 nicht mithalten. Der SV braucht zum Beispiel 7,6 Sekunden (zum Test), um auf 180 km/h zu kommen.

Auf dem Santa Pod Raceway in England radierte der High-End-Enfield in 9,86 Sekunden über die Viertelmeile (402,34 m). Das ist ein neuer Rekord für E-Autos. Smith unterbot einen ebenfalls aufgemotzten und zum E-Auto konvertierten Datsun. Trotz seiner übermäßigen Leistung hat der E-Renner mit einem Radstand von 177 Zentimetern seine Straßenzulassung behalten. „Das Auto rutscht nie aus der Komfort-Zone. Um ehrlich zu sein, habe ich den Tacho abgekoppelt, und fahre das Auto nur nach Gefühl. Du vergisst ziemlich schnell, wie klein das Auto eigentlich ist, sobald die Ampel auf Grün springt. Das sofort einsetzende Drehmoment der Elektromotoren ist etwas, das ich in 15 Jahren noch nie erlebt habe“, sagt Smith.

Der originale Enfield 8000 baut auf einem Gitterrohrrahmen aus Stahl auf, der mit Alu-Karosserieteilen beplankt ist. Bei den Umbauten rüstete Smith das E-Auto mit neuen Alu-Schwellern und Stoßfängern aus Fiberglas aus. Die Fenster sind aus Kunststoff. Ein Überrollbügel wurde mit dem Original-Chassis verschweißt. Smith überarbeitete auch die Aufhängungen sowie die Bremsen und steckte dem Enfield 8000 neue Reifen auf.

Neuester Kommentar

Vielleicht sollten Sie ihrem Andreas Haupt mal einen Deutschkurs spendieren. "Powervoll" (Im McLaren F1 Artikel) und "hohrend" ( meint er ev. "horrend"?) ist wirklich unterste Schublade für einen Journalisten und macht sicher keine Werbung für die Printausgabe.

marcomotion 21. Juli 2016, 20:02 Uhr
Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk