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Entwicklungsminister Niebel

Biosprit-Quote abschaffen

Traktoren, Biosprit, Anlage Foto: Archiv

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) fordert die Abschaffung der Beimischungsquoten für Biosprit in Deutschland und will künftig nur noch Pflanzen, die ungenießbar sind, für die Spritproduktion zulassen.

10.01.2013 auto motor und sport

In auto motor und sport erneuert Niebel zudem die Forderung nach einem Verkaufsstopp für E10-Kraftstoff. "Wir sollten schneller handeln und vorerst den Verkauf von E10 insgesamt  aussetzen", so Niebel. "Nicht, weil wir damit auf einen Schlag das Hungerproblem in der Welt lösen, sondern weil wir damit dazu beitragen, eines der Probleme zu verkleinern, die den Hunger in der Welt vergrößern."

Vorrang für Nahrungsmittel

Der Nahrungsmittelproduktion müsse eindeutig der Vorrang vor dem Anbau von Energiepflanzen eingeräumt werden, so der Minister. "Das heißt auch: weg von starren Beimischungsquoten, wie sie derzeit in Deutschland gelten." Diese erhöhten die Nachfrage nach Energiepflanzen und sorgten damit für steigende Preise. "Starre Beimischungsquoten wie in Deutschland sorgen für eine künstlich erhöhte Nachfrage nach Biosprit", kritisiert Niebel. "Dabei dürfen wir nicht so tun, als seien wir in Sachen Biokraftstoffe in Deutschland und in Europa quasi autark – so wie es die Erzeuger gerne suggerieren wollen, um damit den Einfluss auf den weltweiten Markt kleinzureden", so Niebel. "Auch wenn man die Pflanzen gar nicht essen kann, die für die Spritproduktion genutzt werden: Wo Energiepflanzen wachsen, da fallen Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln weg - und das wirkt sich auf die Preise aus."

Deshalb sollten nur noch ungenießbare Pflanzen zu Kraftstoffen verarbeitet werden. "Dass das geht, zeigen erste vielversprechende Ansätze für Biokraftstoffe der zweiten Generation aus Abfall, Algen, Stroh oder Holzresten", erklärt Dirk Niebel." Das heißt: Nur ungenießbare Pflanzenteile fließen in die Treibstoffproduktion.

Bauernverband: Argumentation ist populistisch

Der Bauernverband hält die Pläne der EU-Kommission und von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel nicht für umsetzbar, in Zukunft Biokraftstoffe vor allem aus Abfallstoffen, Holz und Pflanzenresten zu erzeugen. "Die Wende der Brüsseler EU-Kommission hin zu Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen stellt derzeit keine umsetzbare Lösung dar", schreibt Verbandspräsident Joachim Rukwied in  auto motor und sport. "Reststoffe sind nicht im notwendigen Ausmaß verfügbar. Synthetische Kraftstoffe etwa aus Stroh stecken noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium."

Minister Niebel wirft Rukwied wegen der Debatte um Teller und Tank Populismus vor. "Die Nahrungsmittelerzeugung muss und wird auch Vorrang behalten. Es ist aber populistisch zu behaupten, durch eine Abschaffung von E10 in Deutschland oder Europa könne der Hunger in Afrika bekämpft werden." Der Anbau von Raps zeige, dass "Teller und Tank" gleichzeitig machbar seien. So falle "bei der Biodiesel-Erzeugung aus Raps im Produktionsprozess zusätzlich so viel Rapsschrot an, dass es zwei Millionen Tonnen Importe an Sojaschrot-Futter für die Tierhaltung ersetzt. Wir können also beides miteinander verbinden: Teller und Tank."

Die Bauern in Europa könnten garantieren, dass biologische Kraftstoffe nachhaltig erzeugt werden. "Die europäische Landwirtschaft garantiert über die Nachhaltigkeitszertifizierung, dass Biokraftstoffe ohne Raubbau an den natürlichen Ressourcen und in einer ordentlichen Fruchtfolge erzeugt werden. Um illegale Waldrodungen in Ländern außerhalb der EU zu verhindern, ist die EU gefordert, dies bei Verhandlungen auszuschließen." Laut Rukwied gibt es schon Palmöl aus Südostasien, dass als "Reststoff" deklariert werde. "Wer mag garantieren, dass dieser Reststoff nicht erst für den Export nach Europa ,produziert’ wurde?"

Themen in auto motor und sport, Heft 2/2013, das ab 10.1. im Handel ist:

  • 15 neue VW bis 2015: von Tiguan bis Passat
  • Sportliche Kompakte: Mercedes A-Klasse gegen Seat Leon FR
  • Diesel-Power-Extrem: Porsche Cayenne Diesel S gegen BMW X5 M50d
  • Mazda 6 Kombi im Test
  • Ultimative Supersportler: Pagani Huayra gegen Ferrari F12 Berlinetta
  • Erster Vergleich: Skoda Octavia gegen Ford Focus, Opel Astra und Hyundai i30
  • Kaufberatung: Vans und Kombis bis 37.000 Euro

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