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Enzo Ferrari

Der Alte

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Enzo Ferrari - was für ein Mythos: In den zwanziger Jahren bestritt er im Alfa Romeo Rennen, dann gründete er die Scuderia Ferrari, nach dem Krieg erschienen seine ersten Rennwagen mit Zwölfzylinder.

01.02.2009 Adriano Cimarosti Powered by

Als er mit 90 Jahren in Modena starb, war man sich darin einig, dass die wohl markanteste Figur in der Rennsportgeschichte abgetreten war. Motor Klassik-Mitarbeiter Adriano Cimarosti über seine verschiedenen Begegnungen mit dem Commendatore.

Es war im Dezember 1961, als ich als 24-Jähriger - seit einem halben Jahr Sportredakteur der Schweizer "Automobil Revue" - nach Maranello geschickt wurde, denn wir hatten vor, in der Jahresausgabe 1962 eine Ferrari-Story zu bringen. Mit einem Fiat 1500 machte ich mich auf in Richtung Süden, in Mailand stieg unser Italien-Korrespondent Pratolongo, Redakteur bei "Auto Italiana", hinzu

Zur vereinbarten Zeit fuhren wir in Maranello im Hof des Ferrari-Werkes vor. Sogleich tauchte ein uniformierter Pförtner mit einem Cavallino an der Mütze auf und ließ uns ein. Man kam in einen schlichten Warteraum, dem Vorzimmer zum Büro des Commendatore. Nach einer halben Stunde kam Pressechef Dottore Franco Gozzi vorbei, begrüßte uns kurz und ließ uns wissen, dass uns der Commendatore demnächst empfangen werde.

Ich fühlte mich ganz klein

Jetzt saßen wir also zu dritt im Wartezimmer vor dem Büro des weltweit bewunderten Commendatore. Als ganz junger Journalist, den man überhaupt nicht kannte, kam ich mir in diesem Kulttempel des Vollblutautomobils besonders klein vor. Ich beim berühmten Mann aus Maranello. Warum war ich eigentlich da? Ach ja, eine Story über Ferrari sollte ich für die nächste Jahresausgabe schreiben. Plötzlich öffnete sich die Tür, und Enzo Ferrari stand vor uns. Wahrlich eine imposante Erscheinung, groß gewachsen, mit markanter Nase, ergrautem Haar und sonorer Stimme.

Er bat uns herein in sein Büro, das so schlicht war wie der Wartesaal eines kleinen Bahnhofes in der Provinz. Ein Pult für den Chef, ein Telefonapparat, an der Wand noch ein Tisch, einige Stühle, das war schon alles.

Mit einem Plus im Rücken

Mir wurde erst später bewusst, dass ich bei Ferrari ein wesentliches Plus mitbrachte. Unsere Zeitung, die Schweizer "Automobil Revue", stand bei ihm sehr hoch im Kurs, obwohl er kein Deutsch verstand: Aber unsere französischsprachige Ausgabe "Revue Automobile" schaute er sich regelmäßig an, hatte uns Gozzi später verraten. Irgendwie musste der damalige Chefredakteur unseres Blattes, Robert Braunschweig, beim Commendatore einen großen Eindruck von Seriosität und beruflichem Engagement hinterlassen haben - insbesondere in den allerersten Jahren des emilianischen Hauses, von 1947 bis 1950, als bei uns schon regelmäßig über die kleine, aber sehr prominente Marke Ferrari berichtet wurde.

Enzo Ferrari - ein freundlicher Mann

Eigentlich wusste ich schon ziemlich viel über Ferrari, für meine Story fehlten nur wenige Punkte. Und Enzo Ferrari war äußerst freundlich, beantwortete alle Fragen und sagte mir noch, ich solle Robert Braunschweig grüßen. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Auf der Via Emilia Ovest, der Hauptstraße, die am Werk von Maranello vorbeiführt, bestiegen wir wieder unseren Fiat 1500.

Als man Enzo Ferrari nach ein paar Monaten die Belegnummer mit der Ferrari-Story schickte, bedankte er sich mit ein paar netten Zeilen. Überhaupt antwortete Enzo Ferrari immer, wenn man ihm die Zeitung mit der Reportage eines seiner Autos zukommen ließ.

Als ich ein paar Jahre danach den Briten Colin Chapman in einem Brief einige Fragen zu einer Geschichte für die Katalognummer von 1964 stellte, bekam ich nie eine Antwort. Meine Lotus-Story erschien dennoch.

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