Zwar ist der VW Passat noch mit der alten Karosserie unterwegs, unter dem Blechkleid wird jedoch die neue Technik bereits erprobt. Denn der VW Passat wird vermutlich ab 2014 auf den Markt kommen und mit dem modularen Querbaukasten ausgerüstet sein. Dieser erlaubt dem Mittelklasse-Modell unter anderem einen längeren Radstand, der den Insassen zu Gute kommen wird. Auch rückt die Position des Motors weiter zurück, wodurch nicht nur die Überhänge vorne kleiner ausfallen, auch die Kopflastigkeit des Passats wird reduziert.
Während der VW Passat bei der letzten Neuauflage im Oktober 2010 eigentlich nicht mehr als ein sehr umfangreiches Facelift erhielt, wird bei der nächsten Generation alles neu.
Umfangreichere Serienausstattung für VW Passat
So sollen bislang aufpreispflichtige Extras wie etwa das große Farbdisplay für das Navi oder ein spritsparendes Start-Stopp-System bereits zum Serienumfang gehören. Das gilt auch für die Verbindung von Handys oder MP3-Playern mit dem Auto. Mit dem modularen Querbaukasten verliert der VW Passat zudem einige Kilos und dürfte in der Basisversion unter 1.400 Kilogramm bleiben.
Da Dieselmotoren beim VW Passat in Deutschland die zentrale Rolle spielen werden drei von vier Autos von einem Selbstzünder angetrieben. VW will schon bei der Einführung des neuen Modells nur noch Diesel mit SCR-Technik anbieten, die die strenge Abgasnorm Euro 6 erfüllen, die ab 2015 Pflicht wird. Bislang schafft das nur der Zweiliter als Blue TDI.
Auch bei den Benzinern stehen Veränderungen an. Die TSI-Aggregate werden im Verbrauch weiter optimiert und bekommen Zylinderabschaltung. Um den Verbrauch zu senken, werden zwei der vier Zylinder nicht mit Benzin versorgt, wenn der Motor nur gering gefordert ist. Diese Technik hält bereits im Frühjahr 2012 in den Modellen Polo und Golf mit 1.4 TSI-Motor Einzug.
VW Passat als Plug-In-Hybrid
Ob der bis dato letzte Saugmotor, ein 3,6-Liter-V6, im Programm verbleibt, ist noch nicht entschieden. Er könnte durch einen vergleichbar starken 2,5-Liter-Fünfzylinder mit Turboaufladung und Direkteinspritzung ersetzt werden, aber für dieses Projekt gibt es noch keinen Beschluss.
Sicher ist dagegen die Einführung eines Plug-in-Hybrids, der es auf eine Systemleistung von bis zu 170 PS bringen soll. Die Lithium-Ionen-Batterie ermöglicht bis zu 50 Kilometer elektrisches Fahren. VW will damit eventuellen Fahrverboten für Autos mit Verbrennungsmotor in europäischen oder chinesischen Metropolen begegnen. Der Hybrid mit 1.4 TSI-Motor soll nur rund 100 Kilogramm schwerer sein als ein herkömmlicher Benziner.
Mit rund einer Million Einheiten (inklusive Santana) ist die Passat-Baureihe noch vor dem Golf die weltweit meistverkaufte von VW. Mit dem neuen Modell soll diese Vormachtstellung ausgebaut werden. Ganz abgesehen davon, dass der modulare Querbaukasten auch noch viel Geld einspart.
Neuer VW-Offroader für USABei den US-Versionen von Jetta und Passat hat sich VW für eine technisch einfachere Version der in Europa bekannten Modelle entschieden. Um den in den USA günstigen Limousinen von Toyota, Nissan und Hyundai preislich Paroli bieten zu können, wurde unter anderem auf die aufwendige Multilenker-Hinterachse verzichtet.
Doch inwieweit lässt sich dieses Konzept auch auf andere Fahrzeuge übertragen? Schon bei der Einführung des Pickup Amarok im Jahr 2010 wurde bei VW diskutiert, von dem Offroader mit technisch simplem Leiterrahmen und Blattfedern auch eine geschlossene Version anzubieten. Bis heute ist diese Frage unbeantwortet. Blickt man nur auf den US-Markt, wäre ein solches Fahrzeug sicher sinnvoll, denn derzeit wird dieses Segment von den US-Herstellern sowie den japanischen Marken Toyota und Nissan mit technisch simpel gestrickten Modellen beherrscht.
Touareg als Basis teurerDoch VW will einen großen SUV oberhalb des Touareg auch in Europa und anderen Weltmärkten anbieten, in denen der Anspruch an den Fahrkomfort höher ist. Alternativ wird deshalb diskutiert, ob ein solches Fahrzeug besser auf Komponenten des künftigen VW Tiguan basieren sollte. Diese aufwendigere Lösung würde zwar den Kaufpreis in die Höhe treiben, könnte aber auch den anspruchsvollen Europäern schmackhaft gemacht werden.
Gegen einen großen SUV auf der technisch simplen Amarok-Basis spricht zudem, dass die Marke VW international ihre hohe Reputation in Sachen Qualität und Komfort verteidigen muss. In Wolfsburg beobachtet man deshalb ganz genau, wie aufwendig die nächsten großen SUV vor allem der asiatischen Konkurrenz konzipiert werden.






