Es gibt so Tage, da wünscht man sich, man wäre ganz alleine auf der Welt. Keine Fotografen weit und breit und auch eigentlich keine Kollegen.
Auch professionelle Testfahrer sind auf der härtesten Rennstrecke der Welt - dem Nürburgring - nicht vor Abflügen gefeit. Im aktuellen Fall hat es den Fahrer des Range Rover Sport erwischt. Er flog auf der Brücke im Streckenabschnitt Breidscheid, der tiefsten Stelle des Nürburgrings, mit seinem Prototypen ab und schlug rechts in die Mauer ein. Unverletzt konnte der Fahrer sein Arbeitsgerät verlassen, er hinterließ jedoch einen Totalschaden. Beim Range Rover Sport wurden auf der Beifahrerseite beide Räder abgerissen. Jede Menge Flüssigkeiten ergossen sich über die Strecke, so dass der Nürburgring für kurze Zeit komplett gesperrt werden musste. Per Huckepack wurde der Havarist abtransportiert.
Erst vor wenigen Monaten wurde unser Erlkönig-Fotograf Zeuge eines anderen spektakulären Abflugs. In der Hauptrolle: Ein Mercedes SLS AMG Black Series-Prototyp. Wie durch ein Wunder wurde dabei niemand verletzt. Fahrer und Beifahrer (beides Testfahrer) konnten sich frühzeitig aus dem Prototyp retten. Der Supersportler hingegen brannte nahezu bis auf das Grundgerüst ab, obwohl die Rettungskräfte mit schwerem Gerät zum Einsatz anrückten.
BMW X5 fährt HuckepackAber auch Konkurrent BMW musste Verlust auf dem Nürburgring melden. Die neue Generation des BMW X5 konnte nicht mehr aus eigener Kraft seine Runde auf dem Nürburgring beenden - stattdessen ging es Huckepack ins BMW Testcenter zurück. Trotz aller Bemühungen der Mechaniker wollte der BMW X5 einfach nicht mehr anspringen, daher musste der tonnenschwere SUV per Hand in die Werkstatt bewegt werden.
Porsche 911: "Einschlag" in die SchneeweheGerettet wurde Anfang des Jahres auch der Fahrer des neuen Porsche 911. Mit Schnee und Glatteis ist im schwedischen Aerjeplogden Anfang Januar durchaus zu rechnen, blöd nur, wenn die Einfahrt zum eigenen Porsche-Icetrack in erster Linie weiß ist - genauso weiß, wie die Umgebung. Die Folge: Einfahrt verpasst und "Einschlag" in die Schneewehe.
"Mann, ist das peinlich!""Scheiße!", so der Fahrer zu unserem Erlkönig-Fotografen. "Ich bin gestern erst angekommen und heute zum ersten Mal hier mit dem Auto unterwegs. Ich kenne mich hier noch nicht so gut aus und wusste nicht so genau, wo ich zu unserer Teststrecke abbiegen muss. Wenn das die Kollegen sehen, dann lachen die mich aus. Mann, was ist das peinlich."
Und genau das taten dann seine Kollegen auch, die wenige Minuten später in zwei Porsche GT3 RS auftauchten. Immerhin, zwischen zwei Lachanfällen haben sie noch ein Bergemobil organisiert, geholfen wurde dem gestrandeten Kollegen aber nicht.
Rückblick:
Audi R8 E-Tron: Dreher im Pflanzgarten, Einschlag in die Leitplanke, Aufhängung gebrochen, Huckpack zurück in die Werkstatt, Fahrer wohlauf.
BMW M6: Langstreckenerprobung, Abflug in der Fuchsrühre nach 292 von 300 Runde, Fahrer unverletzt, Bergung per Gabelstapler.
BMW M6: Abflug in der Nähe des Galgenkopfs, Leitplanke : BMW = 1 : 0.
Erlkönige an Leitplanken und auf Baggern
Unser Erlkönig-Jäger konnte die Rettungsaktion dokumentieren und hat für uns in seinem Archiv nach weiteren Havaristen gefahndet. Zum Vorschein kamen Autos in Gräben, auf Baggern, an Leitplanken und in Schneewehen - und alles verlief glimpflich, so wie es bei Profis sein sollte.






