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Erlkönige auf Abwegen

Pleiten, Pech und Pannen

Erlkönig Mercedes-AMG E63 Foto: Stefan Baldauf 167 Bilder

Der Job des Testfahrers ist voller Gefahren. Schnee, Hitze, Highspeed und immer auf der Hut, mit dem Prototypen nicht von einem Erlkönig-Jäger erwischt zu werden.

24.06.2016 Holger Wittich

Havarierter Mercedes-AMG E 63

So ein Auto muss fahren, das ist der Sinn einer Erprobungsfahrt. Wenn dabei was kaputt geht, auch gut, passiert das wenigstens nicht beim Kunden. Die beiden Testfahrer mussten ihren Mercedes-AMG E63 mit Motorproblemen an einer Kreuzung abstellen – nichts ging mehr. Außer beim Fotografen. Der hatte genug Zeit, den Havaristen von allen Seiten zu fotografieren. Die eilig herbei geholte Hilfe kam dann auch – irgendwann.

Camaro knutscht Leitplanke

Chevrolet erprobt auf der Nordschleife die ganz heiße Version des neuen Camaro – den Z/28, der speziell für den Rundstreckeneinsatz abgestimmt wird. Aber auch alle Renngene schützen nicht vor Fahrfehlern. Eine kleine Unachtsamkeit und schon ging es im Adenauer Forst ab in die Leitplanke. Außer Blechschaden und einem angekratzen Fahrer-Ego gab es hierbei allerdings nichts zu beklagen.

Mini macht Sachen

Gerade eben erst wurde das neue Mini Cooper Cabrio präsentiert, da erreichen uns Bilder von der Testfahrt, wo sich der Kleine nicht ganz so brav benimmt. Tatort: Nürburgring, erste Kurve. Tatwerkzeug Mini Cabrio mit kalten Reifen. Tathergang: Übersteuern. Täter: Testfahrer von Mini. Zeugen: Erlkönig-Fotograf von auto motor und sport. Geschädigte: Selbstbewusstsein.

BMW trifft Polizei

Eigentlich wollte der BMW-Testfahrer mit seinem BMW 7er-Erlkönig die Samstag-Nacht (28.3.) nutzen, um kamerabasierte Fahrerassistenzsysteme zu testen – im wahrsten Sinne des Wortes kam ihm dabei die Polizei dazwischen. Die Bilanz der Testfahrt, nach Angaben der Stuttgarter Nachrichten: 150.000 Euro Sachschaden und leider auch 3 leicht verletzte Polizisten.

Was war passiert: Der 42 Jahre alte Testfahrer fuhr bei Grün über die Ampel einer großen Kreuzung in Stuttgart, als wohl gleichzeitig von links ein Mercedes Sprinter mit Blaulicht und Martinshorn in die Kreuzung einfuhr. Der 30-jährige Polizist hat den BMW wohl nicht bemerkt, so erging es offensichtlich auch dem  BMW-Fahrer und seinem Assistenzsystem, das Einsatzfahrzeug bleib unentdeckt – bis zum Aufeinandertreffen. Dabei wurde der Polizei-Mercedes mit 2 weiteren Polizisten an Bord gegen den Bordstein gedrückt und kippt anschließen um. Nach Angaben von BMW gegenüber den Stuttgarter Nachrichten, blieb der Testfahrer unverletzt. Was man von seinem Arbeitsgerät nicht gerade behaupten kann. Die Schuldfrage soll nun ein Gutachter klären.

Ironie am Rande, auf der der Abdeckfolie, die den Erlkönig während der Ermittlungen bedeckte, war auch gleich die Rücksende-Adresse vermerkt: „Eigentum BMW AG Versuchsfahrzeugbau Rücksendung bitte an ...“

Erlkönig Honda NSX
Erlkönig Honda NSX auf Testfahrt 1:28 Min.

Erlkönig Honda NSX brennt völlig aus

Und dann gibt es so Tage, da wünscht man sich, man wäre ganz alleine auf der Welt. Alleine mit sich, seinem brennenden Sportwagen und vielleicht noch ein paar helfenden Händen. Ganz sicher wünscht man sich keinen Fotografen, doch unser Erlkönig-Jäger ist fast immer zur Stelle, wenn es am Ring heiß hergeht – in diesem Fall sogar wortwörtlich. Denn gegen Donnerstagmittag (24.07.2014) stellte die Besatzung des Honda NSX ihr Arbeitgerät nach der 2. Sprungkuppe im Bereich Pflanzgarten ab – soweit nicht so spektakulär.

Doch kaum stand der Hybrid-Renner, schlugen aus dem Heckbereich in dem sich die Batterie, der V6 und ein E-Motor befinden, die Flammen. Auch der Versuch mit einem Bordfeuerlöscher die Tragödie zu verhindern, scheiterte. So blieb den beiden Piloten nichts weiter übrig, als auf die E-Unit des Nürburgrings zu warten, während der NSX in Windeseile ein Raub der Flammen wurde. Am Heck schmolzen Scheibe und Schürzen, zwei Explosionen der Hochvoltbatterien begleiteten das komplette Ausbrennen. Für die unverletzten Fahrer hieß das vorzeitiger Feuer... ähhh Feierabend.

Rückblick:

Porsche 911 Turbo: Nürburgring, Leitplanke geküsst. Fahrer unverletzt.

BMW i8: Abflug in den Graben, kein Abschlepphaken, Bagger muss helfen.

BMW 7er Plugin-Hybrid: Panne auf der Straße, warten auf den Abschlepper.

Mercedes C-Klasse: Crash ausgerechnet vor dem auto motor und sport-Gebäude in Stuttgart. Also raus und Bilder machen.

Audi S1: Treffpunkt Schneewehe nach Flucht.

BMW M3: Abflug Metzgesfeld. Prototyp nicht mehr fahrbereit, Fahrer unverletzt.

Range Rover Sport: Abflug im Streckenabschnitt Breidscheid und schlug rechts in die Mauer ein. Totalschaden, beide Räder abgerissen, Fahrer unverletzt. Huckpack zurück zum Start.

Mercedes SLS AMG Black Series: Abflug – machte auf den Ring seinem Namen Ehre und brannte kurzerhand in einer schwarzen Wolke bis aufs Grundgerüst ab. Fahrer und Beifahrer (beides Testfahrer) konnten sich frühzeitig aus dem Prototyp retten.

BMW X5: Nürburgring-Havarie. Rückkehr Huckepack ins BMW Testcenter.Porsche 911: Porsche-Icetrack-Einfahrt verpasst, Schneewehe geküsst. „Scheiße“, sagt der Fahrer. Wenn das die Kollegen sehen, dann lachen die mich aus. Mann, was ist das peinlich.„ Zwischen zwei Lachanfällen wird der Kollege dann doch gerettet.

Audi R8 E-Tron: Dreher im Pflanzgarten, Einschlag in die Leitplanke, Aufhängung gebrochen, Huckpack zurück in die Werkstatt, Fahrer wohlauf.

BMW M6: Langstreckenerprobung, Abflug in der Fuchsrühre nach 292 von 300 Runde, Fahrer unverletzt, Bergung per Gabelstapler.

BMW M6: Abflug in der Nähe des Galgenkopfs, Leitplanke : BMW = 1 : 0.

Erlkönige an Leitplanken und auf Baggern

Unser Erlkönig-Jäger konnte die Rettungsaktionen dokumentieren und hat für uns in seinem Archiv nach weiteren Havaristen gefahndet. Zum Vorschein kamen Autos in Gräben, auf Baggern, an Leitplanken und in Schneewehen – und alles verlief glimpflich, so wie es bei Profis sein sollte.

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