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Erster Vergleich der SUV-Konzernbrüder

Ist der Kodiaq der bessere Tiguan?

VW Tiguan - SUV - Skoda Kodiaq Foto: Beate Jeske 33 Bilder

Bislang hatte Skoda als SUV nur den kleinen Yeti im Programm. Mit dem Kodiaq baut die tschechische VW-Tochter jetzt auch eine 4,70 Meter lange Alternative mit bis zu sieben Sitzen. Mit mehr Platz und günstigen Preisen wird er möglicherweise selbst für den VW Tiguan gefährlich.

15.09.2016 Andreas Haupt, Peter Wolkenstein Powered by

Als Vision S genanntes Concept-Car macht der Kodiaq bereits seit dessen Premiere im Frühjahr all jenen Appetit, die sich von Skoda vor allem einen größeren und geräumigeren SUV als den schon etwas betagten Yeti wünschen. Jetzt haben die Tschechen endlich die Serienausführung enthüllt, die sich – keine große Überraschung – nur in Details von der Studie unterscheidet. Obwohl der Skoda Kodiaq von seiner Größe her mit Alternativen wie dem Nissan X-Trail, dem Kia Sorento oder dem Ford Edge konkurriert, stellt sich für viele die möglicherweise wesentlich wichtigere Frage, ob er nicht auch die bessere Wahl im Vergleich zum VW Tiguan darstellt. Mit dem Wolfsburger Kassenschlager teilt sich der neue Skoda-SUV bekanntermaßen die technische Architektur (MQB).

08/2016, Skoda Kodiaq Foto: Skoda
Die Hälfte des Längenplus steckt beim Kodiaq im Radstand. Mehrgewicht zum VW: rund 40 Kilogramm.

Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis für Kodiaq

Bestellbar ist der Kodiaq erst ab Ende Oktober, auf den Ausstellungsflächen der deutschen Skoda-Händler taucht er frühestens im März auf. So lange wollen wir Sie nicht warten lassen und klären deshalb schon jetzt in einem ersten statischen Vergleich, wie gut die Erfolgsaussichten des Neulings sind, dem Tiguan als konzerneigenem Konkurrenten und Platzhirsch im Segment Marktanteile abzujagen.

Schon beim ersten Kennenlernen offenbart der Kodiaq einen geräumigen, flexiblen und funktionalen Innenraum. Mit anderen Worten: Der neue Skoda ist ein Auto für große Familien, die keinen Kombi oder Van fahren wollen – und solche, die zweimal aufs Preisschild schauen.

Obwohl Skoda noch keine exakten Angaben macht, soll der Kodiaq schon für weniger als 25.000 Euro zu kaufen sein. Damit wäre er günstiger als der kürzere VW Tiguan, der in der Basisversion Trendline mit dem 125 PS starken 1.4-TSI-Benziner mindestens 25.975 Euro kostet. Dabei strebt Skoda mit dem neuen SUV weiter nach Höherem. „Der Kodiaq wird neben dem Superb unser Aushängeschild“, sagt Designchef Jozef Kaban, „in seinem Segment kann er zu einem echten Magneten werden.“

Kodiaq um 21 Zentimeter länger als der Tiguan

Dafür haben sich Designer und Entwickler mächtig ins Zeug gelegt. Optische Highlights an der Frontpartie sind der dreidimensionale Chromgrill und die flachen, breiten Scheinwerfer in Vieraugenoptik, die optional mit Voll-LED strahlen. Die LED-Rückleuchten, die um das c-förmige Leuchtband eine Grafik wie kleine Kristalle eingearbeitet haben, gehören dagegen zum Serienumfang – genau wie beim Tiguan. Die Radhäuser und die unteren Abschlüsse von Front- und Heckschürze sind in schwarzem Kunststoff abgesetzt, was dem Kodiaq mehr Wucht und Robustheit verleiht.

In der Länge überragt der Kodiaq den Tiguan um 21 Zentimeter. Zwischen die Achsen packt der Skoda 11,4 Zentimeter mehr. Erst die XL-Version des Tiguan, die voraussichtlich zum Sommer 2017 in den Handel kommt, verfügt mit 2,79 Metern über den gleichen Radstand.

Im ebenso wie beim VW sorgfältig verarbeiteten Innenraum punktet der Kodiaq dadurch mit noch mehr Platz für die Passagiere und für das Gepäck. Die Rücksitzbank lässt sich um 18 Zentimeter längsverschieben, die Lehne in der Neigung verstellen. Beides kann jedoch auch der Tiguan. Über mangelnde Bein- und Kopffreiheit können sich Mitfahrer hier wie dort nicht beklagen. Erst Personen mit über 1,95 Metern Größe dürften mit den Haaren den Dachhimmel streicheln.

Den größten Vorteil gegenüber dem aktuellen Tiguan bietet der Skoda beim Gepäckraum. Optional zieht dort sogar eine dritte Sitzreihe ein. Sieben Insassen bringt der VW erst in der XL-Version unter. Großgewachsene können ganz hinten aber nur einigermaßen bequem sitzen, wenn die zweite Reihe ganz nach vorn rückt.

Kodiaq ist der erste Siebensitzer der Marke

Mit sieben Insassen fasst der Kodiaq-Gepäckraum nur 270 Liter. Ohne die dritte Sitzreihe steigt das Volumen jedoch je nach Stellung der Rückbank auf 650 bis 835 Liter unter der Abdeckung. Bei flach gelegten Rücksitzen und dachhoher Beladung passen in den so über 1,85 Meter langen Laderaum gar bis zu 2.065 Liter.

Zum Vergleich: Der Tiguan verstaut zwischen 615 (Rückbank in vorderster Position) und 1.655 Liter im Heck. Als Option bietet Skoda eine umklappbare Beifahrersitzlehne an, die beim VW ab Comfortline an Bord ist. Ihre ungewöhnlich hohe Transporttauglichkeit untermauern beide SUV mit einer Zuladung bis über 600 Kilogramm und einer Anhängelast von maximal 2,5 Tonnen.

VW Tiguan XL Foto: Stefan Baldauf
Als Siebensitzer erscheint der Tiguan voraussichtlich im Sommer 2017 im Handel.

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