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Erstes Angebot für Opel

Foto: dpa

Update ++ Ungewöhnlicher Vorschlag zur Lösung der Opel-Probleme: Der Solar-Konzern SolarWorld kündigte am Mittwoch (19.11.) an, dem US-Mutterkonzern General Motors die Übernahme der deutschen Opel-Standorte anbieten zu wollen.

19.11.2008

SolarWorld wolle Opel dann "zum ersten "grünen" europäischen Autokonzern weiterentwickeln", teilte das Bonner Unternehmen mit. Die Bedingungen, die SolarWorld dafür ankündigte, machen ein solches Geschäft allerdings wenig wahrscheinlich.

So seien die "Kernvoraussetzung" für die Abgabe eines Angebots die komplette Trennung aus dem GM-Konzern sowie "eine Kompensationszahlung von 40.000 Euro pro deutschem Arbeitsplatz (insgesamt eine Milliarde Euro)", hieß es. Die SolarWorld AG könne Barmittel in Höhe von 250 Millionen Euro und Banklinien von 750 Millionen Euro - vorbehaltlich einer Bundesbürgschaft - bereitstellen. Es gehe um die Übernahme der vier deutschen Opel-Werke und des Entwicklungszentrums.

In den vergangenen Tagen hatte es zahlreiche Vorschläge gegeben, Opel aus dem schwer angeschlagenen US-Mutterkonzern herauszulösen. Zuletzt hatte die Opel-Führung betont, dass dies kaum umsetzbar sei. 

Aktie bricht ein

Die Aktie des Solar-Unternehmens SolarWorld ist nach der Ankündigung, dem Opel-Mutterkonzern General Motors die Übernahme der deutschen Standorte anbieten zu wollen, eingebrochen. Das Papier des im TecDax notierten Unternehmens lag am Mittwochmittag um 16,30 Prozent im Minus bei 13,66 Euro.

SolarWorld-Chef Frank Asbeck sagte dem "Handelsblatt", das Angebot sei ernst gemeint. "Es geht mir darum, den Verkaufsprozess für Opel in Gang zu setzen", zitierte ihn die Zeitung in der Online-Ausgabe. Asbeck, der mit seiner Familie Hauptaktionär von SolarWorld ist, sagte, er habe noch keine Gespräche mit Opel oder der Konzernmutter geführt. SolarWorld könne eine Opel-Übernahme stemmen: "Wir verfügen immer über liquide Mittel zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro."

GM lehnt ab

Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat einer Trennung von seiner Tochter Opel eine klare Absage erteilt. "Opel steht nicht zum Verkauf", sagte ein Konzern-Sprecher am Mittwoch auf Anfrage in Detroit. Solche Überlegungen seien "pure Spekulation".

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hingegen hielt in einer ersten Reaktion ein SolarWorld-Angebot nicht für komplett abwegig. "Das wäre eine Herkules-Aufgabe für das Unternehmen, aber nicht völlig unmöglich", sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Es gelte zu analysieren, ob SolarWorld wirklich eine Milliarde Euro zusammenbekommen könnte - und ob der Mutterkonzern General Motors (GM) Opel zu diesem Preis abgeben würde. "Für Opel wäre es jedenfalls nicht schlecht, wenn es einen Neuanfang gäbe", sagte Dudenhöffer.

SolarWorld entwickelt und produziert Solarstromanlagen. Das Unternehmen hat weltweit 2.254 Beschäftigte. Für Opel arbeiten in Deutschland knapp 25.700 Menschen.

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