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Rundgang Essen Motor Show

Booaahh! Der geht, der geht so was von!

Essen Motor Show 2011, Rundgang Foto: Markus Stier 20 Bilder

Das Volk strömt wie eh und je zur Motorshow. Die Begeisterung für schnelle Autos und schrilles Tuning ist ungebrochen.

28.11.2011

Der Mann kann es nicht fassen. Die 2011er Messe ist noch keine drei Stunden alt, und schon ist das höchste Maß an Verzückung erreicht. Der Lucra sieht aus wie eine Mischung aus Shelby Cobra und Ferrari Testarossa, dass unter der Pseudo-Klassik-Karosse eine normale Corvette steckt, tut der Sache keinen Abbruch. V8 und 435 PS sind Argumente, die immer zählen. "Booaahh! Der geht!" murmelt der großgewachsene Typ mit Pferdeschwanz wie ein Mantra vor sich hin. "Alder, der geht so was von."

Es ist kaum Mittag, da macht sich Christian schon langsam auf den Rückweg. Der Metallbauer aus Thüringen ist um fünf aufgestanden und nach Essen geeilt, so lange die Regale noch voll sind. Für seinen Golf IV hat er einen Satz Rückleuchten für 89 Euro erstanden. "Die Originalen gefallen mir nicht so", gesteht er. Überhaupt gefiel ihm bisher schon einiges nicht an seinem VW. "Das Auto ist noch lange nicht fertig", bekennt er freudig. Es gibt noch viel zu tun. Irgendwann müssen auch noch Flügeltüren dran. In Essen ist er zum ersten Mal und bekennt: "Genauso habe ich es mir vorgestellt." Die Motorshow hat ihn nicht enttäuscht, er kommt nächstes Jahr wieder.

Verdächtig viel Platz in den Rennsport-Hallen

Es sind nicht alle so zufrieden. In einigen Hallen ist verdächtig viel Platz. Vor allem die prestigeträchtige Halle drei, in der sich früher die großen Hersteller tummelten, ist viel Platz geblieben. Ein rundes Dutzend angeblicher Sieger-Autos der Rallye Monte Carlo hat man hastig zusammengeklaubt, um eine Sonderschau zum 100-jährigen Geburtstag der Rallye zu organisieren. "Das ist ganz schön armselig", sagt Dieter. Der Rentner aus dem Sauerland kennt sich aus. Er fällt selbst seit langem Oldtimer-Rallyes.

Zwar hat die Messeleitung betont, man wolle sich mangels Industriebeteiligung wieder mehr auf Rennautos konzentrieren, aber auch da fällt dem kritischen Besucher das karge Starterfeld auf: "Da könntest du ja ohne Mühe noch drei Renntrucks dazwischen stellen."

Ein rundum glückliches Gesicht macht dagegen Farthanet Brezina, die mit einer Freundin gekommen ist. Die junge Thailänderin ist nicht etwa da, weil sie mit ihrem freien Tag nichts anzufangen weiß, sie ist eine Liebhaberin. "Mein Mann fährt Rallyes und ich mag Rennautos", verrät sie. Zudem ist die Messe gut geeignet, um das Geschäft für ihren Massagesalon in Hagen-Haspe anzukurbeln.

Von Spaghetti-Krümmern und Drift-Shows

Ein Geschäft gemacht hat bereits Denise. Ihr Freund trägt eine Riesentüte mit Rückleuchten spazieren. Denise ist zum ersten Mal aus Dormagen angereist und positiv überrascht: "Ich dachte, die stellen hier nur aus. Ich wusste nicht, dass man hier auch was kaufen kann." Sie hat gerade ein Paar Boxen für ihren Corsa B erstanden.

Fündig wurde auch schon Marek, der nicht aus Polen kommt, sondern aus dem holländischen Heerlen. Er hat einen Spaghetti-Krümmer für seinen Golf VR6 erbeutet. "Der soll so etwa zwölf PS bringen." Auch wenn ihnen aufgefallen ist, dass dieses Jahr weniger ausgestellt ist, werden sie auch 2012 wiederkommen. "Ist ja von uns aus nur ein Katzensprung", sagt Mareks Vater.

Tim ist gerade zwölf geworden. Der Messebesuch ist sozusagen eines seiner Geburtstags-Geschenke. Gefallen hat ihm alles gut, besonders aber die Drift-Show in Halle sieben. Wer klein ist hat es gut, denn er wird vorgelassen. Die Erwachsenen müssen früh da sein, sonst blicken sie nur noch auf die erhobenen Arme der Homevideo-Filmer oder Handy-Knipser.

Essen Motor Show - Tradition und Ehrensache

Fatih und Ömer haben den leibhaftigen Yeti zwar gesehen, ihn aber leichten Herzens links liegen lassen. Sie wollen lieber ein Foto mit zwei als Polizistinnen verkleideten Messehostessen. "Es war wie immer super", sagt Ömer. Im zivilen Leben arbeitet der gutgelaunte Türke für eine Sicherheitsfirma und fährt einen C55 AMG. Kumpel Fatih hat eine Werkstatt und ein M3 Cabrio. Um die edlen Geräte noch zu verfeinern, haben sie Folie im Karbon-Look gekauft. War ein Schnäppchen, "zehn Euro der Meter", sagt Ömer. Klar wird auch er 2012 wieder hier sein. Es ist schließlich Tradition und Ehrensache: "Ich kommer hierher, seit ich den Führerschein habe."

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