Der Kommissar legte einen Plan vor, der die allgemeine Einführung von neuen Technologien wie Abstandswarnern, Notbremssystemen für zu dicht auffahrende Lastwagen und Beobachtungssysteme für müde Fahrer EU-weit beschleunigen soll. Trotz Verbesserungen kämen auf Europas Straßen pro Jahr immer noch rund 40.000 Menschen ums Leben, sagte Liikanen.
Der Präsident des Welt-Automobilverbandes (FIA), Max Mosley, machte eine noch drastischere Rechnung auf: Mit jährlich mehr als 1,2 Millionen Toten weltweit gebe es im Straßenverkehr pro Tag ungefähr 3.500 Opfer. Das sei weit mehr als die Zahl der Opfer des Terrorismus. Dennoch sei das Engagement für Verkehrssicherheit viel geringer.
Es gebe jedoch wichtigeres als gesetzliche Vorschriften für die Fahrzeugsicherheit. So hätten vergleichbare Normen für Crash-Tests erhebliche Verbesserungen gebracht. Manchmal schreckten die Hersteller aber aus Kostengründen vor weiteren Schritten zurück, sagte Mosley. Die meisten Neuwagen hätten inzwischen ein Antiblockiersystem ABS, das für sich genommen die Zahl der Unfälle nicht gesenkt habe. ABS sei zugleich die Voraussetzung für den Einbau des nachweislich hilfreichen Stabilitätsprogramms ESP, das aber noch in vielen Autos fehle.
Die EU-Kommission will die Einführung der neuen Systeme im Dialog mit Forschung und Autoindustrie voran bringen. Konkrete Vorschriften kündigte Liikanen nicht an. Der Verband der Europäischen Autohersteller (ACEA) begrüßte die "eSafety" genannte Initiative und kündigte an, an Lösungen für einen sichereren und saubereren Straßenverkehr mit weniger Staus mitzuarbeiten.
EU: Abstandsradar für alle
Abstandsradar im Auto soll nach dem Willen der EU-Kommission so bald wie möglich zum Allgemeingut werden. Mit dieser Technik und anderen elektronischen Helfern im Fahrzeug sollten Unfälle vermieden und die Zahl der Verkehrstoten gesenkt werden, sagte EU-Industriekommissar Erkki Liikanen am Montag (29.9.) in Brüssel.
Autor: dpa



