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EU-Ermittlungen gegen Lkw-Bauer

MAN, Daimler und Scania im Visier

MAN Lkw Foto: MAN

Die EU-Kommission ermittelt gegen die Lastwagenhersteller MAN, Scania und Daimler wegen möglicher Preisabsprachen. Bei allen drei Unternehmen gab es am Dienstag Durchsuchungen. Die Hersteller sicherten am Dienstag (18.1.) in kurzen Stellungnahmen den Wettbewerbshütern eine umfassende Zusammenarbeit zu. Nach Angaben von Scania geht es bei der Untersuchung um den Verdacht eines "unangemessenen Informationsaustausches".

19.01.2011

Die EU-Kommission teilte lediglich mit, sie gehe einem Kartellverdacht bei europäischen Lastwagenherstellern nach. Dafür wurden zusammen mit Vertretern nationaler Wettbewerbsbehörden unangekündigt Räume von Firmen in mehreren Mitgliedsstaaten durchsucht. Es gebe Grund zur Annahme, dass die Unternehmen EU-Vorschriften zum Kartellverbot beziehungsweise dem Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung gebrochen hätten. Die Namen der betroffenen Firmen wurden nicht mitgeteilt.

Mögliche Preisabsprachen

Ein Scania-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, man habe keinerlei Informationen über den Inhalt der Vorwürfe. Auch MAN und Daimler machten zu den Vorwürfen keine Angaben. Als wahrscheinlich gilt in Branchenkreisen, dass die Kommission mögliche Verletzungen des Kartellrechts durch Preis- oder andere Absprachen untersucht.
 
Nach Angaben von Scania bekamen neben dem Hauptsitz in Södertälje auch Scania-Verkaufsbüros in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg "Besuch" von Vertretern der EU-Kommission. Auch MAN bestätigte eine Durchsuchung. "MAN geht derzeit nicht davon aus, dass Kunden einen Nachteil erlitten haben", hieß es in der Stellungnahme. Auch in Stuttgart gab es nach Angaben von Daimler eine Durchsuchung.

Untersuchungen auch in Großbritannien

Im September vergangenen Jahres hatten bereits britische Kartellbehörden Räume des Lastwagenherstellers Daimler nahe London durchsucht und bei Scania und MAN schriftliche Anfragen gestellt. Dabei war es um mögliche Preisabsprachen gegangenen. Ob beide Fälle zusammenhängen, war zunächst unklar.
 
Die EU-Kommission betonte, mit den unangekündigten Untersuchungen sei der Ausgang der Ermittlungen nicht vorweggenommen. Deren Dauer hänge von mehreren Faktoren ab, etwa der Komplexität der Fälle und der Kooperationsbereitschaft der betroffenen Firmen.
 
Scania ist mehrheitlich im Besitz von Volkswagen. Die Wolfsburger halten zudem an MAN knapp 30 Prozent. Die Münchner sind an Scania ebenfalls beteiligt. VW strebt eine Zusammenführung beider Unternehmen an. MAN hat diese Woche Schlagzeilen durch Schadensersatzforderungen über mehrere hundert Millionen Euro an seinen früheren schwedischen Konzernchef Håkan Samuelsson gemacht.

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