EU: Flexibler bei CO2-Grenzwerten

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas hat sich im Streit um die Lastenverteilung im Kampf gegen den CO2-Ausstoß von Autos flexibler gezeigt. Dem "Handelsblatt" (16.4.) sagte Dimas, es sei ihm gleichgültig, wie die Emissionsminderung auf große und kleine Autos verteilt werde.

Letztlich müsse das für die gesamte Europäische Union beschlossene Ziel erreicht werden. Die deutsche Autoindustrie läuft gegen die Pläne der Kommission Sturm. Die Brüsseler Behörde will, dass alle Anbieter in der EU den Ausstoß des CO2 bei ihren Flotten deutlich drücken. Neuwagen sollen von 2012 an im EU-Flottendurchschnitt höchstens 120 Gramm CO2 je Kilometer in die Luft blasen.

Die deutschen Hersteller sehen sich angesichts ihrer Modellpalette mit großen und schweren Fahrzeugen gegen italienische und französische Marken mit deren Kleinwagen benachteiligt. Jeder Hersteller soll nach bisherigen Planungen am Flottendurchschnitt bemessen und gegebenenfalls mit millionenschweren Strafen belegt werden, so das Ziel nicht eingehalten wird.

Dimas: "Kein Gegner der deutschen Autoindustrie"

Der Kommissionsvorschlag sieht aber auch vor, dass die Hersteller sich zusammen tun können, um die Vorgabe zu erreichen. Dabei dürfen aber die Wettbewerbsregeln nicht verletzt werden.

Dimas wies die Vorwürfe gegen die Kommission zurück: "Ich bin kein Gegner der deutschen Autoindustrie, auf die wir in Europa stolz sein können." Er habe kein Problem, wenn die vorgeschlagene Lastenverteilung zwischen großen und kleinen Fahrzeugen geändert werde, sagte Dimas. Bedingung sei, dass der von der EU bereits beschlossene durchschnittliche CO2-Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer ab 2012 Bestand habe.

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dpa

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