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EU-Neuzulassungen 2012

Schlimmes Jahr für Europas Automarkt

EU-Flagge Foto: dpa

Europas Automarkt liegt in weiten Teilen am Boden, vor allem in den südeuropäischen Krisenländern. Die Jahreszahlen sind für manche Länder niederschmetternd - und für manche Massenhersteller.

16.01.2013 dpa

Die Schuldenkrise hat den Autoabsatz in Europa 2012 auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren einbrechen lassen. Die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge in der Europäischen Union ging um 8,2 % auf rund 12,05 Millionen zurück - und damit auf den tiefsten Stand seit 1995, wie der europäische Branchenverband ACEA am Mittwoch (16.1.2013) in Brüssel mitteilte. Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil erwarten Experten, dass die Talfahrt in diesem Jahr weitergeht. Auch auf der US-Automesse in Detroit Anfang der Woche hatten sich Top-Manager skeptisch über das europäische Autojahr 2013 geäußert.

Zum Jahresende 2012 hatte sich die Lage noch einmal verschärft: Der Dezember markierte mit einem Minus von 16,3 % nicht nur den mit Abstand schlechtesten Monat im vergangenen Jahr. Seit 2008 hatte es außerdem in keinem Dezember so einen deutlichen Rückgang der Zulassungszahlen gegeben.
 
Besonders schlimm erwischte es im gesamten vergangenen Jahr die Automärkte in Südeuropa. Im drittgrößten europäischen Automarkt Italien brachen die Neuzulassungen 2012 um fast 20 % auf 1,4 Millionen Fahrzeuge ein. In Spanien lag das Minus bei 13,4 %, in Portugal bei fast 38 %. Den prozentual größten Rückgang verzeichnete 2012 Griechenland mit 40 %.
 
Dagegen war der deutsche Markt, der mit Abstand größte in Europa, mit einem Rückgang von knapp 3 % auf rund 3,08 Millionen Neuzulassungen noch vergleichsweise stabil.
 
Der zweitgrößte EU-Automarkt Frankreich jedoch musste 2012 ein Minus von fast 14 % auf rund 1,9 Millionen Fahrzeuge verkraften. Dies trifft vor allem die heimischen Massenhersteller hart. Denn PSA Peugeot Citroën und Renault sind von der Entwicklung in Frankreich und Westeuropa abhängig, weil sie im Gegensatz zu anderen Autobauern wie VW auf den boomenden Märkten in Übersee nur schwach vertreten sind.

Auf Absatzflaute folgen Stellenabbau und Werkschließungen

Die französischen Autobauer haben daher teure Überkapazitäten, die sie nun abbauen müssen. Die Folge ist ein drastischer Stellenabbau. Am Dienstag (15.1.2013) hatte Renault bekanntgegeben, wegen der Absatzkrise 7.500 Stellen in Frankreich zu streichen. PSA hatte bereits im Sommer 2012 angekündigt, in Europa rund 8.000 Stellen zu streichen und ein Werk in Frankreich zu schließen. Auch Ford macht Fabriken dicht. Der angeschlagene deutsche Autobauer Opel will in seinem Werk Bochum die Autoproduktion 2016 beenden.
 
Opel gehört auch zu den größten Jahres-Verlierern unter den Herstellern. Die Zahl der Neuzulassungen in der EU von Opel/Vauxhall ging im Gesamtjahr um fast 16 % zurück. Einen Einbruch erlebten auch PSA mit einem Rückgang von 13 %, Renault mit fast 19 % und der ebenfalls angeschlagene italienische Autobauer Fiat mit 16 %.

Gewinner heißen VW und Hyundai/Kia

Großer Gewinner war dagegen Europas Branchenprimus Volkswagen. Beim VW-Konzern betrug das Jahresminus in der EU nur 1,6 % - VW konnte seinen Marktanteil daher von 23 % auf 24,7 % ausbauen. Weltweit glich der Konzern das Minus in Westeuropa durch ein starkes Wachstum vor allem in China und den USA mehr als aus.
 
Zweite Gewinner waren die südkoreanischen Autobauer Hyundai und Kia, die deutlich dazugewannen - Hyundai legte um 9,4 %, Kia um 14,1 %zu. Die deutschen Oberklasse-Hersteller Daimler und BMW kamen glimpflich davon - Daimler verbuchte in der EU konzernweit ein Minus von 3 %, BMW von knapp 2 %. Beide sind aber in Übersee stark.

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