EU: Weiter zuviel Verkehrstote

Europa wird sein Ziel, die Zahl der Verkehrstoten in diesem Jahrzehnt zu halbieren, voraussichtlich verfehlen. Wie der Europäische Verkehrssicherheitsrat am Mittwoch (10.10.) in Brüssel mitteilte, starben im vergangenen Jahr 39.200 Menschen auf Europas Straßen.

"Wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzen, wird die Europäische Union ihr Ziel bis zum Jahr 2010 nicht erreichen", erklärte der Rat, dem 37 nationale und internationale Organisationen angehören.

Nur Frankreich, Luxemburg und Portugal hätten die Zahl der Verkehrstoten seit 2001 jährlich um mehr als acht Prozent gesenkt. In Deutschland ging die Zahl der Getöteten 2006 um fünf Prozent auf 5.091 Opfer zurück - zu wenig, um das EU-Ziel zu erreichen. Dafür wäre den Angaben zufolge ein jährlicher Rückgang von 7,4 Prozent nötig.

Schärfere Strafen und schärfere Kontrollen

Bei ihren Bemühungen um mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen stimmten am Mittwoch die Verkehrsminister der Länder den Plänen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) im Grundsatz zu, für Raser und Drängler höhere Bußgelder zu verhängen. Dies beziehe sich auch auf Autofahrer unter Alkohol- oder Drogen-Einfluss, nicht jedoch auf leichtere Verstöße, sagte der Vorsitzende der Ministerkonferenz, Karl-Heinz Dähre (CDU), bei ihrer Zusammenkunft in Merseburg (Sachsen-Anhalt). Tiefensee räumte ein, dass einfache
Verkehrswidrigkeiten möglicherweise in einem gesonderten Gesetzgebungsgang festgelegt werden könnten. Dabei geht es zum Beispiel um die widerrechtliche Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer.

Bei den EU-Bemühungen um weniger Verkehrstote kommt von allen 27 Mitgliedstaaten außer den drei Spitzenreitern nur Belgien in die Nähe des angestrebten Werts. In Frankreich und Luxemburg haben laut Verkehrssicherheitsrat vor allem schärfere Kontrollen zu mehr Disziplin auf den Straßen geführt. In Frankreich wird vor allem die Einhaltung der Tempolimits viel strenger überwacht als früher. In Luxemburg wurden auch die Promillegrenzen gesenkt. Außerdem darf die Polizei dort bei schweren Verstößen jetzt direkt den Führerschein einkassieren. In Portugal sorgten bessere Straßen für mehr Sicherheit, hieß es.

Baltikum am gefährlichsten

Bezogen auf die Einwohnerzahl waren die Straßen in Malta, den Niederlanden und Schweden am sichersten: Dort wurden pro Million Einwohner weniger als 50 Verkehrstote gezählt. In Deutschland waren es 62, in Frankreich trotz des deutliche Rückgangs immer noch 75. Am gefährlichsten ist der Verkehr in den baltischen Staaten: In Estland starben 2006 pro Million Einwohner 152 Menschen im Verkehr, in Lettland 177 und in Litauen sogar 223.

Als vorbildlich lobte der Rat die Schweiz: Obwohl das Nicht-EU-Land mit 50 Verkehrstoten pro Million Einwohner schon sehr sichere Straßen hat, senkte es die Zahl der Getöteten im vergangenen Jahr nochmals um 9,5 Prozent auf zuletzt 370 Opfer. Möglich wurde dies nach Einschätzung schweizerischer Experten, weil die Polizei dort zwei Hauptursachen für tödliche Unfälle - hohes Tempo und Alkohol - strenger kontrolliert.

Kommentare
Bild vergrößern
dpa

Autor:

Anzeige
Top Artikel
Ramsauer will Maut-Vignette : Konkrete Pläne für Pkw-Maut

Verkehrsminister Ramsauer hat konkrete Pläne für eine Pkw-Maut erarbeitet. Eine Vignette soll Milliarden in die Kasse spülen.

Richtzeichen - Verkehrszeichen
Auf langer Fahrt im Gigaliner: Nicht breiter, nicht höher, nicht schwerer

Der Feldversuch läuft, die ersten XXL-Trucks sind auf der Straße. Redakteurin Brigitte Haschek war mit einem unterwegs.

Gigaliner, Seitenansicht
Newsletter
Kfz-Versicherungsvergleich

Bis zu 500 EUR sparen!

Über 180 Tarife anonym vergleichen und auf Wunsch sofort online abschließen

Ihr Ortskennzeichen:
WGV Beitragsrechner Kfz-Versicherung
ANZEIGE

Überzeugend gut, gnadenlos günstig!

Jetzt Auto bei der wgv versichern und mehrere hundert Euro im Jahr sparen!

Bild des Tages
Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 12/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 12/2012
Sportauto
Finalrennen Tuner GP 2012: Ultimativer Wettkampf auf der Piste

Alle Tuning-Fahrzeuge sämtlicher Klassen durften nach dem Zeitfahren bei einem Finalrennen direkt gegeneinander antreten.

Ultimativer Wettkampf auf der Piste
Motor Klassik
Renault Alpine A 610 Turbo: Heckmotor-Franzose zum Porsche-Jagen

Der Renault Alpine A 610 Turbo bildete den Hightech-Höhepunkt der Alpine-Geschichte. Nach der 265 km/h-Flunder war Schluss.

Heckmotor-Franzose zum Porsche-Jagen
4WheelFun
Mercedes G 63 AMG Fahrbericht: Der Vollstrecker

Die Offroad-Ikone von Mercedes geht in diesem Jahr mit 544 PS an den Start. Wir waren mit dem Dampfhammer unterwegs.

Der Vollstrecker
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...