EU-Zulassungen: Deutschland einsame Spitze in Europa

Laut der aktuellen Zulassungsstatistik des europäische Herstellerverbandes ACEA liegen die Pkw-Neuzulassungen in Europa im September um 6,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Deutschland nimmt mit einem Plus von 21 Prozent die Spitzenposition vor Spanien ein (+ 18 Prozent).

Insgesamt wurden in Europa im September 2009 1,39 Millionen Neufahrzeuge zugelassen. Die teils enormen Zuwachsraten sind auf die staatlichen Förderprogramme zurückzuführen, wie sie beispielsweise in Deutschland die Bundesregierung in Form der Abwrackprämie beschlossen hatte.

Fast sieben Prozent weniger Neuwagenverkäufe von Januar bis September

Dabei stiegen die Neuwagenverkäufe in den westeuropäischen Ländern im September um 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies ist gleichzeitig der stärkste Anstieg seit 1999. In absoluten Zahlen lagen die Neuzulassungen im September 2009 jedoch unter dem seit 2002 erreichten Niveau. Deutschland liegt mit 21 Prozent Plus an der Spitze, gefolgt von Spanien ( + 18 Prozent), Österreich (+ 17,9 Prozent), Frankreich (+ 14,0 Prozent) und Norwegen (+ 12,7 Prozent). Auch Großbritannien (+ 11,4 Prozent), Italien (+ 6,8 Prozent) und die Schweiz (+ 2,4 Prozent) verzeichneten im vergangenen Monat Zuwächse bei den Neuzulassungen.

Über die ersten neun Monate des Jahres 2009 betrachtet liegen die Pkw-Neuzulassungen in Europa jedoch deutlich unter denen des Vorjahres (- 6,6 Prozent). Lediglich Deutschland (+ 26,1 Prozent), Österreich (+ 6,7 Prozent) und Frankreich (+ 2,4 Prozent) konnten Zuwachsraten verzeichnen. Alle übrigen europäischen Staaten mussten von Januar bis September teils starke Rückgänge verkraften ( Italien: - 5,9 Prozent; Luxemburg: - 11,6 Prozent; Belgien: - 14,9 Prozent; Dänemark: - 33,1 Prozent;, Irland: - 63,0 Prozent; Island: - 79,5 Prozent). Der spanische Markt knickte um 28,6 Prozent, der britische um 15,5 Prozent ein.

Neue EU-Staaten bei den Zulassungszahlen stark im Minus

Insgesamt wurden von Januar bis September in Westeuropa 10,3 Millionen Autos erstmals mit einem Nummernschild versehen - ein Minus von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Deutlich härter traf es die neuen EU-Mitgliedsstaaten, wo der Markt für Neuwagen um insgesamt 36,4 Prozent zurückging. Nur in Polen (+ 7,9 Prozent) sowie in der Tschechischen Republik (+ 0,5 Prozent) legten die Neuwagenverkäufe zu. In den ersten neun Monaten des Jahres gingen die Neuzulassungen in den neuen EU-Staaten um insgesamt 28,7 Prozent zurück. Am härtesten traf es Slovenien (- 22,3 Prozent) und Litauen (- 80,2 Prozent), während die Slowakei (+ 19,7 Prozent), die Tschechische Republik (+ 8,0 Prozent) sowie Polen (+1,7 Prozent) zulegen konnten.

BMW, Mercedes und Audi mit Absatzminus

Die Autohersteller mussten in den ersten neun Monaten des Jahres fast ausnahmslos starke Rückgänge beim Neuwagenabsatz in Kauf nehmen. Von Januar bis September 2009 verzeichneten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lediglich VW (+ 2,9 Prozent), Fiat (+ 1,8 Prozent), Lancia (+ 1,9 Prozent), Alfa Romeo (+ 10,1 Prozent), Hyundai (+ 23,5 Prozent) und Dacia (+ 25,2) Zuwächse. Demgegenüber hatten beispielsweise Opel (- 12,5 Prozent), Saab (- 58,3 Prozent), GM (- 65,3 Prozent), BMW (- 18,8 Prozent), Renault (- 11,3 Prozent), Mercedes (- 18,0 Prozent) und Audi (- 7,6 Prozent) mit teils heftigen Rückgängen beim Neuwagenabsatz zu kämpfen.

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Manuel Dohr

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