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EU-Zulassungen

Talfahrt nach 13 Monaten gestoppt

Foto: dpa 6 Bilder

Nach 13 Monaten Talfahrt hat der Auto-Absatz in Europa dank staatlicher Anreizprogramme erstmals wieder angezogen. Im Juni wurden 1,46 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit 2,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) am Mittwoch (15.7.) in Brüssel mitteilte.

15.07.2009

Zuvor war der Neuwagenverkauf seit Mai 2008 steil gesunken. In der ersten Jahreshälfte 2009 wurden 7,4 Millionen Autos oder 11 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt als ein Jahr zuvor.

Keine tiefgreifende Erholung am Neuwagenmarkt absehbar

Mit den Juni-Zahlen verfestigte sich nach Einschätzung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) die sich seit einigen Monaten abzeichnende Bodenbildung. "Eine durchgreifende Erholung lässt sich jedoch daraus noch nicht ableiten", teilte der Branchenverband in Frankfurt mit. Im ersten Halbjahr 2009 wurden fast 30 Prozent aller in Westeuropa abgesetzten Neuwagen in Deutschland verkauft. Im Juni lag das Plus im Vergleich zum Vorjahresmonat dank der Abwrackprämie in Europas größtem Einzelmarkt mit 427.111 Neuzulassungen bei 40,5 Prozent.

Außerhalb Deutschlands betrug der Absatzrückgang im westlichen Europa laut VDA im ersten Halbjahr 19 Prozent. Frankreich verbuchte mit 235.137 Neuzulassungen ein Plus von 7,0 Prozent, Italien kam mit 209.315 Neuzulassungen gar auf plus 12,4 Prozent. Weiter dramatisch abwärts ging es auf den Märkten in Großbritannien und Spanien. Auf der Insel wurden 176.264 Neuwagen in den Verkehr gebracht, was einem Minus von 15,7 Prozent entspricht. Auf der iberischen Halbinsel waren es nur 96.706 Neuwagen, was zu einem Minus von 15,9 Prozent führte.

Nach einer Untersuchung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) profitieren die deutschen Hersteller aber nur bedingt von den guten Absatzzahlen auf ihrem Heimatmarkt. "Die deutsche Automobilproduktion sinkt im laufenden Jahr trotz Abwrackprämie deutlich. Mit voraussichtlich knapp 4,7 Millionen Pkw werden rund 750.000 Fahrzeuge weniger die Werkshallen verlassen als 2008", sagte das Automotive Institute von PWC voraus.

VW mit Plus - BMW, Opel und Daimler mit dickem Minus

Unter den großen deutschen Herstellern schnitt nach den Zahlen von ACEA die Volkswagen Gruppe im Juni erneut am besten ab. Sie verzeichnete in Europa im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 9,5 Prozent. Ihr Marktanteil lag bei 21,4 Prozent. Im ersten Halbjahr insgesamt verkaufte die Gruppe 3,1 Prozent weniger Autos als im Vorjahreszeitraum.  Andere deutsche Hersteller ließen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 kräftig Federn, wie ACEA berichtete.

Die BMW-Gruppe verkaufte in Europa 22,3 Prozent weniger Autos, bei Daimler lag das Minus bei 18,6 Prozent. Opel/Vauxhall büßten 17,6 Prozent ein und hatten in Europa einen Marktanteil von 7,6 Prozent nach 8,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Ford-Gruppe setzte 8,0 Prozent weniger Autos ab. Dies geht vor allem auf die angeschlagene schwedische Tochter Volvo (- 22,8 Prozent) zurück, während die Marke Ford 5,2 Prozent einbüßte. Der Marktanteil der Gruppe stieg jedoch von 9,9 auf 10,3 Prozent. 

Das Strategieberatungsunternehmen Booz & Company sieht die Automobilindustrie ungeachtet der beispiellosen Absatzkrise und der düsteren Prognosen vor ihrer größten Wachstumsphase bislang. "Rapide ansteigende Pro-Kopf-Einkommen in den Schwellenländern und bedeutend günstigere (...) Fahrzeugtypen, versechsfachen dort den Automobilverkauf bis 2018", teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit.

Mit einer Wachstumsrate von 14,7 Prozent entwickele sich Indiens Automarkt bis 2013 am rasantesten. Die Strategieberatung prognostiziert, dass die Zahl der Fahrzeuge, die sich im Verkehr befinden, weltweit von 672 Millionen (2008) über 1,1 Milliarde (2013) bis auf 1,5 Milliarden (2018) steigen wird. 

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