Euro-NCAP ändert das Bewertungsschema

Künftig wird es sehr viel schwieriger, beim Euro NCAP-Crashtest fünf Sterne zu erringen, denn das europäische Sicherheitskonsortium ändert sein Benotungsschema grundlegend.

Kritiker monierten, dass es bislang keine Gesamtbewertung für die Sicherheit gegeben hat, statt dessen drei Einzelbenotungen für den Erwachsenenschutz auf den Vordersitzen, den Kinderschutz im Fond und den Fußgängerschutz. 

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So war es möglich, dass sich ein Hersteller mit dem Fünf-Sterne-Top-Ergebnis schmücken konnte, selbst wenn Kinder- und Fußgängerschutz miserabel waren. Auch aktive Sicherheitsextras wie der elektronische Schleuderschutz ESP fanden in der Euro NCAP-Bewertung keinen Niederschlag.

Damit ist nun Schluss, denn zum Februar 2009 wird Euro NCAP eine Gesamtbenotung einführen, in der Erwachsenenschutz, Kinder- und Fußgängerschutz sowie elektronische Schutzssysteme nach einem festen Schlüssel Eingang finden. Auf den Schutz der vorn Sitzenden entfallen 50 Prozent, der Kinderschutz und der Fußgängerschutz gehen mit jeweils 20 Prozent und die elektronischen Hilfssysteme mit zehn Prozent in das Ergebnis ein.

Es wird dann nicht mehr möglich sein ein Fünf-Sterne-Ergebnis einzufahren, wenn ESP nicht bei mindestens 85 Prozent aller Motorisierungen des getesteten Modells an Bord sind.

Neu ist auch, das beim seitlichen Pfahlanprall-Crashtest die Belastung des gesamten Körpers bewertet wird, bislang wurde nur der Kopf betrachtet. Euro NCAP will zudem die Anforderungen für den Fußgängerschutz von Jahr zu Jahr erhöhen.

Prinzipiell akzeptiert die Auto-Industrie das neue Bewertungsschema. Einen Hauptkritikpunkt gibt es dennoch. Die Experten der Autobauer sehen das Thema Fußgängerschutz zu stark überbewertet und die elektronischen Hilfen gehen ihnen zu schwach in das Gesamtergebnis ein. Denn hier werden vorerst nur ESP, die Gurtanlege-Erinnerung (Seatbelt-Reminder) und eine Geschwindigkeitsbegrenzung durch den Tempomaten bewertet. Brems- oder Spurhalte-Assistenten, automatische Tempomaten mit Notbremsfunktion, Nachtsichtgeräte oder Systeme zur Aufmerksamkeits-Überwachung finden dagegen keinen Niederschlag.

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Christian Bangemann

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