EuroNCAP-Crashtest: Erste Crashtestreihe unter strengeren Regeln

Crashtest Toyota iQ

Citroen C3 Picasso, Mazda 6, Mitsubishi Lancer, Subaru Impreza sowie Toyota Avensis und Toyota iQ sind die ersten Kandidaten der aktuellen EuroNCAP-Crashtestreihe. Dabei mussten sich die sechs Modelle erstmals der neuen, erschwerten EuroCAP-Crashtest-Bewertung stellen.

Top-Wertungen mit fünf Sternen sollen nach dem neuen System nicht mehr so einfach zu erreichen sein, dazu fließen ab 2009 auch die Ergebnisse für den Fußgängerschutz, die Kindersicherheit sowie die Bewertung für Sicherheitssysteme wie ESP in die Gesamtwertung ein.

Immerhin haben vier von den sechs gecrashten Fahrzeuge dennoch die Bestwertung im EuroNCAP-Crashtest erreicht: der Mazda 6, der Mitsubishi Lancer sowie die beiden Toyota; lediglich vier Sterne gingen an den Citroen C3 Picasso und an den Subaru Impreza.
 
Als bestes Modell in dieser Crashtestreihe schnitt der Toyota Avensis ab. In den drei Kategorien Insassenschutz für Erwachsene (90 Prozent), Insassenschutz für Kinder (86 Prozent) sowie Fußgängerschutz (86 Prozent) schrammte der Avensis nur knapp der maximalen Punktzahl vorbei. Bei Fußgängerschutz kam der Japaner immerhin auf eine Quote von 53 Prozent der erreichbaren Punktzahl. Mit diesen vier Ergebnisse zusammen und mit dem Gesamtresultat von 81 Zählern überschreitet der Avensis locker die Mindestanforderungen für das Top-Ergebnis.

Besonders heben die Tester von EuroNCAP das geringe Verletzungsrisiko beim Seitenaufprall hervor. Auch die Belastungen der Halswirbelsäule bei einem Heckaufprall sind sehr gering. Lediglich beim Pfahlcrash zeigten sich Schwächen, hier wurde eine starke Belastung des Oberkörpers konstatiert. In Sachen Sicherheitssysteme wertete EuroNCAP das in vielen europäischen Märkten serienmäßige ESP sowie die Gurtwarner auf allen Plätzen.

Rückruf für Kindersitze aus Toyota iQ

Der zweite Spross aus dem Hause Toyota schaffte die Hürde zu den fünf Sternen nur knapp. Während beim Insassenschutz starke 91 Prozent der Maximalpunktzahl erreicht wurden, schaffte es der Toyota iQ bei der Kindersicherheit nur auf 71 Prozent der möglichen Punkte. Zwei Prozent weniger und der Toyota iQ hätte sich mit nur vier Sternen zufrieden geben müssen.

So brach beim ersten Test ein Teil der Isofix-Befestigung des Kindersitzes. Toyota stellte dabei ein Materialfehler bei den auch über Toyota-Händler vertriebenen Britax-Römer Duo Plus fest. Dieser Material-Fehler wurde behoben, Toyota hat seine Kunden angeschrieben und einen Austausch des Sitzes angeboten.
 
Die weiteren Ergebnisse für den Toyota iQ: Fußgängerschutz 54 Prozent, Sicherheitssysteme 86 Prozent, Gesamtpunktzahl 79.

Crashtest-Ergebnisse Februar 2009 im Detail
Modell Schutz Erwachsene Schutz Kinder Fußgänger- Schutz Scherheit Gesamtpunkte
Toyota Avensis (5 Sterne) 90 % (75 %) 86 % (70 %) 53 % (25 %) 86 % (60%) 81 (70)
Toyota iQ (5 Sterne) 91 % (75 %) 71 % (70 %) 54 % (25 %) 86 % (60%) 79 (70)
Mazda 6 (5 Sterne) 77 % (75 %) 81 % (70 %) 49 % (25 %) 71 % (60%) 72 (70)
Mitsubishi Lancer (5 Sterne) 81 % (75 %) 80 % (70 %) 34 % (25 %) 71 % (60%) 70 (70)
Subaru Impreza (4 Sterne) 84 % (75 %) 73 % (70 %) 72 % (25 %) 57 % (60%) 77 (70)
Citroen C3 Picasso (4 Sterne) 81 % (75 %) 76 % (70 %) 43 % (25 %) 40 % (60%) 68 (70)
Angaben in Klammern: Mindest-Norm für Fünf-Sterne-Wertung

Mitsubishi Lancer: Türen lassen sich nach Crash nicht öffnen

Ähnlich knapp wie bei Toyota iQ entpuppt sich auch das Fünf-Sterne-Ergebnis für den Mazda 6. Beim Insassenschutz für Erwachsene überschritt dieser die Marke von 75 Prozent nur um zwei Zähler, ansonsten wäre der Mazda 6 ein Vier-Sterne-Kandidat gewesen. Besonders beim Pfahltest waren die Belastungen für den Oberkörper sehr hoch. Anders das Ergebnis für den Kinderschutz. Hier gab es die Maximalpunktzahl für die Sicherheit eines drei Jahre alten Kindes.
 
Der letzte Kandidat in der Fünf-Sterne-Riege ist der Mitsubishi Lancer, der mit einer ordentlichen Leistung in allen Kategorien die Hürden knapp genommen hat. Beim Frontcrash berührte der Dummy das Lenkrad, ohne dieser Vorfall hätte der Lancer hier die maximale Punktzahl abgeräumt. Als weiterer Zwischenfall ließ sich beim Seitencrash die Türen nicht mehr öffnen, auch dafür gab es Punktabzug.

Citroen C3 Picasso und Subaru Impreza: Sicherheitssysteme machen Top-Wertung zunichte
 
Der Citroen C3 Picasso ist das ersten Modell, das nach dem neuen EuroNCAP-Bewertungsschema eine Top-Wertung versagt bleibt. Während sich der Insassenschutz noch auf einem hohen Niveau bewegt, schafft der C3 bei den Sicherheitssystemen nicht die erforderlichen 60 Prozent der maximalen Punktzahl. Hier kommt der Franzose nur auf 40 Prozent. Dieses Ergebnis spiegelt sich dann auch im der Gesamtpunkzahl von 68 wieder. Für eine Fünf-Sterne-Wertung hätten es 70 Zähler sein müssen. Klarer Fall: zwei Ergebnisse unter der Norm, keine fünf Sterne.

Da ESP nicht in allen Varinten des C3 Picasso serienmäßig angeboten wird, erhält das Modell hier keine Wertung. Auch der nicht immer serienmäßige Gurtwarner für die hinteren Sitze wurde nicht bewertet. Hinzu kam noch eine recht hohe Belastung der Halswirbelsäule. Positiv ging der Speed-Limiter jedoch in die Wertung ein, so dass immerhin die erforderlichen 40 Prozent für eine Vier-Sterne-Wertung drin waren. Hätte der Citroen C3 Picasso hier auch nur einen Prozentpunkt abgegeben, stünden ihm nur drei Sterne zu Buche.
 
Dem zweiten Vier-Sterne-Kandidat Subaru Impreza versaute ebenfalls die Wertung für die Sicherheitssysteme ein besseres Ergebnis. 57 Prozent der erforderlichen Maximalpunktzahl sind nur drei Prozentpunkte unterhalb der Norm für die fünf Sterne. Beim Seitenaufpralltest wurde eine hohe Belastung des Oberkörper zudem festgestellt.

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Holger Wittich

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