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Elektroauto eWolf E1

Das Leichtgewicht auf dem Lausitzring

eWolf E1 Foto: Reinhard Schmid 16 Bilder

Von wegen Öko-Antrieb. Der eWolf E1 kombiniert den Elektromotor mit konsequentem Leichtbau und jeder Menge Renn-Technik. auto motor und sport begleitete den ersten Roll-out auf dem Lausitzring.

14.09.2009 Dirk Gulde

Was wird denn das? "Och, nur ein Boot!" Geheimhaltung und Uni sind so eine Sache. Im Gegensatz zu den stacheldrahtumzäunten Entwicklungszentren großer Konzerne bedarf es an einer vergleichsweise offenen Hochschule wie dem Institut für Leichtbau an der TU Dresden schon handfester Ausreden.

eWolf E1 mit Formel 3-Technik

An neugierigen Blicken hat es dem eWolf- Projekt nie gemangelt, erinnert sich Chefentwickler Jens Werner. Allerdings sollte erst kurz vor der IAA enthüllt werden, dass sein 15-köpfiges Team an einem ganz besonderen Sportwagen arbeitet. Der Einsitzer kommt nämlich nicht nur mit Formel 3-Technik daher, sondern wird von einem Elektromotor in nur fünf Sekunden auf Tempo 100 gezoomt. Für den Antritt eines Porsche Cayman S reichen dem eWolf die schmächtigen 110 Kilowatt seines vierpoligen Asynchronmotors. Wie bei einem E-Motor üblich liegt das volle Drehmoment schon beim Anfahren an, durch das einstufige Getriebe entfallen zudem die Schaltpausen.

Der eWolf E1 wiegt ohne Akkus nur 180 Kilogramm

Noch entscheidender wirkt sich jedoch die Gewichtsersparnis aus, denn mit 450 Kilogramm muss nicht mal ein Drittel der Porsche-Masse gewuchtet werden. Moment mal, Elektroautos ächzen doch normalerweise unter ihren zentnerschweren Akkus. Der gesamte eWolf E1 bringt es hingegen ohne die Elektro-Sektion auf gerade mal 180 Kilogramm - inklusive Räder und sämtlicher Anbauteile. So wiegt eine komplette Felge lediglich 2,3 Kilo, weil sie von den Leichtbau- Profis wie fast alles am eWolf E1 aus Karbon gefertigt wurde. Zum Vergleich: Eine Alu-Felge kommt locker auf sieben bis acht Kilogramm.

Erst bei 30.000 Newtonmeter verwindet sich die Karosserie

Trotz ihres Fliegengewichts verblüfft die selbsttragende Karosserie mit extremer Steifigkeit. So ist die Kraft von 30.000 Nm notwendig, damit sie sich um ein Grad verwindet - rund fünf Mal so viel wie bei einem aktuellen Sportwagen in Stahl-Bauweise. Von der Festigkeit profitieren die Fahreigenschaften. So lobt DTM-Pilot und eWolf-Testfahrer Johannes Seidlitz beim ersten Roll-out auf dem Lausitzring nicht nur das Spurtvermögen, auch das ultrazackige Handling und die präzisen Reaktionen auf Lenkbefehle begeistern den Profi. Kein Wunder, befindet sich der Schwerpunkt des eWolf E1 doch auf Höhe der Radnaben. Der Start der 230 km/h schnellen Zigarre wirkt allerdings wie ein Renn-Video, bei dem der Ton ausgefallen ist. Erst bei höherem Tempo wird leichtes Reifen- und Windsäuseln vernehmbar. Dafür kommen selbst ambitionierte Linksbremser auf ihre Kosten, denn der Stromer verfügt über ein zusätzliches Bremspedal, das unabhängig von den mechanischen Stoppern der Rekuperation dient, um mit überschüssiger Bewegungsenergie den Akku nachzuladen.

Bei gemächlicher Fahrweise soll der eWolf E1 300 Kilometer weit fahren

Um ein Haar wäre das dritte Pedal jedoch für eine Kupplung zuständig gewesen, weil der Karbon-Renner ursprünglich nur als reines Leichtbau-Demonstrationsobjekt und für einen Verbrennungsmotor vorgesehen war. Als die eWolf-Spezialisten vom Treiben am Dresdner Institut Wind bekamen, machten sie Werner den Vorschlag, die Zukunfts-Themen Leichtbau und E-Antrieb zu kombinieren. Schließlich verfügten sie über beste Kontakte zu Batterie-Hersteller Li-Tec, von dem der 16 kWh große Saftspender stammt. Bei gemächlicher Fahrweise sollen damit bis zu 300 Kilometer Reichweite drin sein - mehr als das Doppelte eines Mitsubishi i-MiEV mit ebenfalls 16 kWh. "Doch wer will mit so einem Auto schon gemächlich fahren?", schränkt Werner lächelnd ein.

Der eWolf E1 soll eine Straßenzulassung bekommen

Trotz Formel-Technik nimmt der eWolf E1 gerade die letzten Hürden für eine Straßenzulassung, eine Kleinserien-Produktion ist bereits beschlossen. Ob sich viele Käufer für den jenseits von 100.000 Euro angesiedelten Monoposto finden werden, ist dabei nebensächlich. Denn eWolf hat bereits Größeres vor: So soll im nächsten Jahr mit der gleichen Leichtbau-Konsequenz ein flacher Zweisitzer entstehen, der von 100 kW starken Elektromotoren angetrieben wird - pro Rad! Für die Geheimhaltung muss sich das Team um Werner dann aber eine neue Ausrede einfallen lassen. Mit einem Boot hat der Supersportler nämlich nichts mehr am Hut.

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