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Expeditions-Camper

Action-Anhänger für Abenteurer

Gordigear Klappzelt-Anhänger Foto: F. Puffer 41 Bilder

Drei neue Konzepte für den Abenteuer-Urlaub: Gordigear konstruierte den ultimativen Klappzelt-Anhänger, Lapp einen Expeditions-Trailer und einen kompakten Offroad-Hänger.

14.06.2013 Torsten Seibt Powered by

Neues für die Fernreise: der australische Outdoor-Spezialist Gordigear und der deutsche Expeditions-Profi Volker Lapp präsentieren drei unterschiedliche Konzepte zum Thema Offroad-Anhänger. Gordigear hat sich zum Ziel gesetzt, den optimalen Klappzelt-Anhänger für härtesten Einsatz zu konzipieren; bei Lapp entsteht ein hoch geländegängiger Wohnanhänger und ein pfiffiger Transporter.

Extremer Leichtbau

Den drei Konzepten gemeinsam ist der Grundgedanke, den Nachläufer so leicht wie nur möglich zu konstruieren. Wie bei Geländewagen selbst hat auch bei Anhängern die uralte Offroad-Regel Bestand: je leichter, desto geländetauglicher. Entsprechend wurden beide Anhänger von Grund auf neu geplant und gebaut, statt lediglich "Stangenware" aus der Großserie umzurüsten.

Gordigear (www.gordigear.com) legt bereits bei den eigentlichen Hauptprodukten, Dach- und Anhänger-Klappzelten, unbedingten Wert auf die australische Heimat des Unternehmens. Wer die Anforderungen im Outback Down Under kennt, weiß um die Herausforderungen, die bei Touren weit jenseits jeder Zivilisation unter wirklich rüden Bedingungen auf das Material wirken. Neben der Belastbarkeit auf unbefestigten Pisten geht es hier auch um die möglichst uneingeschränkte Geländetauglichkeit: Fluss- und Schlammdurchfahrten, Felsenkletterei sowie deftige Steilfahrten lassen sich nicht vermeiden, wenn man auf dem "roten Kontinent" von A nach B reisen möchte.

Gordigear mit 82 Zentimeter Wattiefe

Diese Herausforderung führte beim Gordigear-Anhänger zu einem ungewöhnlichen Konzept: Der Nachläufer ist als "Doppeldecker" gebaut. Unter dem Klappzelt befindet sich eine Ladefläche als Staubox, unter dieser wiederum eine zweite offene Ebene, die weiteren Stauraum bietet und das Reserverad aufnimmt. Hintergrund der Bauweise ist eine möglichst hohe Wattiefe, Wasser soll ungehindert "durchfließen" können, ohne das Zelt zu wässern und ohne den Anhänger bei Furten aufschwimmen zu lassen. Da werden auch Island-Reisende hellhörig. Gordigear gibt die Wattiefe mit 82 Zentimeter an.

Die verstärkte Achse des Gordigear-Anhängers ist mit wasserdichten Radnaben ausgestattet, der Lochkreis entspricht mit 139,7x6 den Standard-Rädern japanischer Geländewagen – so lässt sich die Bereifung nötigenfalls auch mit dem Zugfahrzeug tauschen. In der Standard-Version ist der Anhänger mit Reifen in 205/80-16 ausgestattet, die Anpassung von Rad- und Reifengrößen passend zu anderen Zugfahrzeugen stellt aber laut Gordigear kein Problem dar. Spektakulär ist das niedrige Gewicht des komplett aus Aluminium mit Monopan-Verkleidungen aufgebauten Gordigear-Anhängers: Inklusive Klappzelt wiegt der Nachläufer reisefertig gerade einmal 450 Kilo.

Der in Handarbeit aufgebaute Gordigear-Anhänger hat allerdings auch seinen Preis: inklusive des (im Einzelverkauf 1.850 Euro teuren) Klappzelts veranschlagt Gordigear 13.000 Euro für den zulassungsfähigen Anhänger.

Lapp Expeditions-Trailer

Wer auch Offroad nicht auf den Komfort einer festen Behausung verzichten möchte, wird dagegen bei Volker Lapp (www.volker-lapp.de) fündig: der Expeditions-Trailer ist quasi der Caravan für die Weltreise. Auf Basis eines massiven, vollverzinkten Fahrgestells wird ein fester Kastenaufbau montiert, der dem Zugfahrzeug durch dick und dünn nachmarschiert. Der  komplett ausgesteifte Kastenrahmen bekommt eine robuste Starrachse an Blattfedern untergeschnallt, die mit Stoßdämpfern bestückt ist. Rad- und Reifengröße lassen sich individuell an das Zugfahrzeug anpassen. Serienmäßig kommt der Lapp Expeditions-Trailer auf der typischen "Landy-Größe" 235/85 R 16 und kann optional bis zu zwei Reserveräder unterhalb des Rahmens unterbringen.  Achse und Federn/Dämpfer entsprechen in den Abmessungen dem Toyota Hilux und können daher auch fern der Heimat nötigenfalls mit dessen Ersatzteilen instand gesetzt werden; beim Standard-Modell kommen allerdings Federn und Dämpfer des australischen Spezialisten Old Man Emu zum Einsatz.

Wie Gordigear beim Klappzelt-Anhänger setzt auch Lapp für die Beplankung auf das Material Monopan: die Sandwichplatten aus PP/GFK stammen aus deutscher Produktion und sind bei extremer Robustheit trotzdem extrem leicht. So kommt auch Lapp für den gebremsten Anhänger inklusive Wohnausbau auf ein außergewöhnlich niedriges Reisegewicht: 750 Kilo wiegt der Expeditionstrailer und bietet damit noch stolze 550 Kilo Zuladung. Ausgestattet ist der Expeditionstrailer mit allem, was man für den Campingurlaub in abseitigen Gegenden braucht: begehbarer Schrank, kompletter Küchenblock, Sitzecke mit Klapptisch, die sich zum Doppelbett umbauen lässt. Strom- und Gasversorgung sind integriert. Weiter aufrüsten lässt sich der Trailer natürlich auch: Heizung und Klimaanlage, Kühlschrank, Unterflur-Wassertank – die Optionsliste ist umfangreich. Für den Expeditions-Trailer muss man allerdings tief in die Tasche greifen: der Basis-Anhänger kostet reisefertig 21.400 Euro.

Offroad-Anhänger mit Plattform-Aufbau

Ein erheblich günstigeres Konzept stellt schließlich der neueste Entwurf des hessischen Outdoor-Spezialisten Lapp dar: ein extrem kompakter Gelände-Anhänger, der quasi als überdimensionierter Dachträger sämtliche Transportprobleme auf Fernreisen lösen soll, ohne das Zugfahrzeug wie einen Packesel voll zu stopfen. Der "Flachdeck-Expeditions-Trailer" ist mit einer Ladefläche von 1,6 x 1,3 Meter zwar sehr geräumig, mit insgesamt 2,45 Meter Länge und einem Leergewicht von gerade einmal 240 Kilo außerordentlich handlich.

Pfiffige Details lassen erkennen, dass Lapp Erfahrung in solchen Dingen hat. Die Räder sind einzeln aufgehängt und mit Schraubenfedern/Stoßdämpfern bestückt, was zu einer außerordentlichen Bodenfreiheit (470 Millimeter) und hohem Fahrkomfort im Zugfahrzeug auch bei voller Beladung führt: immerhin darf der Hänger 460 Kilo Zuladung aufnehmen. Zu platzsparenden Lagerung in heimischen Gefilden oder auch beim Containertransport für Fernreisen lässt sich die Zugdeichsel, die mit einem einzelnen Schraubbolzen befestigt ist, einfach abmontieren und der Hänger hochkant aufstellen.

Auch den kleinen Trailer stellt Lapp auf die Standard-Größe 235/85-R16 und erlaubt damit, im Zweifelsfall auch das Reserverad des Zugfahrzeugs für den Anhänger zu verwenden. Zusätzlich ist ein Reserverad unterhalb des Anhängers befestigt. Die höhenverstellbare Deichsel erlaubt es, den Anhänger bei verschieden hohen Zugfahrzeugen optimal auszutarieren, was besonders die Besitzer stark modifizierter Offroader zu schätzen wissen. Lapp bietet den fertig umgebauten Trailer für einen Preis von rund 4.800 Euro an.

Alle drei Konzepte stellen wir in unserer Bildergalerie mit ihren zahlreichen Details vor. Wenn Sie sich live ein Bild machen wollen: beide Hersteller präsentieren ihre Anhänger auf der Messe Abenteuer Allrad in Bad Kissingen.

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