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Absatzkrise hinterlässt Spuren

Foto: dpa

Die schwächelnden Automärkte in Westeuropa, Nordamerika und Japan kommen aus Sicht des Experten Ferdinand Dudenhöffer vorerst nicht aus der Krise.

29.07.2008

Die hohen Ölpreise, die Auswirkungen der Immobilien- und Bankenkrise in den USA und das stotternde Wirtschaftswachstum würden vor allem in den etablierten Automärkten in den nächsten 18 Monaten tiefe Spuren hinterlassen, heißt es in einer am Dienstag (29.7.) veröffentlichten Studie des Autoexperten von der FH Gelsenkirchen. Dudenhöffer rechnet in der Automobilindustrie in Westeuropa mit Kapazitätsabbau und Werkschließungen. Dagegen setze sich das Wachstum in den boomenden Automärkten China, Russland und Indien fort.

Gesenkte Absatzprognosen

Angesichts der schwierigen Lage auf dem Automarkt in den USA hatten Toyota, PSA oder Renault zuletzt ihre Absatzprognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Daimler hatte die Gewinnprognose für 2008 deutlich zurückgeschraubt. Die drei großen US-Autobauer General Motors, Ford und Chrysler sind schon seit längerem auf einer Talfahrt, haben die Produktion gekürzt und tausende Stellen gestrichen.

Nach der Prognose Dudenhöffers fällt der weltweit größte Automarkt USA in diesem Jahr mit 14,5 Millionen Verkäufen auf das niedrigste Niveau seit dem Jahr 1993. Für Westeuropa erwartet der Experte einen Absatz von rund 14 Millionen Autos - das wäre der niedrigste Wert seit elf Jahren. Insgesamt werde der globale Automarkt wegen der boomenden Nachfrage in Asien und Osteuropa leicht um 0,6 Prozent auf rund 59 Millionen Verkäufe zulegen. Den größten Zuwachs mit fast einem Drittel erwartet Dudenhöffer in Russland: Es werde sich 2008 mit rund 3,2 Millionen Verkäufen erstmals zu einem größeren Automarkt als Deutschland entwickeln - hierzulande sei mit einem Absatz von 3,1 Millionen Autos zu rechnen.

Werksschließungen drohen

In den etablierten Automärkten sei der Treibstoffverbrauch zum entscheidenden Kaufkriterium geworden. Da die Autohersteller für die neuen Generationen der "Super-Sparautos" mit kleinen, hochaufgeladenen Motoren und Hybrid-Fahrzeugen für die Großserien noch drei Jahre Zeit bräuchten, gebe es trotz eines großen Modellangebots eine Produktlücke.

Weltweit gesehen verlieren die Automärkte in Westeuropa, Nordamerika und Japan aus Sicht Dudenhöffers schneller an Bedeutung als zunächst erwartet. 2008 werde der Anteil der sogenannten Triade erstmals unter die Schwelle von 60 Prozent fallen. "Das hat Konsequenzen für die Produktionskapazitäten und Arbeitsplätze." Werkschließungen blieben nicht auf die USA konzentriert. Zudem müsse sich Westeuropa in den nächsten Jahren auf eine neue Verlagerungswelle in Richtung Osten vorbereiten.

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