Experte: Konjunkturprogramm ist schädlich

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hat das von der Bundesregierung angekündigte Konjunkturprogramm mit Anreizen zum Kauf umweltfreundlicher Neuwagen scharf kritisiert.

Die angedachten Steuererleichterungen seien "eindeutig der falsche Weg", heißt es in einer am Dienstag (21.10.) vorgelegten Stellungnahme Dudenhöffers, der als Professor an der Universität Duisburg-Essen arbeitet. Von 100 in Deutschland möglicherweise künftig subventionierten Neuwagen stammten höchsten 45 aus heimischen Fabriken, so der Experte. Ein Großteil des Programms gehe damit an den deutschen Autofabriken vorbei.

Noch nicht berücksichtigt sei dabei, dass in Deutschland eher größere Fahrzeuge gebaut werden. Daher könne es nicht ausgeschlossen werden, dass die Nachfrage sogar verstärkt zu im Ausland gebauten kleineren Modellen umgeleitet werde. "Es könnte sogar ein Programm werden, das die Autofabriken in Deutschland in der Krise zusätzlich schädigt", so Dudenhöffer.

Gleichzeitig gingen rund drei Viertel der in Deutschland produzierten Wagen in den Export, so dass mögliche Steuervorteile in in Deutschland beim Verkauf dieser Neuwagen keine Rolle spielten. Auch in Deutschland sei damit zu rechnen, dass Steuervorteile aus einem Konjunkturprogramm eher zu sogenannten Mitnahmeeffekten führen würden. "Ein Käufer mit Zukunftsangst ist ein schlechter Käufer. Den bewegt man auch mit drei Prozent mehr Rabatt nicht zum Kauf", so Dudenhöffer.

Einen Schaden habe das Programm derzeit jedoch voraussichtlich bereits durch die Ankündigung der Kanzlerin verursacht. Damit hätten jetzt eine Kaufzurückhaltung und das Abwarten auf die Geldgeschenke der Bundesregierung eingesetzt. Als besseren Weg zur langfristigen Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie nannte Dudenhöffer etwa eine Stärkung von Forschung und Entwicklung.

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dpa

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