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Experten-Einschätzung

Hohes Risiko für Opel unter GM-Dach

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer Foto: dpa 144 Bilder

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht große Risiken für den Autobauer Opel unter dem Dach von General Motors (GM). Zwar klinge der vom GM-Chefunterhändler John Smith genannte Plan, "nur" 10.000 Stellen in Europa abzubauen, auf den ersten Blick versöhnlich und erinnere stark an das abgeschmetterte Konzept des Zulieferers Magna.

05.11.2009

Nach den Erfahrungen der vergangenen 20 Jahre sei das Risiko des Scheiterns für Opel bei GM aber dennoch hoch: "Nach meiner Einschätzung zu hoch, um Steuermilliarden als Kredite zur Verfügung zu stellen", sagte Dudenhöffer.

GM bleibt russischer Markt versperrt

Der Fachmann begründete seine Bedenken unter anderem damit, dass der potenzielle Wachstumsmarkt Russland für GM anders als für Magna weitgehend versperrt bleibe: "Nachdem GM auch in Russland Porzellan zerschlagen hat, werden GM nicht die Möglichkeiten offenstehen, die bei Opel-Magna-Gaz vorhanden gewesen wären. Damit ist das Geschäftsvolumen von Opel-GM deutlich kleiner als von Magna-Opel-Gaz."
 
Zudem zeige die Erfahrung, dass das Geschäft von Opel unter der "Fernsteuerung" aus Detroit leide: "Die Entscheidungen sind oft zum Nachteil von Opel ­ etwa wenn Modelle wie ein Opel Agila oder ein Opel Antara einfach als Fahrzeug einer anderen GM-Unit aus Korea oder Ungarn mit Opel-Emblem in die Autohäuser gestellt werden." Im "Deutschlandradio Kultur" sagte der Autoexperte, GM habe ein Weltbild mit "Dinosaurier-Charakter" und wolle die Märkte zentralistisch steuern. Moderne Organisationsformen sähen hingegen die Bildung kleiner Geschäftseinheiten mit hoher Eigenverantwortung vor.
 
Dudenhöffer fürchtet, dass GM es nach der Insolvenz schwer haben wird, zu guten Konditionen Kredite zu erhalten. "Damit ist es sehr risikoreich für GM, zwei große Sanierungsfelder ­ Westeuropa und Nordamerika ­ zu bearbeiten." GM plane offensichtlich eine Dublette des Magna-Plans, um mehr als 2 Milliarden Dollar deutscher Steuergelder als Kredite zu erhalten und an Lohnzugeständnisse der Beschäftigten zu kommen.

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