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Extrem-Tour Australien: Outback Challenge

Red Rock Racing

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Es ist Mittwochnach­mittag, als die Renn­leitung die schlechten Nachrichten verkündet: "Alle Wege nach Broken Hill sind ­gesperrt. Sämtliche Wettkampfsektionen werden geschlossen. Die neunte Outback Challenge 4x4 Austra­lien wird abgebrochen." Was war passiert?

15.03.2008 Powered by

Sonnabend, Start des Rennens. Die erste Prüfung ist eine ­schnelle Sektion. Sie führt durch ein ausgetrocknetes Flussbett, schlängelt sich zwischen den ­wenigen Baumgruppen hindurch. Nacheinander schießen die ­hochgezüchteten Rennmaschinen durch den roten Sand. Das ­Wetter spielt mit. Erst am Abend ziehen erste Wolken auf.

Am Sonntag führt der Wettkampf in einen alten Steinbruch am Rande von Broken Hill. Viele Einwohner kommen aus der Kleinstadt, um die spektakulären Fahrzeuge über die spitzen ­Felsgruppen und die meterhohen Steinstufen klettern zu sehen.

Für die meisten Besucher ein ­beeindruckendes Erlebnis. Abends – erste dicke Regenwolken tauchen auf – werden die 39 Teams in vier Gruppen aufgeteilt und in unterschiedliche Richtungen geschickt. Jeder Wettkampf der kommenden Tage soll auf einem anderen Terrain ausgetragen ­werden. Sand, Matsch, Felsen und Wüste: Die verschiedenen Anforderungen zwingen die Teams, ständig das Setup am ­Auto sowie ihre Fahrweise ­anzupassen.

Am Montag regnet es ununterbrochen. Die Sektionen werden zu echten Herausforderungen. Schon leichte Steigungen ent­wickeln sich zu gefährlichen Rutschflächen, und in den Matschpassagen klaffen tiefe Schlammlöcher. Nur langsam wühlen sich die Autos durch den aufgeweichten Parcours. Die für die Wertungsprüfungen eingeplanten Zeitfenster reichen nicht aus. Auch die eigentliche Wüstenstrecke ist nicht mehr wiederzuerkennen – durch das viele Wasser wurde aus dem ­roten Pudersand eine klebrige Masse. Schnelles Durchkommen ist hier unmöglich. Stattdessen müssen sich die Teilnehmer von der Winde ziehen lassen und ständig ihre Reifen von dem klebrigen Brei befreien. Der ­Regen hört auch am Abend nicht auf. Immer mehr Wasser fällt aus dem schwarzen Himmel. In der Nacht ziehen schwere Gewitter auf. Die durchnässten Zelte bieten jetzt kaum noch Schutz. Ein paar Gruppen finden Unterstände und kleine Holzhütten, in denen sonst Schafe geschoren werden. Zusammengekauert hoffen alle auf besseres Wetter.

Dienstagmorgen – und keine Besserung in Sicht. Die Teil­nehmer versuchen, wenigstens eine der Prüfungen zu schaffen. Doch vergebens. Selbst kleine Bäche sind jetzt zu reißenden Strömen geworden. Sie nehmen alles mit, was ihnen im Weg steht. Die meisten Strecken sind überspült. Der Wettkampf wird unterbrochen. Wer in den Sek­tionen feststeckt, ist von der ­Versorgung abgeschnitten und auf seine eigenen Vorräte angewiesen. Viele der Fahrer sind zwar alte Hasen und haben einige Rallyes auf dem Buckel, doch die 9.  Australian Outback Challenge ist anders: ein Albtraum. In diesen drei Tagen fällt so viel Regen auf die Region Broken Hill wie in den vergangenen 15 Jahren nicht. Es ist Mittwoch­nachmittag, als die Rennleitung die schlechten Nachrichten ­verkündet. Erst Donnerstagnacht erreichen die letzten Fahrer ­Broken Hill. Keiner fehlt. Ein Wunder.

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