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Extrem-Tour Marokko Outback Challenge

Offensive Sandsturm

Tanger, Casablanca, Marrakesch... – allein die Namen dieser Städte treiben einem schon den Geruch von frischen Gewürzen, Tee und Wasserpfeife in die Nase. Quirliges Treiben auf den Straßen, lautstarkes Stimmengwirr an ­jeder Ecke, nichts ist in Ruhe. Wer in dieses Land kommt, merkt ­sofort: Hier ist alles anders.

12.11.2007 Powered by

Sand, Meer und Schnee sind in Marokko irgendwie miteinander verbunden, und zwar auf eine Art und Weise, von der Club-Touristen nur träumen können. Im Norden drängen sich die Siedlungen an den fruchtbaren Hängen des Atlas-Gebirges, weiter landeinwärts folgen die steppenhaften Hochflächen des Tafellandes, und im extrem heißen Süden grenzt Marokko an die westliche Sahara.
Und ausgerechnet dort, in den Ausläufern des Antiatlas, wo Sand­dünen und steinige Ödflächen der Wüste die Landschaft prägen, findet zum zweiten Mal ein 4x4-Abenteuer statt, das seinesgleichen sucht: die Outback Challenge in Marokko. Inspiriert von der gleichnamigen australischen Herausforderung für ­gestandene 4Wheeler, bietet ­diese Rallye längere Etappen in noch schrofferer Landschaft.
Es ist Ende April, als sich die Teilneh­mer in Südfrankreich ­treffen. Insgesamt 13 Einzel- und sechs Doppelteams haben ihre Autos auf den harten Wettkampf vorbereitet. Höher gelegtes Fahrwerk, Winde, Überrollbügel und gutes Navigationssystem gehören jeweils zur Standardausrüstung. Es ist ein gemischtes Feld aus Suzuki Samurai, Jeep CJ, Land Rover Defender, Toyota HZJ, Mitsubishi L200 und ­Nissan Patrol. Die Fahrer sind ehrgeizige Abenteurer, viele von ihnen Europäer. Sogar Frauen­teams sind mit von der Partie. ­Eine Woche lang wollen auch sie die sandige marokkanische Mondlandschaft zum Kampf ­herausfordern.

Von Frankreich aus geht es per Fähre nach Tanger. 36 Stunden dauert die Fahrt auf dem überfüllten Boot. Dann endlich Festland. Es beginnt ein 700 Kilometer langer Ritt gen Süden – von Tanger nach Marrakesch. Am ­nächsten Tag der Prolog und die erste Etappe über die ­bizarren Berge des Atlas: ausgetrocknete Flussbetten, felsige Kletterpartien und sandige Hänge. Das geht an die Substanz. Erst am Abend erreichen die ­letzten Teams das Ziel. Schon während dieses ersten Laufs ist einiges kaputtgegangen. Gut, dass der große Service-Truck über die ganze Woche dabei ist – mit Schweiß­geräten, Kompressor und Ersatzteilsortiment für kleine Reparaturen.

In den folgenden Tagen führt die Tour nach Südosten. Nur langsam kommt die Truppe voran, zu schlecht sind die Wege. Vorbei geht’s an kleinen Palmen-Oasen und durch tiefe Schluchten, raus aus dem Atlasgebirge und rein in die Sahara. Alle wissen, dass der feine Sand unberechenbar ist. Und er fordert seine ersten Opfer: verstopfte Luftfilter, versandete Motorräume, immer wieder ­festgefahrene Allradler. Schnell voran? Unmöglich! Vor allem die 300 Kilometer lange Navigations­wertung stellt sich als wahre ­Härteprüfung heraus. Die Teilnehmer müssen 15 verschiedene Navigationspunkte in der Wüste anfahren – und das bei 50 Grad Celsius. Eine Mammutaufgabe unter diesen Bedingungen. Nur drei Autos schaffen die Orientie­rungs­­wertung in der vorgesehenen Zeit. Kein Wunder: Ihre Fahrer haben die meiste Wüsten­erfahrung.

Wie Chris Hummer aus Australien und Carole ­Montillet aus Frankreich, die für diese Cross Country-Prüfung ein Team bilden. „Zum Glück“, meint Chris. ­„Caroles Dakar-­Erfahrung war für uns ein echter Vorteil. Es ging hunderte Kilometer nur über Sanddünen, ohne dass wir irgend­welche Wege oder Straßen zu sehen bekamen. Ein Wunder, dass wir überhaupt angekommen sind.“ Andere Teams treffen erst spät in der Nacht am Sammelpunkt ein – völlig ­erschöpft und deutlich gezeichnet von den ­Strapazen in der gnadenlosen Sandwüste.

Die abschließenden Prüfungen am nächsten Tag gehen ans ­Eingemachte, genauer: aufs ­Material. Felsen, eine extrem steile Sandwand und ein tiefer Fluss mit riesigen Gesteins­brocken müssen bezwungen ­werden. Wer den Parcours am schnellsten ­bewältigt, bekommt die meisten Punkte. Und wieder sind es die Teams mit der ­größten Erfahrung und den aufwendig präparierten Autos, die hier die Führung ­übernehmen – obwohl auch sie mit den vielen Hindernissen zu kämpfen ­haben. ­Räder drehen frei in der Luft, Autos setzen sich aufs Heck, ­Karossen werden zerbeult. Und immer wieder heißt es: Sandbleche raus, Winde abspulen, den Wagen freischaufeln. ­Alles nun bei 52 Grad im Schatten – nichts für Warmduscher.
Am Ende der zweiten Marokko-Outback Challenge gewinnt ein Team aus England. Simon Buck und Beifahrer Matthew Cook ­haben sich mit ihrem umgebau­ten Land Rover Defender 110 Trayback den Sieg hart erkämpfen müssen – über rund 3000 ­Kilometern quer durch Marokko und die Westsahara.
Doch nicht nur für sie steht der Termin für die nächste Outback Challenge schon fest im Kalender: Ende April 2008.

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