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Toyota Hilux Polar Challenge

Mit dem Hilux an den Nordpol

12 Bilder

Seit 2003 gibt’s die Polar Challenge. Ein Rennen, bei dem die Starter versuchen, 350 Meilen quer durch die Arktis zurückzulegen und den magnetischen Nordpol zu erreichen. Auf Skiern. Dabei wäre es im Auto doch sicherlich viel angenehmer.

19.12.2008 Powered by

Das dachten sich auch die Macher der britischen BBC-Kult-Sendung „Top Gear“ Jeremy Clarkson, James May und Richard Hammond – und entschlossen sich zu einem ihrer berüchtigten Rennen: das Auto gegen den Hundeschlitten – die in der Arktis bislang bewährteste Art zu reisen. Hammond mit dem Schlitten, Clarkson und May gemütlich im Auto – so zumindest die Idee.

Toyota spendiert zwei neue Hilux

Die findet auch Toyota Groß­britannien spannend und spendiert den Jungs zwei neue Hilux mit dem Dreiliter-Dieselmotor. Vor dem Start des Abenteuers sind allerdings Spezialisten gefragt, um die Fahrzeuge entsprechend zu präparieren. Im Dezember 2006 wechseln die Autos deshalb auf eine andere Insel, nach Island. Dort sind mit der Firma Arctic Trucks ausgewiesene Experten beheimatet, die wissen, worauf es beim Autofahren auf Eis und Schnee ankommt.

Jeweils über 240 Mannstunden dauert der Umbau jedes Hilux. Voran­gegangen sind erste Touren zum Ausgangspunkt der Expedition, der kanadischen Resolute Bay. Wichtigstes Thema: Welche Reifengröße eignet sich am besten? Letztendlich entscheidet man sich für 38-Zoll-Gummis – das maximale ­Kaliber von 44 Zoll scheint für den Hilux ungeeignet, 37er-Reifen wiederum zu klein für den Einsatz.

Fahrwerks-Änderung, ordentlich dimensionierte Bereifung

Die weiteren Modifikationen des Hilux sind schnell festgelegt. Statt eines Bodylift wird das Fahrwerk komplett geändert. Die Vorderachse rückt ein Stück nach vorn, die Federn kommen etwas höher. An der Hinterachse werden die ­längeren Blattfedern des Toyota Tundra montiert. Um den Schwer­punkt nicht zu sehr nach oben wandern zu lassen, legen die ­Profis das Fahrwerk nur im ­unbedingt notwendigen Maß ­höher und bearbeiten stattdessen die Karosserie, um den riesigen Reifen ausreichend Raum zu ­geben.

Kleiner Zusatztank mit 90 Liter

Zur Ermittlung der ­richtigen Tankgröße werden zwei Drittel an Kilometern der geplanten Gesamtstrecke zugrunde gelegt – ein 90 Liter fassender Zusatzbehälter kommt an Bord. Das Team reduziert die Achs­übersetzung auf 4,88:1, installiert zudem vorn und hinten Sperren. Doch am wichtigsten sind die ganzen Zusatzheizungen bis hin zum beheizten Kraftstofffilter. Das umfangreiche Kamera-Equipment macht größere Batterien und Inverter notwendig.

Damit ist der Job allerdings längst nicht erledigt. Zu den weiteren Aufgaben für die Jungs von Arctic Trucks gehören: Fahren des zweiten Hilux für die Film-Crew sowie eines dritten Versorgungsfahrzeugs – einen Toyota Land Cruiser 120. Drei Mitarbeiter der Firma begleiten das Abenteuer – nicht nur als Fahrer, auch als Trainer, Bergecrew und Routenscouts. Obwohl die Isländer ausgewiesene Schnee- und Gletscherprofis sind, ist eines selbst für sie neu: Fahren auf dem dünnen Eis des zugefrorenen arktischen Ozeans.

Lichtschutz-Folie - lebensgefährlich?

Deshalb gibt es auch Bedenken wegen der Lichtschutz-Folie, die erst nachträglich auf die Scheiben kommt. Denn die einzige (kleine) Überlebenschance, falls das Auto durch das Eis brechen sollte, ­besteht darin, die Fenster zu ­zertrümmern, um sich retten zu können.

Am 22.  April 2007 startet das Rennen. 655 Kilometer trennt die beiden Teams vom Ziel. Die Route führt sowohl über einzelne Inseln als auch über das zugefrorene Polarmeer. Der magnetische Nordpol unterscheidet sich bekanntlich vom geografischen Nordpol auf der Landkarte und „wandert“ jedes Jahr ein Stück weiter.

Der Nordpol wandert

Zur Zeit der Expedition liegt er im Meer vor der kanadischen Insel Ellef Ringnes.
Während sich das Schlittenhunde-Team vom Beginn an dem Ernst der Lage stellt, meinen Clarkson und May anfangs eher, ein außergewöhnliches, aber auch amüsantes Abenteuer zu erleben – im Stil einer Großwildsafari, nur etwas kälter. Da picknicken beide fröhlich im Zelt mit Lachs, Käse und Wein, vollführen Späßchen mit dem „Bumper Dumper“, einer am Hilux-Heck montierten Klobrille, und reißen, Schokoriegel mampfend, Witze.

Lebensgefährlich dünnes Eis

So kennt man die Jungs aus den „Top Gear“-Sendungen. Der Spaß, stundenlanges lässiges Tiefschnee-Cruisen über flachen Boden, hat allerdings bald ein Ende. Das Eis ist wegen des späten Startzeitpunkts bereits bedrohlich dünn, der schwer beladene Hilux bricht durch und muss geborgen werden. Die Anspannung steht May und Clarkson ins Gesicht geschrieben – im Zeitlupen­tempo tasten sie sich Kilometer um Kilometer über die brüchige Eisdecke, immer darauf bedacht, der Küste nicht zu nahe zu kommen. Durch den Wellengang ist das Eis dort besonders brüchig – und die Gefahr einzusacken groß. Ein Erlebnis, das man nicht haben muss. Selbst die hartge­sottenen isländischen Profis von Arctic Trucks beginnen, sich ernsthafte Sorgen zu machen. Der vor Kurzem noch lässig überholte Richard Hammond mit dem Hundeschlitten-Gespann kommt immer näher.

Ein 100 Kilometer langes Feld aus Eisbrocken

Das zweite unterschätzte Hindernis wartet in Form eines zerklüfteten Eisfeldes – aufgeworfene Brocken im Mehrfamilienhaus-Format. Ein 100 Kilometer brei­tes und 40 Kilometer langes Feld. Umfahren? Unmöglich. Clarkson und May erreichen ihr Limit, Späße machen sie schon längst keine mehr. Drei Tage dauert das Eis-Inferno. Clarkson ist vom ewigen Steckenbleiben, Ausgraben, Schneeleiterauslegen und wieder -einsammeln zwischenzeitlich so entnervt, dass er Vollgas gibt und den Hilux prompt mit einem mörderischen Sprung fachgerecht zerlegt: Zusatztank abgerissen, Stoßdämpfer und Kardanwelle sind hin, die Reifen vom Rad gesprungen. Notrepa­ratur bei minus 40 Grad. Hammond überholt mit den Hunden.

Der Nordpol: Ein Fleck im Nirgendwo

110 Kilometer vor dem eigentlichen Ziel erreicht der Hilux wieder die weite Ebene, fliegt dem Nordpol entgegen und überholt die Schlittenhunde. Ein ­letzter Einsatz für Axt und Motor­säge, drei Stunden Arbeit, um ein kleineres Trümmereis-Feld zu überwinden, dann ist es ­geschafft. Clarkson und May ­stehen am Nordpol, einem unscheinbaren, zugeschneiten Fleck im Nirgendwo. Beide sind – ganz und gar unüblich – einfach nur still und ergriffen. Die Strapazen der vergangenen Tage haben ­demütig gemacht. Dann brechen sie auf zum Rückweg – 655 ­Kilometer bis nach Resolute Bay. 

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