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Extreme Inder-Pretationen

Auto-Guru Dilip Chhabria

Foto: DC Design 69 Bilder

Über 500 Modelle hat der angesagteste indische Designer Dilip Chhabria in dreizehn Jahren geschaffen. Seine extravaganten Strechlimousinen, Wohnmobile, Luxusreisebusse und Spezialfahrzeuge stehen für seine Berufung - das Extreme.

30.03.2006 Ralf Bücheler

In Europa ist Dilip Chhabria mit seiner Firme DC Go vor allem für seine spektakulären Auftritte auf dem Genfer Automobilsalon bekannt, wo er in den letzten Jahren mit zahlreichen Sportwagen-Konzepten für Aufsehen sorgte.

auto-motor-und-sport.de konnte einen Blick hinter die Kulissen des DC-Imperiums werfen und sprach mit dem Auto-Guru, der trotz seines Erfolgs noch Design-Träume hat.

Welches waren die wichtigsten Stationen in Ihrem Leben?
Chhabria: Meinen Abschluss in Design machte ich am Art Centre in Kalifornien. Danach arbeitete ich kurzzeitig für GM. 1982 gründete ich einen Zubehör-Betrieb. 1993 rief ich DC Design ins Leben, um das vorhandene kreative Talent im Niedriglohnland Indien wirksam einzusetzen. DC Design wuchs so von 13 Mitarbeitern und einer Kapazität von nur zwei Fahrzeugen pro Jahr, auf 350 Mitarbeiter, die 2005 bereits 100 Autos herausbrachten. Den richtigen Durchbruch brachten Autos wie der Karma (1994), Arya (1997), Lil (2000), Infidel (2002), Aston Martin V8 Vantage, Gaia (2003) und Go (2004), sowie der Porsche Cayenne and der Mercedes S 500 im Jahr 2005.

"Mein Traumprojekt: Einmal den Lamborghini Miura des 21. Jahrhunderts zu gestalten"

Was war der entscheidende Moment in Ihrem Leben an dem Sie sich sagten, “Ich möchte Designer werden"?
Chhabria: Soweit ich mich erinnern kann, zeichnete ich schon immer gerne Autos auf Wände, Tücher, Bücher usw. ... daher war die Leidenschaft von Anfang an da. Aber irgendwann im Jahr 1975 war ich so fasziniert von einigen Magazinen, die Amerikanische Concept Cars zeigten, dass ich mich dazu entschloss eine Karriere in diese Richtung zu starten.

Wie sieht Ihre persönliche Design-Philosophie aus?
Chhabria: Meine persönliche Design-Philosophie ging immer ins “Extreme” - das ist meine Berufung. Gleichzeitig muss Design glaubwürdig, ernstgemeint und fortschrittlich sein.

Welches ist für Sie das herausragendste und welches das schlechteste Design, das Sie je gesehen haben?
Chhabria: Das Herausragendste war der Gaia aus dem Jahr 2003 - das Schlechteste, der CrossTrack 02 für Ford Indien.

Ihre Lieblingsautos?
Chhabria: Alfa Romeo Brera, der Aston Martin V8 Vantage, Porsche 997, das 96er Bentley Java Concept.

Was ist Ihr Traumprojekt bzw. das Projekt, das Sie schon immer einmal realisieren wollten?
Chhabria: Den Lamborgini Miura des 21. Jahrhunderts zu gestalten.

So etwas wie “Indisches Styling” gibt es nicht

Sie bringen seit mehr als einem Jahrzehnt neue Automobildesigns heraus und können dabei bereits mehr als 500 verschiedene Designs vorweisen. Was denken Sie unterscheidet das Design in Asien von Europa und den USA?
Chhabria: Asiatische Proportionen sind tendenziell kleiner. Die Asiaten sind gegenüber amerikanischen und europäischen Designs recht voreingenommen und beginnen gerade erst damit, sich durchzusetzen und das Ruder in die Hand zu nehmen.

Was denken Sie, sind die wichtigsten Unterschiede bei der Gestaltung von indischen und europäischen Automobilen?
Chhabria: So etwas wie “Indisches Styling” gibt es nicht. Wir waren in gewissem Maße schon immer auf europäische und japanische Designvorgaben angewiesen.

Wie reagieren die Europäer auf Ihre Design-Konzepte? Gibt es eine positives Feedback?
Chhabria: Die Europäer sind, was unseren Design-Intellekt angeht, durchaus überrascht. Dadurch haben wir auch schon viel Zuspruch und Anerkennung erhalten.

Worauf kommt es beim Automobildesign am meisten an?
Chhabria: Das Schwierigste ist, sich auf neues Terrain vorzuwagen, ohne dabei die bisherige Design-Philosophie über Bord zu werfen. Gleichzeitig geht es aber auch darum, etwas Neues zu entwickeln, das in acht von zehn Fällen beim Publikum ankommt. Das ist nicht einfach.

Die Chinesen drängen mit ihren neuen Konzepten immer mehr auf den Europäischen und den US-Amerikanischen Markt. Wann werden wir Indische Designs oder eines Ihrer Konzepte auf Europäischen Straßen zu sehen bekommen?
Chhabria: Die Chinesischen Hersteller haben innerhalb kurzer Zeit ein gutes Niveau erreicht und sind daher besonders bestrebt, in neue Märkte wie die USA vorzustoßen. Ich glaube es wird noch mindestens fünf Jahre dauern, bis die Inder die Kompetenz und die Vision erreichen, auf dem europäischen und dem US-Markt Fuß zu fassen.

Könnten Sie sich vorstellen Ihr Design-Geschäft auch auf andere Bereiche auszuweiten?
Chhabria: Ja, wir planen eine Erweiterung in die Bereiche Luftfahrt, Yacht und Interieur-Design.

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