Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

F1-Machtpoker

Mosley gegen Ferrrari

Foto: dpa

Die Fronten zwischen dem Weltverband FIA und den Formel 1-Teams verhärten sich. Zu Beginn der Woche lieferten sich FIA-Präsident Max Mosley und seine einstigen Gefolgsleute von Ferrari ein verbales Duell. Mit der Kritik stehen die Italiener allerdings nicht alleine da.

30.10.2008 Michael Schmidt Powered by

Auf die Drohung des Ferrari-Präsidiums, dass man bei Einführung von Einheitsmotoren aus der Formel 1 aussteigen werde, folgte prompt die Antwort aus Paris. Ferrari habe die Sparpläne der FIA missverstanden. Der Einheitsmotor sei nur eine von drei Optionen. Wenn die Hersteller konstruktive Vorschläge unterbreiten, wie man in Zukunft Triebwerke für maximal fünf Millionen Euro pro Saison anbieten könne, wäre der Einheitsmotor vom Tisch. Wenn nicht, werde die FIA stur ihren Weg fortsetzen, die Formel 1 auf ihre Weise zu retten.

Zeit für Mosley abzudanken

FIA-Präsident Max Mosley steht mit seiner harten Tour ziemlich allein da. Der arrogante Unterton in der Belehrung für Ferrari kommt im Fahrerlager gar nicht gut an. Dort verdichtet sich quer durch alle Parteien der Tenor: "Es ist Zeit für den Präsidenten abzudanken". Noch wird hinter vorgehaltener Hand getuschelt, doch schon bald werden sich die ersten mit ihrer Kritik aus der Deckung trauen. Ein neutraler Beobachter schüttelt den Kopf: "Es ist ein Witz, dass sich Weltfirmen immer noch von Mosley an der Nase herumführen lassen und Angst vor ihm haben. Jetzt ist die Gelegenheit, ihm auch offiziell die Meinung zu sagen."

Erste Anzeichen gibt es bereits. Neben Ferrari haben auch Toyota, BMW und Mercedes durchblicken lassen, dass sie Einheitsmotoren nicht akzeptieren werden. Honda hält sich noch bedeckt, denkt aber genauso. Renault ist ein Wackelkandidat. Teamchef Flavio Briatore fürchtet offenbar, dass die Konzernleitung die Entwicklung eines neuen Motors aus Kostengründen nicht absegnen wird. Eine neue Motorenformel ist aber Voraussetzung dafür, die operativen Kosten pro Jahr auf unter fünf Millionen Euro zu drücken. Die aktuellen Achtzylinder sind mit drei GP-Wochenenden ausgereizt.

Streit über Motorenformel

Das Heraufsetzen der Lebensdauer soll 2009 die Zahl der Motoren pro Team von 40 auf 25 reduzieren und die Kosten auf maximal zehn Millionen Euro pro Jahr reduzieren. Kundenteams wie Williams, Red Bull, Toro Rosso und Force India würden dabei um rund 40 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand entlastet. Für die Zukunft schweben den Herstellern aber Laufzeiten von bis zu acht GP-Wochenenden vor. Das geht nur mit kleinvolumigen Turbomotoren.

Hier scheiden sich die Geister. Die FIA will den Motor ab 2011. Die Hersteller hätten als Einstiegsdatum lieber 2012, um die Entwicklungskosten zu strecken. Mosley könnte das Jahr Verzug zum Anlass nehmen, doch den Einheitsmotor durchzudrücken. Deshalb hält die FIA auch an ihrer Ausschreibung für den Einheitsmotor fest.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo machte in seiner Eigenschaft als FOTA-Chef Mosley unmissverständlich klar: "Nicht mit uns." Die harsche Reaktion des Engländers zeigt, dass sich das Pendel in Paris gedreht hat. Der einstige Verbündete Ferrari ist zum Feindbild geworden. Mal abwarten, wann die Rennkommissare das Ferrari spüren lassen. Das WM-Finale würde sich dafür geradezu anbieten.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige