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F1 Rekordhalter

Wachablösung

Foto: Daniel Reinhard

Rubens Barrichello hat beim GP Kanada Grund zu feiern: Er wird seinen 257. Grand Prix bestreiten und stellt damit eine neue Bestmarke auf. Der bisherige Rekordhalter Riccardo Patrese hielt diese zuvor ganze 16 Jahre.

05.06.2008 Michael Schmidt Powered by

Ein bisschen Wehmut ist doch dabei. 16 Jahre lang gab es einen Grund, sich an Riccardo Patrese zu erinnern. Er war der Mann mit den meisten GP-Starts. 256 Mal steht sein Name in den Ergebnislisten, von 1977 bis 1993 war er aktiv, eine unglaublich lange Zeit. Er saß in den alten Aluminiumsärgen und den Karbonpanzern, er erlebte Turbos und Saugmotoren, er fuhr gegen echte Haudegen wie Mario Andretti und gegen die Generation der Kart-Kids.

Zusammen über 500 GPs - aber kein Titel

Michael Schumacher, 1993 Teamkollege bei Benetton, prophezeite er nach dem ersten gemeinsamen Testtag hellseherisch: "Du wirst einmal einer der größten Rennfahrer aller Zeiten." Patreses letzte Saison war die erste des Fahrers, der ihn jetzt beerbt. Der Altmeister kann sich noch genau daran erinnern, wie ihm der Name Rubens Barrichello zum ersten Mal in die Quere kam. "Mein Mechaniker Les Johnson hat mir gesagt: Pass auf den auf, der wird mal Weltmeister." Nun, mit dem Titel ist es bei Barrichello nichts geworden, genauso wenig wie bei Patrese. Beide haben Siege, Pole-Positions, schnellste Runden und landeten je drei Mal im Endklassement auf den Ehrenplätzen zwei und drei. Doch der Titel, der fehlt.

Die Marathonmänner mussten lange auf ihren ersten Sieg warten, und die Erinnerung ist noch so präsent, als wäre es gestern passiert. "Am Samstag war ich zerstört. Ich stand nur auf Startplatz 18", erzählt Barrichello von Hockenheim 2000. "Einen nach dem anderen habe ich überholt, nur noch die zwei McLaren lagen vor mir, dann lief da der Verrückte über die Strecke, das Safety-Car kam und der Regen, und ab da wusste ich: Das ist dein Tag."

Unerwarteter Premierensieg

Auch Patreses Premierensieg 1982 in Monte Carlo ist kurios. Kurz vor der Zielflagge, es beginnt zu regnen, und Spitzenreiter Alain Prost feuert seinen Renault in die Leitplanken. Da liegt plötzlich Patrese vorn. Doch dann, in der Loews-Kurve, rutscht der Brabham auf der glatten Bahn aus: "Ich hatte nur 20 km/h drauf. Erst dachte ich, es wäre meine eigene Blödheit gewesen, doch 20 Jahre später erzählt Derek Daly, dass er da eine Ölspur gelegt hat."

Die Streckenposten ziehen Patrese aus der Schusslinie, "ich lege den Leerlauf ein, rolle den Berg runter, und der Motor startet wieder". In der letzten Runde sieht er Didier Pironi und Andrea de Cesaris am Pistenrand stehen, "doch da war noch ein Williams, der mich überholt hatte, ich musste also Zweiter sein. Im Ziel werde ich zur Fürstenloge dirigiert. Jemand sagt mir, dass ich gewonnen hätte. Ich frage: Bist du sicher?"

Wenn in der Formel 1 die Uhr abgelaufen ist, will Barrichello in seiner Heimat Tourenwagenrennen fahren. Patrese probiert sich gerade als TV-Kommentator, und er hat das Springreiten als Hobby entdeckt. Priorität hat die Familie. "Ich gebe ihr die Zeit zurück, die ich als Rennfahrer nicht hatte." Arbeiten muss der 54-Jährige nicht mehr. "Ich lebe von meinem Ersparten. Es ist nicht viel, aber es reicht."

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