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Abgas-Betrug bei Fiat-Chrysler

US-Behörden klagen an

Jeep Grand Cherokee

Der Autobauer Fiat-Chrysler hatte bereits in seinem im Februar veröffentlichten Jahresbericht eingräumt, dass in den USA weitere Behörden wegen des Verdachts des Abgas-Betrugs ermitteln. Jtzt hat die US-Regierung Klage gegen Fiat Chrysler eingereicht.

24.05.2017 Uli Baumann, Andreas Of 8 Kommentare

Im Streit über manipulierte Abgaswerte hat die US-Regierung vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Michigan Klage gegen Fiat Chrysler eingereicht, berichtet die Tagesschau. Der italienisch-amerikanische Konzern soll illegal Software eingesetzt haben, um die Abgaswerte der Fahrzeuge zu manipulieren.

Fiat Chrysler teilte in einem Statement mit, das Unternehmen sei enttäuscht über den Schritt des Ministeriums. Der Konzern prüfe die Klageschrift und beabsichtige, sich energisch zu verteidigen.

Die US-Behörde EPA hatte Fiat-Chrylser schon im Januar vorgeorfen, bei den Abgaswerten von 100.000 Autos betrogen zu haben. Es geht um „Light duty“-Fahrzeuge, also SUV und Pickup mit dem 3,0-Liter-Diesel aus den Modelljahren 2014 bis 2016. Der Motor kommt unter anderem im Jeep Grand Cherokee zum Einsatz. Der Aktienkurs des Unternehmens sank nach Bekanntwerden der Vorwürfe um 15 Prozent.

Fiat enttäuscht von der EPA

Fiat-Chrysler zeigte sich seinerzeit in einer Stellungnahme enttäuscht von der EPA und kündigte Aufklärung an. Die Motoren seien mit der neuesten Technologie ausgestattet. Man sei sich sicher, dass Abgasreinigung den gesetzlichen Vorgaben entspreche und habe außerdem monatelang jede Menge Informationen an die EPA geliefert, um die Funktion der Abgasreinigung zu erklären und auf Fragen der EPA zu antworten, erklärte FCA weiter.

KBA hatte schon im Mai 2016 einen Verdacht

Einen ersten Verdacht hatte das Kraftfahrtbundesamt bereits im Mai 2016 bei einem Fiat 500X geäußert. Daraufhin habe das KBA im Auftrag des Ministeriums vier weitere Fahrzeuge von Fiat-Chrysler untersucht. Dazu zählten erneut zwei Fiat 500X, ein Fiat Doblo und der Geländewagen Jeep Renegade. Wie der Spiegel meldet, sollen die Ergebnisse deutlich zeigen, dass bei allen überprüften Fahrzeugen ein qualitativ ähnliches Verhalten beim Anstieg von Stickoxidemissionen vorliege.

Nach 22 Minuten schaltet die Abgasreinigung ab

Bei den Prüfungen war festgestellt worden, dass die Abgasreinigung bei den Fahrzeugen jeweils nach 22 Minuten vollständig abschalte. Gerade rechtzeitig, um die Untersuchung beim offiziellen Testzyklus zu bestehen – denn der dauert 20 Minuten.

Die für die Zulassung der Fiat-Modelle zuständigen Behörden in Italien verteidigten die Genehmigung der Fahrzeuge damit, dass die Abschalteinrichtung aus Gründen des Motorschutzes verwendet werde. „Diese Ansicht (…...) kann Deutschland nicht teilen“, heißt es in einem nun bekanntgewordenen Schreiben des Bundesverkehrsministeriums aus dem August an die EU-Kommission.

Für die Bundesregierung sei damit der „Nachweis des Einsatzes einer unzulässigen Abschalteinrichtung“ erbracht, heißt es in dem Schreiben weiter. Nach Volkswagen wäre damit ein zweiter Autohersteller der Verwendung einer Manipulationssoftware überführt.

Auffällige Software

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat laut „Bild am Sonntag“ bereits im Mai 2016 einen Prüfbericht über angebliche Abgasmanipulationen bei Fiat Chrysler (FCA) an Behörden in Rom und Brüssel geschickt. Darin heißt es der Zeitung zufolge, dass der Autozulieferer Bosch das Amt informiert habe, dass Fiat in Fahrzeugen der besonders umweltfreundlichen Euro-Norm 6 auffällige „Software, Applikationen und Kalibrierungen“ verwende, die „möglicherweise nicht gesetzeskonform erscheinen“.

Der „BamS“ zufolge ist mit der Übersendung des Berichts an die EU-Kommission sowie an die italienische Zulassungsbehörde aus dem Vorwurf nun ein offizielles Verfahren der Europäischen Union geworden. Der Bericht trage den Titel Betreffzeile „Unzulässige Abschalteinrichtungen beim Fiat 500X“.

Nach einem Vorabbericht der „Bild“-Zeitung schließt das Bundesverkehrsministerium nicht aus, dem italienischen Konzern bei einer bestätigten dauerhaften Missachtung von Abgaswerten den Autoverkauf in Deutschland zu untersagen. Im schlimmsten Fall drohe der „Verlust der Typenzulassungsgenehmigung“.

Im Mai hatte Fiat einen im Bundesverkehrsministerium anberaumten Termin kurzfristig per Anwaltsschreiben abgesagt. Das Unternehmen bestand unter andrem darauf, dass für die Frage, ob Fiat-Fahrzeuge die europarechtlichen Abgas-Vorschriften einhalten, allein italienische Behörden zuständig sind. Fiat beruft sich dabei auf europäisches Verfahrensrecht und verweigert sich zunächst weiteren Gesprächen mit deutschen Behörden.

Dobrindt kritisiert Fiat

Verkehrsminister Dobrindt kritisierte den Hersteller scharf und warf ihm unkooperatives Verhalten vor. „Hier stehen konkrete Vorwürfe im Raum. Es wäre angemessen, wenn Fiat gegenüber der Untersuchungskommission dazu Stellung nehmen würde“, erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in seiner Pressemitteilung.

Die Untersuchungskommission hat Zweifel, ob bei Fiat die Typgenehmigungsvorschriften eingehalten wurden. Bei Abgastests durch das KBA waren Fiat-Modelle durch erhöhte Abgaswerte aufgefallen. Die Systeme zur Abgasreinigung in den Fiat-Motoren sollen sich demnach nach 22 Minuten automatisch abgeschaltet haben. Ein standardisierter Abgastest dauert 20 Minuten.

Auffälligkeiten im auto motor und sport-Test

Schon bevor das Bundesverkehrsministerium jetzt wegen auffälliger Abgaswerte bei Modellen des Autokonzerns FiatChrysler die italienischen Behörden für weitere Konsequenzen einschaltete, zeigte ein Fiat-Dieselmodell auch in einer Testreihe vont auto motor und sport ungewöhnlich hohe NOx-Werte. Bei der Messung der Abgaswerte im realen Straßenverkehr stieß ein Fiat 500X mit dem 1,6-Liter-Dieselmotor trotz NOx-Speicherkat auf einer 100 km langen Testrunde 845 mg NOx pro Kilometer aus. Das ist das 10,6-fache des Grenzwertes und das mit Abstand schlechteste Ergebnis aller Euro-6-Modelle in diesem Test.

(Die offiziellen Messungen für die Zulassung eines Fahrzeugs finden allerdings unter Laborbedingungen auf einem Rollenprüfstand statt – also nicht auf der Straße.)

Im Vergleich zu einem VW Golf Diesel mit einem 2,0-Liter-Diesel, der im auto motor und sport-Test auf der Straße die niedrigsten NOx-Werte aller Dieselautos erreichte, lagen die Fiat-Werte fast sechsmal so hoch. Auch der Golf verfügt wie der Fiat 500 über einen NOx-Speicherkat.

Die höchsten NOx-Werte von 1.055 mg NOx pro km erreichte der Fiat 500X auf der Autobahn bis Tempo 130. Sehr hoch waren die NOx-Werte aber auch im Stadtverkehr mit 820 mg pro km und auf der Landstraße bei wechselnden Geschwindigkeiten und Höhenunterschieden mit 928 mg NOx pro km.

Im Test hatte auto motor und sport im November 2015 neun Fahrzeuge: Dieselmodelle von BMW, Opel, Volvo, Audi, Mercedes, Mazda, VW und Fiat sowie als Vergleichsmodell einen Ford Mondeo mit Benzinmotor.

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Warum sollte ein kleiner Hersteller wie Fiat-Chrysler revolutionäre Abgastechnik auf den Markt bringen, wenn der Betrug der Nummer 1 weltweit beinahe 10 Jahre unbehelligt blieb?? Und VW ist dank Lobbyismus und quasi Protektionismus viele Jahre damit bestens gefahren.

Kann mir doch keiner erzählen, der VW Diesel Beschiss wäre ein großes Geheimnis gewesen. Wenn ein neues Auto auf den Markt kommt, wird es von der Konkurrenz analysiert. Die ganze Branche wusste Bescheid und haben sich angepasst. Auf den Boomerang konnte man warten.

Nescio1 22. Januar 2017, 10:54 Uhr
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