Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Facelift-Modelle auf der IAA 2013

Wer geklotzt und wer nur gekleckert hat

05/2013, BMW 5er Limousine Foto: BMW 56 Bilder

Neben zahlreichen Neuheiten werden auf der IAA natürlich auch wieder viele überarbeitete Modelle präsentiert. Wir haben die wichtigsten Facelifts zusammengetragen und wagen uns an ein kleines Ranking, welche Facelift-Premieren wirklich sehenswert sind, und welche Sie verpassen dürfen.

01.09.2013 Thomas Gerhardt

Das Facelift (oder auf Deutsch: die Modellüberarbeitung) ist ein eher schwer definierbarer Begriff. Es gibt Hersteller, die verkaufen ein Modell nach einer Verjüngungskur gerne Mal als komplette Neuheit, andere statten einen Wagen eher beiläufig mit technischen Neuerungen aus und machen nicht viel Wirbel darum, geschweige denn eine aufwendige Präsentation. Um Alt-Kunden nicht zu verärgern, gilt es optische und technische Änderungen nicht ausufern zu lassen. Ein paar dezente Verfeinerungen an der Optik, neue Assistenzsysteme und Erweiterungen der Motorenpalette – das sollte ausreichen um eine Baureihe bis zum nächsten Generationswechsel frisch und für Käufer attraktiv zu halten.

IAA Facelifts: BMW 5er rundum erneuert

An diese Definition hält sich zum Beispiel BMW, die nach dem "Eine-Milliarde-Euro-Facelift" der Mercedes E-Klasse Anfang des Jahres nun den BMW 5er mit weit weniger Aufwand für den Konkurrenzkampf in der oberen Mittelklasse fit machen. Die Baureihe, die voraussichtlich in 3 Jahren von einer neuen Generation abgelöst wird, zeigt sich auf der IAA mit einer leicht modifizierten Frontpartie, die auf Wunsch neue LED-Scheinwerfer trägt. Größere Lufteinlässe in der Frontschürze, in die Außenspiegel gewanderte Seitenblinker und ein bisschen mehr Chrom runden die optischen Änderungen ab.

In technischer Hinsicht gewinnt das BMW 5er-Facelift mit der sensorgesteuerten, automatischen Heckklappe und dem berührungsempfindlichen Eingabefeld auf dem i-Drive-Controller dazu. Das Infotainmentsystem Connected Drive wurde besser mit Smartphones vernetzt und die Palette der Assistenzsysteme um einen Fernlichtassistenten, dem Nachtsichtsystem mit Personen- und Tiererkennung, dem Stauassistent sowie einen vollautomatischen Parkassistenten ergänzt.

Hinzu kommt, dass alle Motoren des BMW 5er entsprechend der Euro 6-Norm optimiert wurden. Die Diesel-Modelle werden dazu serienmäßig mit BMW BluePerformance Technologie zur Reduzierung der Stickoxid-Emissionen ausgestattet. Neuer Basisdiesel ist der 518d, ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbodiesel mit 143 PS und 360 Nm Drehmoment.

BMW hat beim 5er also ordentlich Hand angelegt, der Umfang der Änderungen bleibt aber noch überschaubar. Und weil nicht nur Limousine und Kombi, sondern auch noch der 5er GT und das M-Modell von der Überarbeitung profitieren, darf das Facelift als rundum gelungen bezeichnet werden. Im IAA-Facelift-Ranking (1-4 Punkte, 1 Punkt: Langweilig! 2 Punkte: Höchstens für Fans interessant. 3 Punkte: Ganz nett. 4 Punkte: Must see!) bekommt der 5er daher 4 von 4 Punkten.

Audi A8 bekommt neue LED-Matrix-Scheinwerfer

Auch Premium-Konkurrent Audi wird auf der IAA ein Facelift präsentieren. Die Ingolstädter haben sich den A8 vorgeknöpft und reagieren mit der Frischekur auf die Markteinführung der neuen Mercedes S-Klasse. Die Optik wurde nur marginal überarbeitet: Vorne verläuft die Unterkante der Scheinwerfereinheiten nun gerade, hinten wurde die Heckschürze und das Design der Auspuffendrohre leicht verändert. Motorhaube, Singleframe-Kühlergrill und Frontstoßfänger mit dem Facelift noch plastischer wirken sollen, aber um das zu bestätigen, bedarf es schon einen Blick auf das reale Auto. Studiofotos reichen dafür nicht aus.

Immerhin wurde die Motorenpalette umfangreicher überarbeitet. Plus 20 PS gibt es für den 3.0 TFSI (310 PS), der 4.0 TFSI leistet 15 PS (435 PS) mehr und bei den Dieseln steigt die Leistung des 3.0 TDI auf 258 PS, der 4.2 TDI kommt künftig auf 385 PS und 850 Nm. Wie bei BMW wurden auch bei Audi alle Aggregate auf die Euro 6-Abgasnorm getrimmt.

Auf der Optionsliste des Audi A8 stehen nach dem Facelift der neue Spurhalte- und der Parkassistent mit Umgebungsanzeige. Ebenfalls neu ist das optionale Head-up-Display. Der ganze Stolz der Entwickler sind aber die neuen LED-Matrix-Scheinwerfer, die die wichtigste Neuerung am Audi A8 markieren. In unserem IAA-Facelift-Ranking gibt es für das Audi A8 Facelift 2,5 Punkte, damit bewegt es sich irgendwo zwischen "ganz nett" und "höchstens für Fans interessant".

Jaguar XJ Facelift mit neuem Basismotor

In der Oberklasse legt auch Jaguar ein Facelift nach. Auf der IAA feiert der überarbeitete XJ seine Premiere. Die Karosserie bleibt jedoch unverändert. Neu ist ein Vierzylinder-Turbobenziner, der aus 2 Litern Hubraum 240 PS schöpft undein maximales Drehmoment von 340 Nm auf die Antriebswelle stemmt. Außerdem werden künftig alle Motoren mit serienmäßig mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet.

Vom Innenraumupgrade profitiert hauptsächlich die XJ-Version mit langem Radstand. Die beiden Fondsitze bieten nun drei Massageprogramme, Klimatisierung und Belüftung. Zudem können die Lehnen in der Neigung verstellt werden. Ein geänderter Dachhimmel soll außerdem die Kopffreiheit im Fond verbessern.

Die XJ-Limousine wurde also nur in wenigen Details verändert. Dafür gibt es im IAA-Facelift-Ranking 2 Punkte.

Range Rover Evoque bekommt neue Assistenzsysteme

Konzernschwester Land Rover reist mit dem überarbeiteten Range Rover Evoque zur IAA. Der SUV bekommt bereits 2 Jahre nach seiner Markteinführung ein Facelift, hat sich optisch allerdings nur in Nuancen geändert. Technisch gesehen ersetzt eine neue Neungang-Automatik den bisherigen Sechsgang-Automaten. Neue Assistenzsysteme wie die adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stau- und Notfall-Bremsassistent, der Spurhalteassistent, eine Verkehrsschilderkennung, ein Ausparkassistent, ein Einparkassistent für Querparken, ein Kollisionswarnsystem mit Annäherungssensor und ein Assistent für Wasserdurchfahrten sowie das "Active Driveline" getaufte Antriebssystem, das bei konstanten Geschwindigkeiten über 35 km/h den Hinterradantrieb abkoppeln soll, runden das Facelift ab.

Das reicht hauchdünn für 2 Punkte.

Opel Insignia Facelift: Touchscreen für das Infotainmentsystem

Zwei Klassen unter A8 und XJ wartet Opel mit einem Facelift auf. Die Rüsselsheimer zeigen auf der IAA den überarbeiteten Insignia, der bereits seit 5 Jahren auf dem Markt ist. Neben kleinen Änderungen an der Außenoptik – unter anderem wurden der Chrom-Grill etwas größer, das Scheinwerferdesign leicht geändert und die Chromspange am Heck nach unten versetzt – konzentrierte sich der Autobauer vor allem auf den Innenraum, technische Neuerungen und neue Motoren.

Das Cockpit wurde von vielen Schaltern und Tasten befreit und trägt auf der Mittelkonsole ab sofort einen 8 Zoll großen Touchscreen. Vor dem Schalthebel wurde das völlig neue Touchpad platziert, das die Bedienung des Entertainment-Systems durch einfache Fingerbewegungen ermöglicht.

Neue Diesel- und Benzinmotoren

Hinzu kommen komplett neu entwickelte Motoren: Den Zweiliter-Selbstzünder gibt es wahlweise mit 120 oder 140 PS. Verbrauch: 3,7 Liter auf 100 km. Bei den Benzinern feiert der Zweiliter-Turbo mit 250 PS und serienmäßigem Allradantrieb seine Premiere. Außerdem wird auch der 170 PS starke 1,6-Liter-Turbo-Benziner aus dem Cascada zur Verfügung stehen.

Überarbeitet wurde nach Angaben von Opel auch das Fahrwerk des Insignia. Dämpfer, Stabilisatoren und die Lenkung sollen nach der Optimierung vor allem das Geräusch- und Vibrationsverhalten verbessert haben. Daneben stehen für das Mittelklasse-Modell nun noch mehr Assistenzsysteme bereit. Optional sind für den neuen Insignia jetzt ein adaptiver Geschwindigkeitsregler, ein Toter-Winkel-Warner und ein Kollisionswarner erhältlich. Auch ein optimierter Parkassistent wird auf der Liste stehen.

Limousine, Kombi und das Top-Modell, der Insingnia OPC, profitieren von dem Facelift und all seinen technischen Neuheiten. Deshalb gibt es 4 Punkte. Den Insignia sollte man sich genauer ansehen.

Porsche Panamera nach dem Facelift optisch schlanker

Einer, der eine weit aufwendigere "Schönheitskur" genossen hat, ist der Porsche Panamera, dessen Facelift bereits auf der Shanghai Auto Show präsentiert wurde und seit Juli beim Händler steht. Auf der IAA wird der Viertürer optisch deutlich geglättet und scheinbar schlanker zu sehen sein, das Design nähert sich wieder mehr dem des Porsche 911 an. Die Front trägt größere Lufteinlässe und ist an neuen Übergängen zu den Scheinwerfern zu erkennen. Die Heckscheibe verläuft flacher, was den Panamera deutlich gestreckter wirken lässt. Auch die Heckschürze und deren Anschluss an die Rückleuchten wurden modifiziert. Für die Executive-Versionen (mit Luftfederung serienmäßig) Panamera Turbo und Panamera 4S gibt es außerdem 15 cm mehr Radstand.

Motorseitig gibt es nicht viel Neues. Die E-Machine des Hybrid leistet beim Facelift 70 kW und hieft damit die Gesamtleistung auf 416 PS. Enttäuschung könnte sich wegen dem Abschied des 400 PS starken 4,8-Liter-V8-Saugers breit machen. Ihn ersetzt ein Dreiliter-Biturbo-V6-Motor mit 420 PS und 520 Nm Drehmoment, der bis zu 18 % weniger verbrauchen soll. Ein neuer Diesel mit rund 300 PS wird 2014 nachgeschoben.

Bereits zum Marktstart im Juli werten Bi-Xenonscheinwerfer, ein Multifunktionslenkrad und eine automatische Heckklappe die Serienausstattung des neuen Porsche Panamera auf. Optional gibt es neue Assistenzsysteme: Verkehrszeichenerkennung, Spurverlassenswarnung und ein optimierter Abstandsregeltempomat mit Notbremsfunktion.

Weil die Änderungen an der Karosserie dem Panamera wirklich gut getan haben, gibt es in unserem IAA-Facelift-Ranking 3 Punkte.

Peugeot Facelift: 3008 und 5008 an aktuelles Design angepasst

Aus Frankreich reist Peugeot mit den frisch überarbeiteten Baureihen Peugeot 3008 und 5008 zu IAA. Beide bekommen neue Hauptscheinwerfer und werden mit dem neu gestalteten Kühlergrill an die aktuelle Formensprache der Marke angepasst.

Für den Innenraum gibt es eine neue lasergravierte Mittelkonsole, neue Bezugsstoffe und Materialien. Die Liste der Assistenzsysteme wurde um eine Rückfahrkamera und ein Head-up-Display in Farbe erweitert. Das sollte es dann auch schon gewesen sein. Im IAA-Facelift-Ranking macht das einen Punkt.

Dacia spendiert Duster neue Front

Auch Dacia spendiert dem Duster eine neue Front. Er erhält nicht nur neue geteilte Scheinwerfereinheiten mit Tagfahrlicht sondern auch einen überarbeiteten Kühlergrill, der im oberen Bereich chromfarbene Rauten aufweist. Am Heck fallen die Änderungen weniger drastisch aus.

Bei den Motoren wurde der 1,5-Liter dCi in Sachen Verbrauch und CO2-Emmission überarbeitet. Weitere Neuheiten wie zum Beispiel der 1.2 TCe-Turbobenziner sind aktuell noch nicht bestätigt. Deshalb: 1 Punkt im IAA-Facelift-Ranking.

Aller Vorraussicht nach werden auf der IAA noch weitere Facelift-Modelle zu sehen sein. In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen, was Sie noch erwarten könnte.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige