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Fähren

Wege übers Wasser

Endet die Straße am Wasser, muss man aufs Schiff. Notlösung? Nein! Solche Touren lassen sich als kleine erholsame Kreuzfahrt gestalten. Moderne Autos können eine Menge, nur nicht schwimmen. Aber leider ist Europa hier und da von viel Wasser unterbrochen. Will man etwa nach Skandinavien, Finnland oder Irland, muss man übers Meer. Zwar könnte man einige Ziele auch auf dem Landweg erreichen, doch wer mit dem Auto von Köln nach Oslo fahren will, braucht allein für die Reise mehrere Wochen Urlaub – und viel Geld. Denn Hin- und Rücktour bedeuten rund 10 000 Kilometer Fahrt und damit einen Verbrauch von etwa 1000 Liter Kraftstoff. Hinzu kommen Übernachtung und Verpflegung. Da muss man locker ein Reisebudget von 3000 Euro einplanen. Und die wahre Erholung ist das auch nicht für jeden. Da ist es doch gut, dass es die Autofähren gibt. Das Fahrzeug wird sicher im Parkdeck verstaut, man genießt das Essen im Restaurant, schläft sich in der Kabine gründlich aus und schnuppert an Deck die erfrischende Seeluft. Am Zielhafen geht es dann ausgeruht mit dem eigenen Fahrzeug weiter.

02.02.2008 Powered by

Solche Fahrten sind heute viel mehr als nur geografisch erzwungene Übersetztouren. Moderne große Fähren können es mit jedem Kreuzfahrtschiff aufnehmen, weshalb sie ja auch Cruiseferries genannt werden. Ob und in welchem Umfang man die Überfahrt zur Lustreise machen will, hängt nicht zuletzt vom Geldbeutel ab. Bei den Kabinen reicht die Auswahl von oftmals fensterlosen Räumen mit Mehrpersonenbelegung bis zu exklusiven Suiten mit separatem Schlafraum und fantastischem Ausblick. Neben guten Restaurants gibt es an Bord auch Diskotheken, Bars, Kinderspielräume, Spielbanken, FitnessundWellnessbereiche sowie Einkaufszentren. Wer mit der Color Magic von Kiel nach Oslo fährt, darf sich sogar über einen Aquapark mit Sauna und Wasserrutsche freuen. Auch Bordbühnen für Shows aller Art hat das Schiff. So wird schon die Überfahrt ein erholsamer Kurzurlaub. Oder zur Party. Vor allem junge Leute nutzen die Stunden an Bord, um sich so richtig zu amüsieren. Aber die Reedereien bieten noch mehr. So ist es möglich, mit der Seefahrt auch gleich die Unterkunft im Reiseland zu buchen. Überdies gibt es Kombi- oder Rundreisetickets. Scandlines zum Beispiel hält einen Rundreisefahrschein für Schweden bereit, der die Strecke Rostock–Trelleborg– Göteborg–Kiel umfasst. Schöne Chance, Schweden mit dem Auto zu erkunden. Das Ticket gibt’s für vier Personen plus Pkw ab rund 350 Euro. Andere Pakete sind nicht minder reizvoll. Für eine Ostseerundreise von Rostock über Trelleborg, Stockholm, Helsinki nach Travemünde, verbunden mit ausgedehnten Landausflügen gibt es eine gemeinsame Offerte von Viking Line, TT-Line und Finnlines.

Für vier Personen plus Pkw ist man ab rund 1000 Euro dabei. Wen es nach Schottland mit seiner urwüchsigen Landschaft und den einzigartigen Schlössern zieht, findet bei der Reederei Superfast Ferries attraktive Pauschalangebote, in denen sowohl die Fahrt über See als auch die Hotels an Land enthalten sind – Preise ab rund 800 Euro pro Person. Bei Color Line kann wie im Reisebüro der Urlaub in Norwegen und Schweden gebucht werden. Wer nur mal so für zwei bis drei Tage aufs Wasser will, könnte mit einer Minikreuzfahrt glücklich werden. Bei Tallink kostet die Drei-Tage-Tour von Rostock nach Helsinki ab 450 Euro. Die zweitägige Kreuzfahrt Kiel–Oslo mit Color Line ist ab 190 Euro zu haben. Fazit: Dass manche Straße am Wasser endet, ist eine Unterbrechung, die bereichert. Wer die Stunden auf See ausgiebig genießt, entspannt sich einfach besser.

Tipps von A bis Z

Anreise Planen Sie auf jeden Fall einen zeitlichen Puffer ein. Erkundigen Sie sich genau, wie lange vor Abfahrt die Abfertigung beendet wird. Normalerweise müssen Sie mindestens eine Stunde, auf einigen Strecken aber auch nur 30 Minuten vor Abfahrt eingecheckt haben. Erreichen Sie den Fährableger erst nach Check in-Schluss, kann die Fährlinie Ihre Beförderung trotz vorheriger Buchung ablehnen. Behinderte können nicht auf jeder Fähre befördert werden. Die Reedereien geben jedoch gern Auskunft, auf welcher Strecke die Möglichkeiten bestehen, und beantworten auch weitergehende Fragen. Bordverpflegung kann mitgebucht werden. In den meisten Fällen ist aber auch ein Bezahlen vor Ort möglich. Buchen, so unsere Empfehlung, sollte man – wenn möglich – übers Internet. Bei telefonischen Reservierungen werden zusätzliche Gebühren fällig. Haustiere finden auf einigen Fähren spezielle Kabinen vor, natürlich gegen Aufpreis. Informieren Sie sich jedoch vorher genau darüber, unter welchen Bedingungen Sie Ihren Liebling ins Reiseland mitnehmen dürfen. Kabinen sind bei bestimmten Nachtfahrten Pflicht. Auf einigen Strecken reicht es, einen Schlafsessel zu buchen. Werden Kabinen auch bei Tagfahrten genutzt, müssen sie mindestens eine Stunde vor dem Anlegen geräumt werden. Kinder sind auf den Fähren willkommen. Sind sie unter sechs Jahren alt, ist für sie die Bordverpflegung oft kostenlos. Auf vielen Strecken werden spezielle Unterhaltungsprogramme angeboten. Die Preise müssen gut verglichen werden. Das ist aber nicht immer einfach: Manche Reedereien bieten Passagen nur für das Fahrzeug und eine Person an. Jede weitere Person zahlt extra. In anderen Fällen gilt das Ticket für ein Fahrzeug und bis zu fünf Personen. Bei einigen Reisen ist die Verpflegung inklusive. Auf den Passagen nach Irland richtet sich der Preis nach der Zahl der eingehenden Buchungen. Rechtzeitiges Reservieren ist also empfehlenswert. Rabatte werden von einigen Fährlinien für Vielfahrer gewährt. Mitglieder des ADAC können ebenfalls eine Ermäßigung erhalten. Es empfiehlt sich, genau nachzufragen. Stornierungen können schon 40 Tage vor Abfahrt einer Fähre bis zu 100 Prozent des Reisepreises kosten. Es empfiehlt sich daher, auf jeden Fall eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Zuschlag für die gestiegenen Treibstoffkosten wird inzwischen von fast allen Fährlinien erhoben.

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