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Fahren unter Drogeneinfluss

Konsumenten lassen nicht vom Auto

Kiffer haben am Steuer nichts zu suchen Foto: Andreas Techel

Die Bereitschaft junger Erwachsener, auch nach Drogen- und Alkoholgenuss Auto zu fahren, ist erschreckend hoch.

04.05.2011

Nach einer noch unveröffentlichten Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV), für die mehr als 400 Jugendliche und junge Erwachsene befragt wurden, haben 65 Prozent bereits Erfahrung mit illegalen Drogen. Bei den über 18-Jährigen sind es sogar 77 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten konsumiert jedes Wochenende Alkohol. Dennoch setzen sich viele junge Erwachsene ans Steuer: Mehr als jeder fünfte Befragte, der berauschende Mittel zu sich nimmt, fährt auch mit Alkohol und Drogen im Blut.

Unzureichende Polizeikontrollen

Dafür macht UDV-Chef Siegfried Brockmann auch die zu geringen Polizeikontrollen verantwortlich. "Die Entdeckungsmöglichkeiten im Straßenverkehr haben sich zwar verbessert, doch die Dunkelziffer liegt immer noch sehr hoch", sagte Brockmann auto motor und sport. Das bestätigt auch die Studie. Bei 27 Prozent der Befragten, die unter Drogeneinfluss von der Polizei angehalten wurden, blieb der Drogenkonsum unentdeckt. "Die meisten wissen, dass sie ein Risiko eingehen, aber der Drang, mit dem Auto nach Hause zu fahren oder den Standort zu wechseln, ist größer als die Angst vor Konsequenzen", so Brockmann. Rauschmittel gehörten für junge Menschen zur Geselligkeit. "Hier ist klarer Egoismus zu erkennen. Der Spaßfaktor wird höher eingestuft als die potenzielle Gefahr für sich und andere."

Dass Autofahrer unter Drogeneinfluss zu selten entdeckt werden, hat offenbar auch mit einer nicht ausreichenden Polizeiausbildung zu tun. Die Polizei vermutet, dass nur eine von 600 Alkoholfahrten entdeckt wird. "Unter Drogeneinfluss dürfte die Dunkelziffer noch darüber liegen, weil die Mehrzahl aller Polizeibeamten in der Erkennung nicht adäquat geschult ist", so Dieter Müller, Fachbereichsleiter für Verkehrswissenschaften an der Hochschule der Sächsischen Polizei und Chef des Instituts für Verkehrsrecht und -verhalten in Bautzen, gegenüber auto motor und sport. Allerdings gebe es auffällige Unterschiede je nach Bundesland. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz sei das Risiko ertappt zu werden, aufgrund der guten Schulung der Einsatzkräfte hoch. "Diese Gefahr besteht in Berlin, Bremen und Sachsen dagegen kaum", so Müller.

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