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Abu Dhabi

Faszination Motorsport im Mittleren Osten

Abu Dhabi Foto: press-inform 34 Bilder

Der Mittlere Osten ist eine Automobilwelt der Superlative. Mit größer, schöner und neuer ist es in den Vereinigten Arabischen Emiraten längst nicht getan. Jetzt setzt Abu Dhabi im Rennsport neue Maßstäbe.

02.11.2009

Bereits die Eröffnung der Rennstrecke von Bahrain vor rund fünf Jahren hatte nicht nur in der Motorsportszene für viel Gesprächsstoff gesorgt. Doch eine Veranstaltung wie an diesem Wochenende (1.11.) hat es in den Vereinigten Arabischen Emiraten noch nicht gegeben.

Der Scheich und seine Familie investieren 40 Milliarden US-Dollar

Der erste Formel-1-Grand-Prix von Abu Dhabi ist Mega-Motorsportevent, gesellschaftliches Großereignis und Drohgebärde in Richtung westlicher Welt in einem. Drei Jahre Bauzeit, mehr als 1,2 Milliarden Investment, 180 Millionen Arbeitsstunden und schon wird aus einer vertrockneten Wüste eine florierende Zukunfts-Landschaft. Das Emirat Abu Dhabi mit seinen 850.000 Einwohnern gehört zu den reichsten Staaten der Erde. Für die nächsten Jahre hat man sich viel vorgenommen. Allein in das Yas-Island-Projekt steckt die Familie rund um Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan 40 Milliarden US-Dollar.

Dadurch soll ein Stadtteil der Superlative entstehen. Kern des neuen Stadtteils im Norden von Abu Dhabi Stadt ist der Yas Marina Circuit – eine Rennstrecke wie es keine vor ihr gab. Selbst die noch jungen Kurse von Istanbul, Singapur oder Valencia sehen im Vergleich zum Wüstengeschlängel von Abu Dhabi aus wie die veraltete Go-Kart-Bahn der lokalen Jugendfreizeitstätte. Die gigantischen Yachten heißen Rabcan, Majesty, Anad 3 oder Delma und sind ebenso pompös und exklusiv wie die Rennstrecke, die die neue Marina von Abu Dhabi umgibt.

Während des Formel-1-Events gibt es auf den Yachten mit Hubschrauberlandeplatz Startverbot – aus Sicherheitsgründen. Die Mega-Yachten für dutzende Millionen von Dollar liegen bereits seit Tagen dicht an dicht; zumeist geschmückt von Landesflaggen der Emirate. Da soll durch Hubschrauberflüge keine Unruhe im Hafenbecken aufkommen. Gut, dass es bis zum offiziellen Hubschrauberlandeplatz auf dem Festland nur 200 Meter sind. So können sich Scheichs und deren Gäste die modernste Rennstrecke der Welt nach der kurzen Shuttlefahrt in Maybach oder Rolls-Royce jederzeit mit einer kleinen Helikopter-Tour ansehen und das Renngeschehen während Formel-1, GP2 oder Porsche Supercup aus der Luft verfolgen.

Formel 1-Monarch Bernie Ecclestone zeigt sich vom Yas Marina Circuit begeistert

"Als ich vor einigen Monaten hier war, wusste ich, dass die Rennstrecke rechtzeitig fertig werden würde", so Formel-1-Monarch Bernie Ecclestone, "aber ich hätte nie gedacht, wie großartig alles aussehen würde." Bei ihrem ersten Besuch auf dem Yas Marina Circuit sparen Teams, Fahrer und Besucher aus aller Welt nicht mit Komplimenten und reiben sich die verwöhnten Augen. Auch Ross Brawn, Teamchef von Brawn GP, ist beeindruckt vom neuen Hightech-Kurs: "Abu Dhabi hat einen neuen Standard in der Formel-1 gesetzt. Das ist hier alles absolut unglaublich." Die Vereinigten Arabischen Emirate sind stolz auf den neuen Yas Marina Circuit, der in drei Jahren Bauzeit und mehr als 180.000 Millionen Arbeitsstunden entstanden ist. 5,6 Kilometer lang schlägt er alles, was es in Sachen Motorsport bisher gegeben hat. Tageszeitungen, Fernseh- und Radiosender aus allen Emiraten kennen in diesen Wochen nur ein Thema: die Formel-1 ist in Abu Dhabi. Da stört es nur am Rande, dass das 161 Hektar große Areal rund um die Strecke selbst noch eine der größten unvollendeten Baustellen seit Menschen Gedenken ist.

Beyoncé, Jamiroquai und Aerosmith gaben sich am Yas Marina Circuit die Ehre

Die überdimensionale Ferrari World als größter überdachter Freizeitpark der Welt, wird erst im Winter 2010 fertig. Nähert man sich aus der Luft dem Flughafen von Abu Dhabi, wirkt das rote Dachkonstrukt mit seiner überbauten Fläche von 200.000 Quadratmetern wie ein phantastischer Manta-Rochen. Andere Vergnügungen auf dem Rennstreckenareal sind ebenfalls erst in den nächsten 18 Monaten fertig. Damit die Aufmerksamkeit der weltweiten Öffentlichkeit und den Bewohnern der Emirate zum Startschuss in ein neues Motorsportzeitalter groß genug ist, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt. Kaum eine Plakatwand in Abu Dhabi oder dem benachbarten Dubai, die in diesen Wochen nicht auf das Formel-1-Rennen auf Yas Island hinweist. Mega-Stars wie Beyoncé, Jamiroquai oder Aerosmith geben sich am Eröffnungswochenende die Bühnenklinke in die Hand.

Dem Emirat Abu Dhabi geht es um Außenwirkung, seine weltweit sichtbare Öffnung nach außen und eine neue Identifikation für die Bewohner. Auch wenn die neue Rennstrecke mittelfristig an rund 300 Tagen im Jahr ausgelastet werden soll, muss kein Geld eingespielt werden. "Wenn eben Geld nachgeschossen werden muss, dann werden wir es tun", hört man aus Kreisen der finanzstarken Betreiber. Das Publikum muss an derlei Vergnügungen erst gewöhnt werden. An den Trainingstagen stehen rund um das zentrale Yas-Luxushotel mehr Rolls-Royce, Ferrari , Lamborghini und Porsche als in allen Schauräumen der Welt zusammen. Die Scheichs sind da, doch das Publikum auf den knapp 50.000 Tribünenplätzen könnte zahlreicher sein. Da ist bei den meisten großen Motorsport-Events in Europa oder den USA mehr los. Doch die Verkaufsstände mit Devotionalien sind heiß begehrt. Team-Kappen, Shirts und selbst rote Kopftücher verkaufen sich prächtig. Um das Rahmenprogramm interessanter zu machen, wird da schon einmal eine exklusive Rennserie wie der Porsche Supercup eingekauft.

Der Porsche Supercup gibt ein Extra-Gastspiel in Abu Dhabi

Der Markenpokal sollte an sich schon vor sechs Wochen mit dem Abschlussrennen in Monza beendet sein. "Doch wir bekamen im Juli die Anfrage, ob wir noch ein Rennen des Supercups in Abu Dhabi anhängen können", berichtet Jens Walther, Koordinator des Porsche Supercups. Der Veranstalter in den Emiraten gab für die zahlreichen Cup-Teams gleich noch eine Kostendeckungszusage für nahezu alles, was der zusätzliche zehnte Rennevent der Saison mit sich bringt. Jens Walther: "Transport von Autos sowie Material, Reisekosten, Reifen und Benzin wurde nahezu komplett übernommen. So etwas hat es bisher noch nicht gegeben." Da kann sich die westliche Welt warm anziehen.

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