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Faurecia-Affäre ausgeweitet

Foto: Faurecia

Der große französische Autozulieferer Faurecia verstrickt sich immer tiefer in den Bestechungsskandal der deutschen Automobilwirtschaft. Nun sollen sich die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft auch gegen Faurecia-Chef Pierre Lévi richten.

25.07.2006

Nachdem bereits Mitarbeiter des VW-Konzerns und seiner Tochter Audi unter Verdacht geraten sind, Schmiergelder der Franzosen angenommen zu haben, wird der seit einem Jahr schwelende Korruptionsfall bei BMW nun auch mit Faurecia in Verbindung gebracht.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt schon seit längerem wegen Korruptionsverdachts gegen zwei frühere Mitarbeiter von BMW. Einer von ihnen, ein früherer Einkaufsmanager des Autobauers, sei noch immer in Haft, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Dienstag (25.7.) in München. Dabei gehe es um mögliche Schmiergeldzahlungen auch von dem Autozulieferer Faurecia. Es gebe aber keinen direkten Zusammenhang zwischen den Ermittlungsverfahren in Frankfurt und München, erklärte Winkler.

"Es ist möglich, dass es zwischen den Ermittlungen bei BMW und unserem Fall Überschneidungen gibt", sagte indes der Frankfurter Oberstaatsanwalt Thomas Bechtel. In Frankfurt stehen laut Bechtel 20 Beschuldigte von Zulieferfirmen und von Autokonzernen im Visier der Justiz.

Laut einem Bericht von "Focus Online" hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren auch gegen Faurecia-Chef Lévi eingeleitet und führt ihn offiziell als Beschuldigten. Lévi soll von den Bestechungen gewusst haben. Oberstaatsanwalt Bechtel wollte dies mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht bestätigen: "Ich kann das weder bestätigen noch dementieren."

Lévi hatte erst am Vortag angekündigt, in der Korruptionsaffäre umfassend mit der deutschen Justiz zusammenzuarbeiten. "Es ist im Interesse von Faurecia, dass diese Affäre völlig aufgeklärt wird", hatte Pierre Lévi in Paris gesagt. Laut "Focus Online" hat der deutsche Faurecia-Sprecher bestätigt, dass es staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen die Firma gebe.

Faurecia wird vorgeworfen, seit 1998 Schmiergelder im Umfang von zuletzt 600.000 bis 800.000 Euro jährlich an mehrere Mitarbeiter der Einkaufsabteilungen von deutschen Automobilkonzernen gezahlt zu haben.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigte, dass sie gegen Mitarbeiter mehrerer Autohersteller ermittelt. "Es handelt sich um mehrere Autokonzerne", sagte Oberstaatsanwalt Bechtel. Namen der Firmen, die von Faurecia Schmiergeld für bevorzugte Auftragsvergabe erhalten haben sollen, wollte der Staatsanwalt nicht nennen. Bislang haben die Behörden nur die Ermittlungen gegen VW und die Tochter Audi bestätigt.

Bei BMW war der Bestechungsfall vor einem Jahr bekannt geworden, als der ehemalige Einkaufsmanager festgenommen wurde. Er soll Schmiergeld von mehreren Zulieferern angenommen haben - darunter auch Faurecia. "Wir haben bereits die Zentrale von Faurecia in Deutschland durchsucht", sagte Winkler nun "Focus Online".

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