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Faurecia-Chef tritt ab

Foto: dpa

Wegen seiner Verwicklung in die Schmiergeldaffäre in der deutschen Autoindustrie ist der Chef des französischen Autozulieferers Faurecia, Pierre Lévi, am Mittwoch (2.8.) zurückgetreten.

03.08.2006

Das teilte Faurecia nach einer Verwaltungsratssitzung des Unternehmens in Nanterre bei Paris mit. Lévi begründete seinen Schritt vor dem Verwaltungsrat der Tochter von PSA Peugeot Citroën "mit der Entwicklung der gegenwärtig in Deutschland geführten Untersuchungen".

Lévi stand stark unter Druck, seitdem er zugegeben hatte, von Schmiergeldzahlungen seines Unternehmens an Einkäufer von VW, Audi, und BMW gewusst zu haben. VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder hatte daraufhin vom Chef der Faurecia-Mutter PSA, Jean Martin Folz, seine Ablösung gefordert.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft Faurecia vor, seit 1998 Schmiergelder im Umfang von zuletzt 600.000 bis 800.000 Euro jährlich gezahlt zu haben. Im Gegenzug soll Faurecia bei der Auftragsvergabe bevorzugt worden sein. Nach den Angaben der Staatsanwaltschaft war Lévi seit 2001 über die Schmiergeldzahlungen informiert gewesen. Er gelte in den Ermittlungen als Beschuldigter und habe auch ein Geständnis abgelegt.

Faurecia will im September einen neuen Chef vorstellen. Bis dahin wird das Unternehmen provisorisch von Verwaltungsratspräsident Jean-Claude Hanus sowie Finanzchef Frank Imbert geführt.

Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 20 Beschuldigte, betroffen seien neben Faurecia noch vier weitere Zulieferer, hatte die leitende Ermittlerin Sibylle Gottwald mitgeteilt. Bei den Autokonzernen, an die Zahlungen geflossen sein sollen, handelt es sich um VW, Audi und BMW. Die beschuldigten Mitarbeiter der Zulieferer sollen Bargeld in Höhe sechsstelliger Summen pro Jahr an Einkäufer der Autokonzerne gezahlt haben, um Aufträge zu ergattern. Außerdem seien Möbel, Urlaubsreisen und Jobs zum Beispiel für eine Freundin eines Beschuldigten zur Verfügung gestellt worden.

Die Justizbehörden betrachten die bisher bekannten Fälle nicht isoliert. "Es liegt der Verdacht nahe, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern dass ähnlich wie in der Baubranche, auch in der Autoindustrie Schmiergeldzahlungen an der Tagesordnung sind und stillschweigend geduldet werden", hatte Gottwald betont.

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