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Faurecia-Skandal

VW will Schadenersatz

Foto: ams

Im Korruptionsskandal in der deutschen Autobranche fordert der VW-Konzern Schadenersatz von den beschuldigten Mitarbeitern. Erhaltene Schmiergelder sollen zurückgezahlt werden.

31.07.2006

Erste Schadenersatzansprüche an beschuldigte Mitarbeiter seien "erfolgreich geltend gemacht" worden, bestätigte ein Sprecher von Europas größtem Automobilbauer am Samstag (29.7.). Um welche Summen es sich genau handele, könne noch nicht gesagt werden. Es sei auch noch nicht abzusehen, welcher Schaden angerichtet wurde. Dies müssten die laufenden Ermittlungen ergeben.

Zu weiteren Spekulationen über die Affäre wollte der Konzern am Samstag keine Stellung nehmen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte berichtet, VW wolle die erhaltenen Schmiergelder zurückfordern. Der Konzern gehe davon aus, dass die entsprechenden Aufträge der Lieferanten um mindestens diese Summe billiger hätten ausfallen können. Die Zulieferer sollen den Ermittlungen der Justizbehörden zufolge in der Korruptionsaffäre die Hersteller bestochen haben, um Wettbewerber im Kampf um Aufträge auszustechen.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt bereits gegen elf Zulieferer, darunter das französische Unternehmen Faurecia, und gegen mindestens drei Hersteller. Bei den Autokonzernen, an die die Schmiergelder geflossen sind, handelt es sich um Volkswagen, Audi und BMW. Ob auch noch andere Hersteller in Mitleidenschaft gezogen sind, ließ die Staatsanwaltschaft bislang offen. Andeutungen zufolge könnte auch die spanische VW-Tochter Seat betroffen sein.

Laut "Spiegel" hatte ein beschuldigter ehemaliger VW-Einkaufsmanager von mehreren Zulieferern Zuwendungen in sechsstelliger Höhe erhalten. Das Geld soll teilweise über Briefkastenfirmen und Konten in der Schweiz transferiert worden sein. Ein Teil der Zahlungen sei allerdings strafrechtlich nicht mehr relevant, weil sie länger als fünf Jahre zurückliegen und damit verjährt sind.

Weitere Zulieferer im Visier

Nach einem Bericht der "Magdeburger Volksstimme" ist auch das Unternehmen Altmärker Kunststoff-Technik (AKT) ins Visier der Ermittler geraten. Der Betrieb soll einer von den elf Zulieferern sein, gegen die ermittelt wird. Beamte des Bundeskriminalamtes hätten den Betrieb in Gardelegen in Sachsen-Anhalt durchsucht, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die leitende Ermittlerin bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Sibylle Gottwald. Sie habe einen Anfangsverdacht bestätigt.

AKT ist laut Zeitung mit rund 1.300 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Region. Er hat zudem Standorte in Spanien, Tschechien, Mexiko, im sächsischen Doberschau und in Augsburg. Der Umsatz liege bei 175 Millionen Euro. Die AKT-Leitung bestritt den Angaben zufolge eine Verwicklung in die Affäre. Einer der beiden Hauptgesellschafter, Aloys Burwinkel, beteuerte in dem Blatt die Unschuld von AKT. Das Unternehmen habe "niemals einen Euro bezahlt". Die Ermittler hätten Unterlagen und Werbegeschenke beschlagnahmt.
"Wir haben nichts zu verbergen", sagte Burwinkel der "Volksstimme". Einer der beiden Geschäftsführer, Jürgen Ziegelski, äußerte die Vermutung, dass die Aktion mit einem Einkäufer zu tun habe, der bereits in Haft sitze. Die AKT gehöre zu dessen Großkunden.

Nach Informationen des Magazins "Focus" soll ein früherer VW-Einkäufer auch von dem Autozulieferer HP Pelzer im nordrhein-westfälischen Witten Schmiergelder erhalten haben. Da der mögliche Bestechungsfall längere Zeit zurückliege und als verjährt gelte, sei kein Verfahren gegen Pelzer eingeleitet worden.

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