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Fehmarnbelt-Querung

Tunnel statt Brücke

Foto: dpa

In Dänemark zeichnet sich die baldige Entscheidung für einen 19 Kilometer langen Tunnel als feste Ostseeverbindung nach Deutschland ab. Bei einem "Bürgerdialog" mit etwa 500 Teilnehmern in Rødby sagte der dänische Verkehrsminister Hans Christian Schmidt am Donnerstagabend (20.1.), er wolle dazu kommende Woche eine Klärung mit den hinter dem Projekt stehenden Parlamentsparteien herbeiführen.

21.01.2011

Dänemark will die Kosten für die 19 Kilometer lange Querung des Fehmarnbelt in Höhe von gut fünf Milliarden Euro allein tragen.

Dänemark bezahlt, Dänemark entscheidet

Schmidt wollte sich nicht endgültig auf die Haltung der Regierung festlegen. Er hob gegenüber der Nachrichtenagentur dpa die Vorzüge eines Senktunnels zwischen Rødby auf Lolland und Puttgarden auf der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn hervor. Dabei spiele nicht zuletzt eine Rolle, dass die Betonelemente vor Ort in Dänemark, Deutschland sowie möglicherweise in Polen produziert werden könnten. Vertreter des staatlichen Baubetreibers Femer A/S sprachen sich bei dem Bürgertreffen für die Tunnellösung aus.
 
Damit sind die Kopenhagener Planer auch den vor allem auf deutscher Seite aktiven Gegnern und Kritikern der Fehmarnbeltquerung entgegengekommen. Baubetreiber und Regierung hatten in den vorangegangenen Jahren stets einen Brückenbau bevorzugt, während Kritiker das als stärkere Belastung für die maritime Umwelt ablehnten.
 
Die Grünen-Politikerin Christiane Stodt-Kirchholtes von der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn forderte den dänischen Verkehrsminister bei dem Bürgertreffen auf, sich auch auf deutscher Seite den Kritikern zu stellen. Die Entscheidung über einen Tunnel- oder Brückenbau fällt Dänemark allein, weil die Skandinavier auch die Kosten allein tragen. Für die deutsche Seite fallen Anbindungskosten an Land in Höhe von wahrscheinlich 1,7 Milliarden an.
 
Mit der Ostseeverbindung würde sich die Fahrzeit zwischen Hamburg und Kopenhagen von gut vier auf gut drei Stunden verkürzen. Die Fertigstellung ist für 2020 anvisiert. Der Bundestag und Dänemarks Folketing haben dem Projekt aber noch nicht endgültig zugestimmt. Fest vereinbart zwischen Berlin und Kopenhagen ist seit 2008 die Planungsphase.

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