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Ferrari-Händler Helmut Eberlein

Mitten im roten Bereich - Ferrari-Händler Helmut Eberlein

Foto: Beate Jeske 30 Bilder

Ferrari in Maranello betraute den in Kassel ansässigen Händler Helmut Eberlein mit der deutschen Vertretung von Ferrari Classiche. Ein Besuch.

28.04.2009 Malte Jürgens Powered by

Für die Freunde historischer Ferrari gibt es seit dem vergangenen Jahr eine neue Anlaufstelle mitten in Deutschland: Ab nach Kassel heißt es für alle, die sich für die Zertifizierung ihres Sportwagens nach den Regeln der werkseigenen Klassik-Abteilung bei Ferrari interessieren. Unter anderem, um den Wildwuchs mit fast echten, halb echten und zur Gänze gefälschten Ferrari in den Griff zu bekommen, gründete das italienische Werk im Sommer 2006 die Oldtimersparte Ferrari Classiche. Zuständig ist die neue Abteilung für Rennwagen aller Baujahre sowie für Straßenmodelle, sobald sie 20 Jahre und älter sind.

Ferrari von beiden Seiten des Zeitstrahls

Ferrari-Händler Helmut Eberlein, 57, sieht die Ferrari von beiden Seiten des Zeitstrahls. Pro Jahr verkauft er rund 50 nagelneue und etwa 80 klassische Modelle, was zu der klaren Frage führt, in welchem Lager sein Herz denn wohl lauter schlägt. "Die Verbindung zwischen Mensch und Technik", so Eberleins Meinung, "ist in einem klassischen Ferrari intensiver, das Abenteuer Fahren erlebbarer. In einem 375 Mille Miglia zum Beispiel wird die ganze ursprüngliche Gewalt der Maschine nachvollziehbar, die der Fahrer dann physisch bewältigen muss."

Und das Fahrerlebnis in einem neuen Modell? Eberlein: "Die Anforderungen etwa an Fahrkunst und Reflexe befinden sich auf einer ganz anderen Ebene. Das liegt zum Beispiel an den deutlich höheren Geschwindigkeiten, den viel wirksameren Bremsen und der elektronisch geregelten F1-Schaltung mit Gangwechseln in nur 60 Millisekunden. Das ist ein Riesensprung zu einem manuell geschalteten Getriebe." Der intensiven Beziehung zu den magischen Sportwagen aus Maranello ging eine Karriere voraus, die zunächst in ganz andere Richtungen deutete. Der im Zeichen des Steinbocks 1951 in Berlin-Tegel geborene Eberlein wuchs am Edersee auf. Und im Schatten der Talsperre gab es damals nur ein Entweder-Oder bei den Lehrberufen: Starkstrom-Elektriker oder Maschinenbauer. Eberlein wählte Weg zwei. Der Gesellenprüfung schlossen sich ein Job im Conti-Werk Korbach und die staatliche Prüfung zum Feinwerktechniker an, begleitet von einer tierischen Nebentätigkeit - Pfleger im Tierpark Bad Wildungen. Später kamen dann die Leiterplatten-Maschinen bei Taylorix - und die Motorräder. Der Moto Guzzi V7 Sport folgte eine Suzuki-Vertretung in Kassel, später nahm Eberlein die faszinierende Desmo-Marke Ducati hinzu. Daneben wurde noch die Rennerei gepflegt: Eberlein bewältigte am Gas- Rennen pro Saison, ein Nordhessischer Meister-Titel war der sportliche Lohn.

Von 1989 an konzentriert sich Eberlein allein auf Alfa und Ferrari

Zusammen mit seinem Vater baut der schnelle Wahl-Hesse ab 1975 an der Leipziger Straße eine alte Tankstelle aus, mit Schauraum, sozusagen die Keimzelle des repräsentativen heutigen Geschäfts. 1985 kommt neben den Motorrädern auch Alfa Romeo ins Programm. 1988 steht der erste Ferrari ins Haus, ein 308 GTB. Von 1989 an konzentriert sich Eberlein allein auf Alfa und Ferrari, ab 1998 auf Ferrari und Maserati. Der Chef verfügt bei Ferrari über ein bekömmliches Polster von Pluspunkten. In den vergangenen drei Jahren kürte ihn das Werk zum besten deutschen Händler, mit 99 Prozent ergaben die Erhebungen des Herstellers den höchsten Wert für die Zufriedenheit der Kunden. Das Angebot von Ferrari Classiche nahm Eberlein mithin geehrt an. Um die Zertifizierung kümmert sich im Kasseler Betrieb an der Leipziger Straße zum Beispiel Thomas Kunz, Fachmann für das genaue Examinieren, aus welchen Teilen ein vorgestellter Ferrari nun wirklich besteht: "Es gibt bei den klassischen Modellen viel mehr Originalitäts-Indikatoren, als man vermutet."

In erster Näherung sind es bei Ferrari etwa acht. Neben der gut sichtbaren Motornummer auf polierter Fläche außen am Gehäuse trägt jeder Ferrari-Motor eine geheime Nummer im Inneren, die sogenannte Numero interno. Sie ist bei Ferrari seit 1947 hinterlegt und zeigt klar an, ob ein Motor echt ist - die äußere Nummer muss in den Produktionslisten zur inneren passen. Dritter Indikator ist die Karosserienummer, die jeder Ferrari-Typ an anderer Stelle trägt, von innen auf das Blech geklopft. Nummer vier ist die Chassisnummer auf dem Rahmen, Nummer fünf das aufgenietete Typenschild. Dazu trägt das Getriebe eine separate Nummer, ebenso das Differenzial. Ferner trägt jedes größere Gussteil einen Produktions-Code.


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