Ferrari-Präsident zieht Bilanz : Wir liefern heiße Technik, Porsche kalte

Ferrari 458 Spider, Seitenansicht

Den Erfolg Ferraris führt di Montezemolo darauf zurück, dass aus den extremen Sportwagen nun Sportwagen geworden sind, die man trotz der besonderen Fahrleistungen auch im Alltag nutzen könne.

Trotz guter Wachstumsraten will der italienische Sportwagenhersteller Ferrari auch in Zukunft immer etwas weniger Fahrzeuge produzieren, als am Markt nachgefragt werden. In seiner persönlichen Bilanz nach 20 Jahren an der Spitze sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo auto motor und sport, das die aktuellen Verkaufszahlen von 7.000 Fahrzeugen im Jahr die Exklusivität der Marke nicht verwässern: "Als ich 1991 als Präsident zu Ferrari kam, verkauften wir in den drei Märkten Deutschland, Amerika und Italien 90 Prozent unserer Modelle. Heute beliefern wir Kunden in 58 Märkten. Unsere heutigen Verkaufszahlen kommen allein über die Ausweitung der Märkte. Wir hätten zum Beispiel vom GTO locker das Doppelte verkaufen können", erklärt di Montezemolo. "Aber ich ziehe es vor, dass ein Ferrari wie eine gut aussehende Frau ist, die man begehrt."

Ferrari baut nun Autos für jeden Tag

Bei seinem Beginn 1991 habe es praktisch nur eine Ferrari-Architektur gegeben: "Die Architektur war mehr oder weniger gleich, Motor im Heck, schwer rein- und rauszukommen. Ich fuhr selbst einen 348. Ein englisches Magazin hatte gerade geschrieben, das Getriebe sei wie aus einem Lastwagen."

Damit habe er aufgeräumt. "Ich wollte keine Autos, die nur Spielzeuge für reiche Kunden sind. Sondern Autos, die man jeden Tag fahren kann", betont di Montezemolo. "Autos, in denen man auch seine Frau mitnehmen kann. Und die muss kein Fakir sein, sondern sollte bequem rein- und rauskommen." Trotz Alltagstauglichkeit müssten alle Ferraris drei Schlüsselfunktionen erfüllen: "Emotionales Fahrerlebnis, extreme Performance und tolles Design. Ein Ferrari ist etwas Einzigartiges, ein Traum."

Wirklich ernst nimmt di Montezemolo trotz der großen Konkurrenz wie Lotus, Lamborghini und Bugatti nur den deutschen Autobauer Porsche. "Porsche ist der Konkurrent, den ich ernst nehme. Die Marke pflegt ihre Tradition", so der Ferrari-Präsident. Aber es gäbe einen großen Unterschied zwischen Porsche und Ferrari: "Wir bieten heiße Technologie, sie kalte."

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