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Fiat 500, Mini One und Opel Adam im Vergleich

Selbst wenn er Waltraud heißen würde...

Fiat 500, Mini One, Opel Adam, Frontansicht Foto: Wolfgang Groeger-Meier 43 Bilder

Der neue Opel Adam trifft auf seine Rivalen: die Lifestyle-Kleinwagen Fiat 500 und Mini One. Allesamt sind sie Kleine für den Individualverkehr – im Sinne des Wortes.

19.11.2012 Sebastian Renz

Seit der Sechziger-Jahre-Pleite der Borgward-Sisters Isabella und Arabella und dem Dahinscheiden des Ford Edsel hat sich die Sache mit Jungen- und Mädchennamen für Autos fast komplett erledigt. Spontan fällt uns aus jüngster Vergangenheit nur der Ferrari Enzo Ferrari ein. Wobei der genauso begeistert gekauft worden wäre, hätten sie ihn in Maranello Waltraud genannt – was übrigens ungleich origineller gewesen wäre. Sehen Sie auch den Schriftzug vor sich: "Ferrari Waltraud Ferrari". Aber wir schweifen ab. Denn hier geht es um den neuen Opel Adam.

Opel Adam verkneift sich alles Retro-Getue

Der heißt vorne Opel, spricht sich hinten Ädäm und ist der neue hessische Beitrag zum internationalen Kleinwagen-Lifestyle. Weil es für den ganzen Kindergarten-, Einkaufs-, Vernunftkram weiterhin den vier Zentimeter längeren, boxigen Agila gibt, kann der Opel Adam gegen die modischere Konkurrenz von Fiat und Mini antreten. Während die Designer bei Cooper und Cinque vor der Aufgabe stehen, ihre neuen Autos historisch aussehen zu lassen, lässt Opel alles Retro sein – was sich schon durch das Fehlen eines klassischen Vorbilds erklärt. So schneiderten die Designer ein modernes, eigenständiges Adams-Kostüm, das Stilelemente von Astra GTC bis Insignia dezent zitiert.

Die 3,70 Meter lange Karosserie stülpt sich übrigens über Corsa-Technik. Motoren und Fahrwerk kommen direkt vom größeren Bruder, den Radstand kürzten die Techniker für den Opel Adam aber um 20 Zentimeter. Ohne Auswirkung auf das Platzangebot vorn: Fahrer und Beifahrer reisen ungedrängt auf groß geschnittenen, bequemen, langstreckentauglichen Sitzen. Hinter ihnen endet das Auto dann aber recht abrupt, so bleibt nur Raum für ein kleines, unbequemes, bestenfalls kurzstreckenakzeptables Fondbänkchen und 170 Liter Kofferraum. Maximal sind es noch immer knappe 663 Liter.

Mini One und Fiat 500 nur unwesentlich mehr Platz

Aber Mini One und Fiat 500 bieten ähnlich wenig Ladevolumen und nur unwesentlich mehr Platz im Fond: Während es im Opel Adam an Kopf- und Knieraum mangelt, schubbern im Mini die Knie an den Vordersitzen, drückt im Cinque das Dach. Vorn platziert der Fiat 500 seine Passagiere auf hoch und nah beieinander montierten Sportsitzen, während der Mini One sie tief ins Auto integriert. So sichert sich der Brite eine Ausnahmestellung mit steilen A-Säulen und perfekter Rundumsicht. Nur ein Mini fühlt sich wie ein Mini an. Der mit italienischer Leichtigkeit zusammengesteckte 500 kann indes nie verbergen, dass er eigentlich ein aufgehübschter Panda ist. Und beim breiten Opel Adam schimmert trotz aller Änderungen im Cockpit immer etwas Corsa durch.

Was ja kein Fehler sein muss – immerhin zählt der Corsa zu den soliden Kleinwagen – und auch nichts an dem eigenständigen Auftritt des Opel Adam ändert. Der lässt sich noch tausendfach personalisieren. Allein 30.000 Möglichkeiten gibt es, das Äußere des Zweitürers zu individualisieren – durch die Kombination von Farben (zwölf) mit abgesetzten Dachlackierungen (drei Töne), zehn jeweils in mehreren Schattierungen erhältlichen Alufelgen-Designs (16 bis 18 Zoll) sowie variantenreichen Scheinwerfer- und Lampeneinfassungen, Außenspiegelkappen, Aufklebern, Grillspangen und viel anderem Wasweißichnochwas.

LED-beleuchteter Dachhimmel wie im Rolls-Royce

Für drinnen gibt es verschiedene Armaturendekors und Polster sowie den einzigen LED-beleuchteten Dachhimmel diesseits des Rolls-Royce Phantom Coupé für 280 Euro. Insgesamt liegen die Preise für Extras beim Opel Adam deutlich unter denen der Konkurrenz. Wobei der Mini One als Pate der aufpreispflichtigen Charakterschärfung wie der Fiat 500 eine ähnlich unübersichtliche Anzahl an Individualisierungsmöglichkeiten auffährt.

Mindestens ebenso wichtig sei den Käufern das Infotainment, meint Opel und präsentiert im Opel Adam stolz das Intellilink-System. Es holt die wichtigsten Funktionen vom Smartphone ins Auto – Musik strömt per Bluetooth, Internetradio funktioniert, Fotos und Videos lassen sich auf dem Sieben-Zoll-Farbbildschirm ansehen. Ach ja, telefonieren geht auch. Das meiste davon ist schon serienmäßig in der zweitniedrigsten Ausstattungslinie Jam, das Upgrade kostet 300 Euro. Dazu lässt sich eine Navigationsfunktion, die übers Mobiltelefon funktioniert, zum sehr günstigen Preis von rund 40 Euro als Applikation aus dem Internet herunterladen. Mit seinem berührsensiblen Bildschirm bietet der Opel Adam dabei die derzeit intuitivste und übersichtlichste Bedienung aller aktuellen, ansonsten ja tastenreichen Opel-Modelle.

Opel Adam wirkt solide und hochwertig

Und übertrumpft damit auch locker den Fiat, der zwar Telefone erkennt und MP3-Spieler akzeptiert, aber alles eben weniger einfach, umfangreich und modern als der Opel Adam. Dagegen profitiert der Mini One von der Infotainmentbegeistertung bei BMW. Sein vom i-Drive inspiriertes System funktioniert ebenfalls intuitiv, schnell und einfach, ist mit ähnlichen Funktionen ausgestattet aber fast 2.000 Euro teurer. Auch sonst maximiert Mini die Preise. Schon beim Grundpreis liegt der One fast 4.000 Euro über dem Opel Adam. Das lässt sich mit dem größeren Aufwand beim Fahrwerk mit Einzelradaufhängung rundum erklären, nicht aber mit größerer Sorgfalt bei Materialauswahl und Verarbeitung. Beides wirkt im Mini One nicht so solide und hochwertig wie im Opel. Aber das zählt wie die etwas kasperige Bedienung zu den Eigenheiten, die Fans gern akzeptieren, weil sie den Mini als Premium-Markenprodukt verstehen.

Das sieht Opel übrigens ebenso, erahnt daher den Fiat 500 Cinque, bei dem ESP noch 200 Euro extra kostet, als Hauptgegner und preist den besser ausgestatteten Opel Adam auf ihn ein. Vorerst gibt es den in Eisenach gefertigten Opel mit drei Benzinern, alles Vierzylinder. Nächsten Spätsommer kommt dann der Diesel, Mitte 2014 die neue Generation an Dreizylinder-Turbobenzinern. So einer – mit zwei Zylindern allerdings – knattert schon länger unter der kurzen Haube des Fiat 500. Alternativ gibt es zwei Vierzylinder mit 69 oder 100 und einen Diesel mit 95 PS. Die größte Auswahl an Triebwerken hat der Mini One mit fünf 1,6-Liter-Benzinern – Sauger und Turbos – mit 75 bis 211 PS sowie drei Selbstzündern mit 90, 112 und 143 PS.

Wobei der Motor wahrscheinlich die geringste Rolle spielen dürfte in der Menge der Entscheidungen, die nötig sind, um sich einen individuellen Opel Adam zu konfigurieren. Der ist ein schickes, kleines Auto, das sich einen großen Namen machen wird. Das würde ihm wohl selbst als Waltraud gelingen.

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