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Fiat 500L und Maserati Gran Turismo Sport

Italienisch und Hauptsache emotional

Fiat 500L, Frontansicht Foto: Rossen Gargolov 14 Bilder

Einen Maserati zu lieben fällt nicht schwer. Wie viele italienische Sportwagen wird er wegen seines Designs und seines Motors bejubelt. Doch dem Fiat 500L fliegen ebenso die Sympathien zu. Dabei basiert er auf dem braven Punto und wird noch nicht einmal in seinem vermeintlichen Heimatland gebaut.

14.08.2013 Jens Dralle

Dass Fahrspaß nicht zwangsläufig mit Leistung verknüpft ist, hat jeder gelernt, der in einem Renault Twingo der ersten Generation unterwegs war. Jene Mischung aus pfiffiger Variabilität (ja, eine verschiebbare Rückbank ist heute noch immer keine Selbstverständlichkeit), außergewöhnlichem Styling und hohem Nutzwert peppt seit langem auch mal wieder den Alltag mit einem italienischen Automobil auf – dem Fiat 500L.

Positioniert als praktischer Bruder der automobilen Gucci-Handtasche 500 mogelt er zwar ein bisschen, da er auf dem Punto basiert und etwaiges italienisches Lebensgefühl erst bei seiner ersten Reise inhaliert – nach Italien, denn er läuft in Serbien vom Band. Doch das ist vielleicht auch gut so, denn der Testwagen in vergleichsweise einfacher Ausstattung wirkt sehr gewissenhaft zusammengesteckt. Und wer mit dem Fiat 500L durch eine luxusautoverwöhnte Metropole rollt, wundert sich, wie viele lächelnde Mienen am 4,15 Meter langen Van-Kleid hängen bleiben. Es ist aber auch ein besonders hübsches, mit optionaler Zweifarben-Lackierung in ewig aktuellem schwarz-weiß, und der Fiat 500L trägt dazu diamantschwarz poliertes 17-Zoll-Schuhwerk (optional) und lächelt ein wenig schief mit großen Scheinwerfer-Augen zurück (serienmäßig).

Ach, italienische Autos kleiden sich immer schick? Natürlich driftet diese Diskussion in den Irrgarten der Geschmäcker ab, doch ein Fiat Sedici oder Freemont erscheinen so aufregend wie ein Ragù Bolognese aus der Tüte.

Fiat 500L gibt den idealen Stadtwagen

Dabei wirkt der Fiat 500L innen sogar recht ernsthaft, verkneift sich weitgehend allzu verschachtelte Instrumente oder wahllos verstreute Bedienelemente, selbst das Multimedia-Radio macht ausnahmsweise keine Ausnahme.

Einsteigen bitte – kein Problem, die Türen öffnen weit, die Ausschnitte sind großzügig bemessen. Die steilen, großen Glasflächen lassen milde Sonneneinstrahlung und viel vom Panorama in den Innenraum. Nur wenige Fahrzeuge erleichtern auf derart charmante Weise die Fahrt durchs Gewusel der Stadt, selbst kleinere nicht. Dabei stören weder die gefühllose Lenkung noch der schlappe 1,4-Liter-Benziner. Eigentlich tun sie das auch außerhalb nicht, solange nicht die volle Zuladung ausgenutzt wird. Aber auf der Preisliste stehen ja bei Bedarf noch stärkere Motoren.

Doch selbst ihnen – allen voran der kräftige, aber wenig drehfreudige Zweizylinder – weicht schlagartig die Farbe aus dem Zylinderkopf, wenn der V8 des Maserati Gran Turismo Sport loslegt.

Maserati ist Leistung, aufregend verpackt

Der 4,7-Liter-Sauger wacht nämlich erst jenseits der 4.500/min auf, jubelt unter orchestralen Fanfaren-Klängen bis jenseits der 7.000/min-Marke, um dann, wenn der Fahrer kurz am Schaltpaddel gezupft hat, mit dem Spektakel von vorn zu beginnen. Wie war das noch gleich? Es kommt nicht immer auf die Leistung an? Stimmt selbst bei einem Sportwagen nicht. Nicht nur. Auch hier will sie der Interessent in einer aufregenden Verpackung serviert bekommen, bestens verarbeitet bis zum perfekten Sitz der Ziernähte. Hier riecht es nicht, es duftet. Nach Leder, Lust, leichtem Leben.

Perfektionisten macht es der Maserati dann wiederum nicht ganz so leicht, zu unharmonisch arbeitet das automatisierte Schaltgetriebe, zu nachlässig erscheint im Detail die Materialauswahl. Wer allerdings das Glück hat, jeden Morgen beim Öffnen seines Garagentores in das große Haifischmaul zu blicken, sich hinters Steuer zu setzen, seine Gedanken über die endlose Motorhaube zu zerstreuen und den darunter dösenden Achtzylinder wecken zu dürfen, sieht darüber hinweg. Denn Fahrspaß hat eben nicht zwangsläufig etwas mit Perfektion zu tun.

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